Polizei warnt Bürger in der Innenstadt vor zunehmenden Fällen und gibt Tipps
Taschendieben keine Chance bieten

Coesfeld. Ob es die ältere Dame ist, deren Handtasche vorne im Rollator steht oder der Herr, der seinen Rucksack hinten auf den Gepäckträger geklemmt hat: Die Polizei in Coesfeld hat nun in der Innenstadt gezielt Passanten angesprochen, bei denen Taschendiebe ein leichtes Spiel gehabt hätten. Und das hatten sie in den vergangenen Tagen und Wochen oft genug. „Gerade in der Innenstadt und den Supermärkten haben sich die Vorfälle stark gehäuft“, berichtet Nadine Juds, Sprecherin der Kreispolizeibehörde in Coesfeld. „Wir wollen die Bürger, gerade auch ältere Personen, durch diese präventive Maßnahme noch einmal sensibilisieren und auf die Gefahren aufmerksam machen.“

Montag, 07.12.2020, 06:08 Uhr
Bezirkspolizist Egon Paschert spricht mit der Passantin Marion Link-Kathmann. Wie sie hat er bei einer Aktion in der Innenstadt verstärkt die Bürger angesprochen und auf die Gefahr von Taschendiebstählen aufmerksam gemacht. Diese haben sich zuletzt in Coesfeld stark gehäuft, während die Zahl der Wohnungseinbrüche übrigens zurückgegangen ist. Foto: Jessica Demmer

Die Zahlen sind dabei eindeutig: Während vom 1. September bis 30. November 2019 noch neun Taschendiebstähle in Coesfeld angezeigt wurden, waren es in diesem Jahr im gleichen Zeitraum 38. „Verstärkt hat es dabei Frauen getroffen, wegen der Handtaschen, und dann auch diejenigen im Alter von rund 60 Jahren und aufwärts“, informiert Nadine Juds weiter. Aber auch jüngere Menschen seien bereits Opfer geworden. „Und bei diesen Zahlen reden wir nur von den Vorfällen, die auch zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer kennen wir gar nicht.“ Deshalb appelliert sie an all diejenigen, die bestohlen wurden, Anzeige zu erstatten – auch wenn man nichts gesehen hat. Ebenso ermutigt sie mögliche Zeugen, sich zu melden. „So können wir alle Beobachtungen zusammenbringen, eine Täterbeschreibung erstellen und die Täter dingfest machen.“ Und vor allem den Fokus ihrer Arbeit anders ausrichten – auf präventive Maßnahmen und Sensibilisierung im Bereich des Taschendiebstahls.

Dafür waren jetzt Martin Bruns von der kriminalpolizeilichen Prävention und Egon Paschert von Bezirksdienst der Polizei in Coesfeld in der Innenstadt unterwegs. „Wir wollen in der Stadt präsent und ansprechbar sein“, so Egon Paschert. „Wir haben ja gedacht, dass in dieser Coronazeit, in der die Menschen Abstand zueinander halten müssen, die Taschendiebstähle nachlassen, aber das Gegenteil ist der Fall.“ Dies sei auch deutlich geworden durch eine Information des Ordnungsamtes, dass Bürger sich vermehrt einen neuen Personalausweis im Bürgerbüro haben ausstellen lassen. „Wir arbeiten eng zusammen, das ist super.“ Nicht nur Passanten haben die beiden Polizisten angesprochen und sensibilisiert, sondern zum Beispiel auch Verkäufer in den Geschäften. „Uns ist wichtig, dass nicht jeder nur sich selbst schützt, sondern auch andere Menschen im Blick hat.“ Passantin Marion Link-Kathmann war dankbar für den Hinweis der Beamten. „In einem Urlaub in Prag habe ich mal einen versuchten Taschendiebstahl erlebt, geschädigt wurde ich zum Glück jedoch nicht“, berichtet sie. „Ich finde die Aktion gut, dass die Polizei auf uns Bürger zugeht und uns hilft.“

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