Schulleitungen und Eltern äußern sich zu möglichem Einsatz von Technik
„Nicht nach dem Gießkannenprinzip“

Coesfeld. Reicht das reine Öffnen der Fenster für eine gute Luftqualität oder braucht es während der Corona-Pandemie Geräte wie Luftreiniger und CO2-Ampeln in allen Klassen, um Viren aus der Raumluft zu filtern und zu erkennen, dass wieder gelüftet werden sollte? Mit Anträgen stoßen CDU und Pro Coesfeld eine Debatte darüber an. Wir haben in den Schulen nachgefragt. Restlos überzeugt von technischen Lösungen ist Angela Bülo, Leiterin des Gymnasiums Nepomucenum, nicht. „Die Luftreiniger entbinden ja nicht von der Pflicht zu lüften. Und bei der Anzahl der Geräte, die für alle Schulen notwendig wären, muss der Aufwand und auch der Nutzen ja immer noch in einem guten Verhältnis zueinander stehen.“ Das Stoßlüften sei bei diesen Temperaturen noch machbar. Bei möglichen zusätzlichen Geräten müsse die Organisation und der Kontrollaufwand gering gehalten werden. „Wir brauchen immer noch Zeit für Schule“, so Bülo und fragt sich: „Wie aufwändig wäre die Installation? Wäre es kurzfristig umsetzbar? Wie genau messen die CO2-Ampeln? Und wer wartet regelmäßig die Geräte?“

Montag, 23.11.2020, 07:58 Uhr
Neben dem Tragen der Masken gilt auch das Lüften im Schulalltag als unerlässlich, um dem Coronavirus entgegenzutreten. Doch was würden zusätzliche Luftfilter und CO2-Ampeln bringen? Schulleiter und Elternvertreter haben sich dazu nun geäußert. Foto: Archiv/lsy

Auch am Heriburg-Gymnasium sei aktuell jeder Raum durch das Öffnen der Fenster gut belüftbar. „Über das Grundprinzip müssen wir uns also keine Gedanken machen“, sagt Leiter Christian Krahl. „Es kann natürlich schwieriger sein, wenn es kälter wird. An den ganz kalten Tagen könnten die Luftreiniger vielleicht helfen, die Frequenz des Lüftens zu verringern.“

Dass es da keine einfache Lösung gibt, betont Daniel Zazopoulos, Schulpflegschaftsvorsitzender des Heriburgs. „Die Anträge der Fraktionen sind natürlich prinzipiell zu begrüßen. Aber die Geräte sollten nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden. Das Geld von Bund und Ländern wird vermutlich nicht für jeden Raum in jeder Schule ausreichen. Vielmehr sollte man in diesem Zuge prüfen, was im Detail an den einzelnen Schulen gebraucht wird.“ Vielleicht seien Luftreiniger nicht in jedem Raum sinnvoll, dafür aber CO2-Ampeln. „Wichtig ist, dass unsere Kinder so gut es geht vor Corona geschützt werden und ein Schulbetrieb unter optimalen Bedingungen stattfinden kann.“

In Hinblick auf das Lüften sieht Sabine Schäfer, Leiterin der Kardinal-von-Galen-Schule in Lette, aktuell auch keine Probleme. „Wir folgen den Empfehlungen, alle 20 Minuten für fünf Minuten zu lüften. In den Pausen öffnen wir die Fenster ebenfalls, die Kinder sind dann draußen.“ Und das funktioniere gut. „Die mobilen Geräte wären zwar ganz nett, aber es müssen hier aktuell auch keine Kinder mit Decken sitzen.“ Ganz frisch haben sie jetzt von der Verwaltung CO2-Messgeräte für einen Klassenraum und die Turnhalle zum Testen bekommen. „Da haben wir allerdings noch keine Erfahrungswerte.“ Der neuen Technik offen gegenüber steht auch Guido Wissing, Schulpflegschaftsvorsitzender der Grundschule. „Ob die Technik uns wirklich weiterbringt, weiß ich nicht, aber aktuell funktioniert es ja auch ganz gut.“

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