Umfrage in Supermärkten: Kunden sind auf verschärfte Corona-Schutzverordnung eingestellt
Eher OP-Maske als Einkaufswagen

Coesfeld. Mit einem einzigen Kunden hat Petra Becker, Leiterin der Real-Filiale in Coesfeld, ein ernstes Wörtchen reden müssen, weil er „einfach nicht verstanden hat, dass er hier eine FFP2- oder OP-Maske tragen muss“, berichtet sie. Ansonsten seien die Kunden optimal auf die seit Montag verschärfte Coronaschutzverordnung beim Einkaufen eingestellt. „Ich diskutiere hier eher mit Leuten, die nicht einsehen, dass sie nicht ohne Einkaufswagen in den Laden kommen dürfen als mit Kunden, die keine Maske tragen wollen“, sagt sie bei einer Umfrage unter einigen Supermarkt-Leitern in Coesfeld.

Mittwoch, 27.01.2021, 06:44 Uhr
   Dass sie seit Montag eine FFP2- oder OP-Maske zum Einkaufen tragen müssen, haben die meisten Kunden akzeptiert. Eher gibt es mal Diskussionen darüber, dass der Zutritt nur mit einem Einkaufswagen gestattet ist. Fotos: Pixabay/ude Foto: az

Martin Pommerenke vom K+K-Markt an der Daruper Straße hat rund zehn bis zwölf Personen gezählt, die noch mit der vorher üblichen Alltagsmaske aus Stoff zum Einkaufen gekommen sind. „Die hatten einfach den Starttermin für die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken nicht mehr im Kopf.“ Und er hat das Problem auch ganz schnell gelöst: „Ich habe sie in unseren Kassenbereich geschickt, denn dort bieten wir die notwendigen Masken zum Kauf an, und sie haben sich schnell welche angeschafft“, schmunzelt Pommerenke. Diese Möglichkeit bietet sich auch in anderen der befragten Märkte. Ein Masken-Engpass ist in Coesfeld nicht zu beobachten.

Auch im K+K an der Wiesenstraße ist der Shopping-Start unter verschärften Bedingungen gut gelungen. „Ein paar Kunden“ habe man noch mal erinnern müssen, heißt es seitens der Filialleitung. Nicht anders im E-Center an der Borkener Straße und auch bei Kaufland. In Lette zieht Stefan Littmann vom dortigen Edeka eine positive Bilanz. „Wir haben rechtzeitig Schilder aufgehängt und unsere Kunden informiert“, sagt er. „Die Mitarbeiter achten darauf, dass die Vorgaben eingehalten werden.“ Von Problemen mit Maskenverweigerern oder Menschen, die mit dem Argument, sie hätten ein ärztliches Attest, ohne Maske zwischen den Regalen unterwegs sind, berichtet keiner der Befragten.

Den Tenor aus den befragten Einkaufsmärkten bestätigt Andrea Zirkel, Pressesprecherin der Stadt Coesfeld: „Seit Montag kontrollieren wir schwerpunktmäßig die Einhaltung der neuen Regelungen zur Maskenpflicht und stellen kaum Verstöße fest“, teilt sie auf Anfrage mit. Sie weist ergänzend auch darauf hin, dass selbst wenn ein Kunde behauptet, aus medizinischen Gründen keine entsprechende Maske tragen zu müssen und sogar ein ärztliches Attest vorlegt, der Einzelhändler von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Kunden abweisen könne. Zirkel abschließend: „Auf diese Entscheidung hat dann auch die Ordnungsbehörde keinen Einfluss.“

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