Coesfelder Stadtverwaltung rangiert am unteren Ende der Tabelle
Immer noch mehr im Büro als zu Hause

Coesfeld. Eine Leserin machte uns darauf aufmerksam: „Ich sehe bei meinen Spaziergängen mit dem Hund immer noch viele Autos auf den Parkplätzen der Behörden. Sind die nicht auch im Homeoffice?“ Der öffentliche Dienst müsse doch da mit gutem Beispiel voran gehen, meint sie. Wir sind der Sache nachgegangen. Und tatsächlich: Auf etlichen Parkplätzen der Ämter in Coesfeld gibt es mitten im Lockdown kaum freie Plätze. Wie kann das sein?

Montag, 01.02.2021, 06:02 Uhr
Foto: az

Nachfragen der AZ ergaben, dass Heimarbeitsmöglichkeiten sehr unterschiedlich angeboten und genutzt werden. Unterm Strich sind immer noch mehr im Büro als zu Hause. Die aktuellen Homeoffice-Quoten in den Coesfelder Behörden schwanken zwischen 25 und 80 Prozent. Spitzenreiter ist die Bezirksregierung. Alle 120 Mitarbeiter, die am Leisweg (Ländliche Entwicklung/Bodenordnung bzw. Arbeitsschutz) eingesetzt sind, erhielten Laptops. 80 Prozent von ihnen arbeiten damit von zu Hause aus. Am unteren Ende der Tabelle: das Amtsgericht (25 Prozent), die Polizei (bis zu 50 Prozent, aber nur in einigen Bereichen) und die Stadtverwaltung (bis zu 28 Prozent).

Während es beim Gericht und bei der Polizei teilweise in der Natur der Sache liegt, warum sie stark auf Präsenz setzen müssen, stellt sich die Frage, ob bei der Stadt Coesfeld nicht mehr an Homeoffice möglich wäre. Die Stadtverwaltung hat 360 Mitarbeiter, von denen die allermeisten – Ausnahme u. a.: der Baubetriebshof – Büroarbeitsplätze haben. Tatsächlich könnten auch die allermeisten von zu Hause aus arbeiten: „Wer das möchte, erhält von unseren IT-lern eine persönliche Kennung zum mobilen Arbeiten“, erläutert Stadt-Sprecherin Andrea Zirkel. 200 solcher Kennungen seien mittlerweile vergeben worden, genutzt würden sie aktuell von etwa 100 Mitarbeitenden. Und diese, erklärte sie, seien auch nicht alle gleichzeitig und zu 100 Prozent im Homeoffice. „Etwa 50 arbeiten zeitweise im Homeoffice und schichtweise im Büro.“ Der Trend zeigt nach ihrer Einschätzung aber nach oben: „Wir hatten bereits lange vor der Corona-Krise mobiles Arbeiten und Homeoffice ermöglicht, die Zahlen sind allerdings seit März 2020 deutlich gestiegen und steigen auch weiterhin noch.“

Eine Verpflichtung zum Homeoffice gibt es bei der Stadt nicht. Wo sich bislang mehrere Mitarbeitende ein Büro teilten, wird ihnen aber nahe gelegt, das durch Schichtdienst oder Wechsel ins Homeoffice zu ändern. Die Stadt unterstützt Mitarbeiter im Homeoffice, in dem sie Hardware zur Verfügung stellt, die zu Hause nicht vorhanden ist: zum Beispiel größere Bildschirme bei Grafikarbeitsplätzen.

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