Fachgeschäft macht auf besondere Situation für Heiratswillige im Lockdown aufmerksam
Damit Bräute keine Trauer tragen

Coesfeld. Weiter für „ihre“ Bräute kämpfen möchte Ines Bäumer vom Fachgeschäft für Braut- und Abendmode in der Gartenstraße. Auch wenn der Laden aktuell wegen des Lockdowns in der Corona-Pandemie geschlossen hat, macht sich die Geschäftsfrau dafür stark, nach Lösungen für ihre Kundinnen zu suchen.

Montag, 01.03.2021, 08:00 Uhr
Ines Bäumer vom Fachgeschäft für Braut- und Abendmode in der Gartenstraße gibt sich kämpferisch. Sie ist zuversichtlich, dass es im Lockdown eine Lösung für „ihre“ Bräute gibt, auch wenn diese aktuell Trauer tragen. Foto: az

Sie verweist auf die emotionale Verfassung der künftigen Bräute und Brautpaare, die ihren schönsten Tag im Leben nicht so feiern könnten, wie sie geplant haben. „Einige mussten ihre kirchliche Trauung schon mehrmals verschieben“, zeigt sich Ines Bäumer betroffen. Ihr Mitgefühl mit den Bräuten möchte sie zum Ausdruck bringen, indem sie im Schaufenster ihres Geschäfts Brautkleider in Schwarz präsentiert. Das soll symbolisieren: „Die Bräute tragen Trauer.“

Ines Bäumer will die Bräute unterstützen und ihnen Mut machen. Das Fachgeschäft biete die besten Voraussetzungen, die Corona-Schutzverordnung einzuhalten. Sie erwartet von der Politik, dass sie eine Öffnungsperspektive für Braut- und Abendmode-Geschäfte bietet.

Die künftigen Bräute, die sich im Herbst des vergangenen Jahres im Geschäft noch vor dem Lockdown am 16. Dezember ein Kleid für den schönsten Tag in ihrem Leben ausgesucht hätten, stünden jetzt in der Warteschleife. Denn die Kleider können aufgrund der Corona-Schutzverordnung im Geschäft nicht anprobiert und angepasst werden. Die Enttäuschung und die Sorgen und Nöte der künftigen Bräute seien groß. Und die Paare, die aktuell doch eine Hochzeit in diesem Jahr planen würden, hätten große Bedenken, dass sie spontan keine passende Kleidung finden würden. „Click & Collect“ anzubieten – also das Kleid im Internet aussuchen und dann am Geschäft abzuholen – mache keinen Sinn, da niemand ein Brautkleid oder einen Hochzeitsanzug ohne Beratung kaufe.

Aus diesem Grund gibt es bei Bäumer zum Beispiel sogenannte Video-Calls, in denen die Braut ihr Kleid virtuell mit der Brautberaterin aussucht, am Geschäft abholt und dann in einem zweiten Video-Call eine virtuelle Brautkleidberatung stattfindet. Ines Bäumer kommentiert dazu: „Das ist natürlich eine Notlösung und funktioniert auch, aber die wunderschönen Emotionen, die eine Brautberatung im Brautgeschäft ausmachen, lassen sich virtuell nicht so gut transportieren.“

Die Vorlaufzeit von der Auswahl eines Brautkleides bis zur Abholung betrage immerhin acht bis zwölf Monate. Doch Ines Bäumer will sich nicht mit der Situation abfinden. Falls sie ihr Geschäft im März wieder öffnen darf, kann sie ihre Kundschaft beruhigen. „Wir haben mehr als 300 Kleider in verschiedenen Konfektionsgrößen im Bestand“, sagt sie. Daher sei eine spontane Auswahl möglich. Auf Bestellungen und längere Wartezeiten könne verzichtet werden.

Für diejenigen Bräute, die ihr Kleid bereits im vergangenen Jahr ausgesucht haben und auf die Anprobe warten, hat Ines Bäumer eine Idee. Sie könnte sich vorstellen, dass die Schneiderin zu den Bräuten nach Hause fährt und dort die Dienstleistung unter strenger Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen erbringt. Ines Bäumer zeigt sich zuversichtlich: „Wir lassen unsere Bräute nicht im Stich.“

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