Auf der Fläche von Men’s Fashion könnte ein „Mischkonzept“ verwirklicht werden
Neue Ideen fürs Herz der City

Coesfeld. Die Innenstadt ist wie leergefegt und dass in der Kupferpassage einige Kunden unterwegs sind, liegt nur daran, dass das Fleischerfachgeschäft Wefelscheidt und der dm-Drogeriemarkt auch im Lockdown die Menschen mit dem Nötigsten versorgen dürfen. Ansonsten sieht es in der Passage nicht gut aus: seit Monaten geschlossene Geschäfte, von denen mit dem Abschied von Men’s Fashion bald drei leer stehen werden. Droht dem Herzen der City der Infarkt?

Donnerstag, 28.01.2021, 07:10 Uhr
Das Herz der City soll bald wieder kräftig schlagen. An ihrem geplanten Investment von 20 Millionen Euro will die Eigentümerin ERWE Immobilien trotz Corona festhalten und den Einkauf zum Erlebnis machen. Foto: Archiv

Nein, sagt Jörg Bretschneider, Sprecher der ERWE Immobilien AG mit Sitz in Frankfurt, die bekanntlich die Kupferpassage von der früheren Eigentümerin, der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, erworben hat. Sogar mit guten Aussichten kann er aufwarten: „Die 142 Quadratmeter große Fläche von Men’s Fashion ist bereits für ein interessantes Mischkonzept angefragt“, berichtet er von neuen Ideen für die Passage. Wie das Mischkonzept genau gestaltet sein könnte und wer Interesse an der Fläche im Kern der Passage hat – dazu schweigt sich Bretschneider noch aus. Grundsätzlich ist mit dem Begriff „Mischkonzept“ die Kombination zum Beispiel von Handel und Gastronomie (Café, Bar), Service- oder Freizeitangeboten gemeint – alles mit dem Ziel, den Einkauf zum Erlebnis zu machen.

Die Situation in der Passage sei keineswegs besorgniserregend, beruhigt er. „Im letzten Jahr konnten die meisten Mietverträge um fünf bis acht Jahre verlängert werden.“ Sollte das neue Konzept fürs bisherige Men’s Fashion aufgehen, beliefen sich die verbleibenden Leerstände „nur noch auf circa 100 Quadratmeter, für die passende Mieter gesucht werden“, so der Sprecher.

Zur Erinnerung: Das ehemalige Ladenlokal von Benetton gleich am Passageneingang zur Süringstraße und ehemals Augenoptik Schoppe direkt daneben stehen leer, nachdem Schoppe an die Schüppenstraße gezogen ist. Laut Bretschneider ist es auch denkbar, dass ein Teil dieser insgesamt rund 100 Quadratmeter als Aktionsfläche für wechselnde Konzepte angeboten werde.

20 Millionen Euro wolle sie investieren, um die Kupferpassage weiterzuentwickeln und für die Zukunft aufzustellen, hatte die neue Eigentümerin im vergangenen Jahr angekündigt. Und daran will sie trotz Corona festhalten, versichert Bretschneider: „Es bleibt bei dem veranschlagten Investitionsvolumen.“

Unter anderem sollen in der Tiefgarage Stützen und Wände saniert werden. Eine weitere größere Investition ist die Sanierung beziehungsweise Erneuerung der haustechnischen Anlagen wie Sprinkleranlage, Klima- und Lüftungsanlagen und der Aufzüge. Auch Wohnungen und Praxisflächen, die sich derzeit noch im Leerstand befinden, werden modernisiert und aufgehübscht. Und schließlich soll die Passage mit einem neuen Außenwerbekonzept auch optisch wieder zum Herz der City werden – demnächst, wenn Leben und Kunden in die Stadt zurück gekehrt sind.

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