Bürgermeisterin Eliza Diekmann bietet allen Mitarbeitern das Du an
„Kultur des Miteinanders fördern“

Coesfeld. Das hat es im Rathaus noch nie gegeben, dass der Verwaltungschef allen Mitarbeitern das Du angeboten hat. Eine Konvention, die Bürgermeisterin Eliza Diekmann direkt bei der ersten Personalversammlung gebrochen hat. Allen 360 Beschäftigten vom Auszubildenen bis zum Dezernenten hat sie das Du angeboten. „Viele haben es angenommen, manche sofort, andere nach ein wenig Bedenkzeit oder einem weiteren persönlichen Gespräch“, berichtet Diekmann. Wieder andere wollen beim Sie bleiben, darunter auch ihr Beigeordneter Thomas Backes. „Vielleicht knacke ich ihn noch, ich hab ja noch ein paar Jahre Zeit“, scherzt Diekmann, um sofort wieder ernst zu werden. „Natürlich respektiere ich es, wenn jemand das Sie bevorzugt“, so die 34-Jährige, die schon im Wahlkampf vielen Coesfeldern das Du antrug, um Emotionen anzusprechen und Nähe herzustellen. „Für mich war klar, dass ich das auch im Rathaus anbiete“, sagt die Verwaltungschefin, die „eine Kultur des Miteinanders fördern möchte“, und das gehe in ihren Augen besser per Du als per Sie. Mehr Teamgeist, weniger Einzelkämpfertum, vor allem weniger Scheuklappen, wenn es um den Austausch zwischen Fachbereichen und verschiedenen Hierarchieebenen geht, das ist ihr Ziel. Sie selbst wolle zudem die Kultur der offenen Tür und der kurzen Wege pflegen. „Ich möchte für alle Mitarbeitenden ansprechbar sein.“ Das alles soll ein Klima schaffen, „in dem die Mitarbeitenden sich wohlfühlen, Freude an der Arbeit haben, sich auch mal was trauen und etwas ausprobieren, Fehler machen dürfen“, so Diekmann.

Montag, 30.11.2020, 06:02 Uhr
Du oder Sie – diese Frage stellte sich für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, als Bürgermeisterin Eliza Diekmann kürzlich allen Beschäftigten das Du anbot. Foto: Christine Tibroni

Besonders freue sie, dass die Fachbereichsleiterin Finanzen, Regina Wennemers, den Vorstoß der Bürgermeisterin offenbar genutzt habe, um ihrerseits allen Mitarbeitern ihres Fachbereichs das Du anzubieten. Dass die große Verbrüderung im Rathaus zu Lasten der Professionalität, gar der Leistungsbereitschaft gehen könnte, befürchtet Diekmann nicht. „Die Mitarbeitenden sind supermotiviert. Die brennen alle für ihre Themen.“

Um den abteilungsübergreifenden Austausch voranzubringen, möchte die Bürgermeisterin zudem „Begegnungspunkte“ im Rathaus installieren, wo natürlich keine ausufernden Gesprächs- und Diskussionsrunden stattfinden sollen, sondern der kurze Schnack zwischen Kollegen Raum bekommen soll. „Überhaupt ist in der internen und externen Kommunikation mehr vorstellbar“, sagt die Kommunikationsfachfrau. Diekmann: „Wir müssen mehr zeigen, wer wir sind und was wir machen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7700784?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker