Beteiligung am Windpark „Letter Bruch“ geht in die zweite Runde
Bürger sorgen für grünen Strom

Lette/Coesfeld. Nicht mehr lange, dann kann Coesfeld komplett mit grünem Strom versorgt werden, der auch noch vor Ort produziert worden ist: von den geplanten 13 Anlagen im Windpark „Letter Bruch“, wo sich seit ein paar Tagen der erste Rotor dreht.

Donnerstag, 04.02.2021, 06:22 Uhr
Bürgermeisterin Eliza Diekmann und Milan Nitzschke, Geschäftsführer von SL NaturEnergie, auf dem Windfeld im Letter Bruch. Foto: SL NaturEnergie

Knapp 200 Coesfelder haben in einer ersten Phase schon mitgemacht und sich mit insgesamt 2,5 Millionen Euro am Windpark beteiligt. Jetzt legen die Investoren eine zweite Tranche in gleicher Höhe auf. Ab sofort haben Interessierte die Chance, eine Summe zwischen 500 und 25 000 Euro zu investieren. Organisiert wird die Beteiligung über so genannte Nachrangdarlehen, auf die jedes Jahr ein fester Zins von sechs Prozent ausgezahlt wird. Das Geld kann bis zu 20 Jahre angelegt werden. Am Ende der Laufzeit wird die gesamte Investitionssumme komplett an die Bürger zurückgezahlt. Ein kleines Bonbon gibt es auch noch: Mit 1,5 Prozent der Erträge unterstützen die Investoren die Bürgerstiftung.

Wie schon bei der ersten Tranche im Oktober können ausschließlich Personen, die ihren ersten oder zweiten Wohnsitz in Coesfeld haben, sich am Windpark beteiligen. „Wir wollen ganz bewusst an der engen Bindung des Projekts an die Bürger festhalten“, betont Milan Nitzschke, Geschäftsführer der SL NaturEnergie, am Mittwoch, als er im Rahmen einer Video-Konferenz den Startschuss für die zweite Beteiligungsrunde gibt. Dass das Projekt so viel Akzeptanz und Rückhalt in der Bürgerschaft und der Politik habe, zeichne es weithin aus. „Der Windpark ,Letter Bruch’ hat Leuchtturmcharakter“, ist Nitzschke überzeugt.

Im vergangenen Sommer war der erste Spatenstich zu dem Energieprojekt erfolgt, das die SL Bürgerenergie Coesfeld GmbH (Teil der SL NaturEnergie Unternehmensgruppe aus Gladbeck) gemeinsam mit der Emergy Führungs- und Servicegesellschaft der Stadtwerke Coesfeld und Borken und der Bürgergesellschaft Letter Wind GmbH betreibt. In dieser GmbH haben sich Flächeneigentümer zusammengeschlossen. Die Anlage wird einer der landesweit größten Windparks und jedes Jahr 125 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Damit steigt die gut 60 Prozent hohe Versorgung der Stadt durch erneuerbare Energien auf 100 Prozent.

Kein Wunder, dass Bürgermeisterin Eliza Diekmann sich freut: „Wir gehen hier einen richtig guten Weg“, sagt sie. Dabei sei es gut gelungen, „die Menschen mitzunehmen und Rückhalt für das Projekt zu schaffen“. Der Bürgerwindpark zeige, dass jeder aktiv an der Energiewende teilnehmen und seinen Beitrag leisten kann.“ Nicht nur grün, auch regional sei der im Letter Bruch erzeugte Strom, hebt Diekmann hervor und lobt die „lokale Wertschöpfung.“

Acht Wochen dauert die Frist, in der Interessierte einsteigen können. Dazu müssen sie sich auf der Homepage (s. u.) registrieren. „Quer durch die Bank“ beschreibt Milan Nitzschke die Bürger, die in der ersten Tranche dabei waren. 12 500 Euro betrug das Durchschnittsinvestment. Längst vor Ablauf der Frist waren damals die 2,5 Millionen aufgebraucht.

Die Stadtwerke Coesfeld bieten ihren Kunden die vor Ort erzeugte Energie als Regiostrom an.

| www.windpark-coesfeld.de

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