Nachfrage nach FFP2-Masken groß: Über Pflicht im öffentlichen Personennahverkehr wird beraten
Wirksamer als Alltagsmodelle

Coesfeld. Menschen in Bayern müssen bereits im öffentlichen Nahverkehr und in Lebensmittelgeschäften FFP2-Masken tragen. In den Bund-Länder-Gesprächen soll heute über eine Ausweitung der FFP2-Pflicht entschieden werden.

Dienstag, 19.01.2021, 06:31 Uhr
Ganz gleich, ob FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr bald auch in Nordrhein-Westfalen verpflichtend sind, halten Fachleute diese Modelle für wirksamer als herkömmliche Modelle. Foto: Archiv

Unabhängig davon macht Dr. Stephan Barrmeyer, Sprecher der Apotheker im Kreis Coesfeld, deutlich, dass die Masken wirksamer gegen eine Infektion mit dem Coronavirus als herkömmliche Masken seien. Im Übrigen rechne er derzeit nicht mit einem Engpass, was den Vorrat der FFP2-Masken betreffe.

Letztlich könne aber niemand vorhersehen, ob der Preis pro Maske angesichts einer plötzlich aufkommenden hohen Nachfrage in die Höhe schnelle. „Das ist das alte Spiel zwischen Angebot und Nachfrage“, sagt der Apotheker. Allen müsse klar sein, dass auch FFP2-Masken allein nicht ausreichen würden, um die Zahl der Infektionen zu vermindern. „Die Mobilitätsraten, die immer noch viel zu hoch sind, müssen sinken“, meint Dr. Barrmeyer.

Winfried Schürmann, Inhaber der Adler-Apotheke, sieht einem möglichen Ansturm auf FFP2-Masken gelassen entgegen. „Wir sind vorbereitet“, sagt der Apotheker. Er selbst würde im öffentlichen Personennahverkehr stets eine FFP2-Maske tragen, unabhängig davon, ob das nun verpflichtend sei oder nicht. Auch angesichts der Virusmutationen sei das sinnvoll. Wichtig sei, dass die Masken zertifiziert seien, wie dies in Apotheken der Fall sei. Erst kürzlich habe die Bezirksregierung in Münster Kontrollen durchgeführt, bei denen nichts beanstandet worden sei. Bartträgern müsse klar sein, dass der Infektionsschutz auch bei FFP2-Masken eingeschränkt sei, weil die Maske dann nicht genügend abschließe.

Franz Hemsing, Inhaber der Linden-Apotheke, zeigt sich froh darüber, dass er die FFP2-Masken aus einer nahe gelegenen Quelle beziehen könne. Wenn die Bedingungen gleich blieben, könne er die Masken zum bisher gewohnten Preis anbieten. „Goldschürfer-Mentaliltät“ sei völlig fehl am Platze.

Die Masken könnten sechs bis acht Stunden getragen werden, müssten dann bei Raumluft mehrere Tage getrocknet werden, bevor sie wieder zum Einsatz kommen. Das könne man fünf Mal wiederholen, bevor die Maske entsorgt werden müsse. Auf diese Weise könne man mit sieben Masken fünf Wochen lang auskommen. Man könne die FFP2-Maske auch bei 80 Grad für eine Stunde lang in den Backofen geben, um Viren abzutöten, und dann direkt wieder verwenden.

In den Drogeriemärkten und Lebensmittelläden in Coesfeld sind FFP2-Masken aktuell Mangelware und meistens bereits ausverkauft, wie eine Umfrage ergeben hat. Wann die nächste Lieferung eintrifft, ist noch nicht vorhersehbar. Viele Kunden dürften sich also schon mit solchen Masken eingedeckt haben.

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