19-jähriger Coesfelder vor Jugendschöffengericht zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt
Roller gestohlen und zugeschlagen

Coesfeld. Diebstahl, Beihilfe zum Diebstahl, Körperverletzung in drei Fällen, Hehlerei und Sachbeschädigung: Die Liste, wegen derer sich jetzt ein 19-jähriger Coesfelder vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht verantworten musste, war lang. Am Ende brachte sie ihm eine Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und ein Wochenende Freizeitarrest in einem Jugendgefängnis ein.

Mittwoch, 03.03.2021, 12:34 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 12:40 Uhr
Ein 19-jähriger Coesfelder wurde jetzt vor dem Jugendschöffengericht zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Foto: Archiv

So soll er unter anderem im September 2019 einem Freund bei einem Diebstahl eines Rollers in Coesfeld geholfen und im gleichen Zeitraum auch selbstständig einen Roller am Bahnhof in Billerbeck im Wert von 2800 Euro geklaut haben. Einen weiteren geklauten Roller soll er für 60 Euro weiterverkauft haben. Zudem habe er im Oktober 2019 einem Bekannten ins Gesicht geschlagen. Einen Schlag musste auch sein Vater im August 2020 einstecken, nachdem die beiden in einen Streit geraten waren. Im Zuge dessen schlug der Angeklagte auch noch ein Glaseinsatz einer Wohnungstür kaputt. Im September 2020 kassierte dann auch noch der Vater eines Freundes, der den Angeklagten und seine Clique wegschicken wollte, einen Faustschlag.
In allen Fällen zeigte sich der Angeklagte geständig und gab die Vorfälle offen zu. „Seit ich aber in Coesfeld wohne, hat sich die Lage deutlich beruhigt, auch habe ich ein viel besseres Verhältnis zu meinem Vater. Wir hatten öfters Stress, das lag aber auch an mir“, so der 19-Jährige. Zuvor hatte die Familie in Billerbeck gewohnt, wo der Angeklagte Freunde hatte, die sich teils ebenfalls in gesonderten Verfahren vor dem Amtsgericht verantworten mussten oder noch müssen. „Den Kontakt habe ich aber jetzt abgebrochen“, versicherte er dem Richter. Aktuell bemühe er sich um eine Arbeit und kümmere sich um Mutter und Schwester, da der Vater viel arbeiten sei. Dies bestätigte auch ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe, der zudem angab, dass er den Jugendlichen bei Gesprächen mit einem möglichen Arbeitgeber und auch mit einer Sozialeinrichtung wegen einer Suchtberatung unterstütze. Denn ein Alkohol- und Drogenkonsum sei bereits seit 2016 zu erkennen.
Die Staatsanwaltschaft forderte am Ende zehn Monate auf Bewährung. Zugunsten des Angeklagten spräche sein Geständnis, die vielen Vorstrafen gereichten ihm zum Nachteil. Der Verteidiger betonte, dass sein Mandant einen deutlichen Schnitt in seinem Leben gemacht habe und sich nun um den Haushalt kümmere.
Der Richter urteilte am Ende mit sechs Monaten auf Bewährung. Zur Auflage macht er dem 19-Jährigen 40 Sozialstunden und die Drogentherapie. „Ich hoffe, das Wochenende im Arrest wird Sie davon abhalten, künftig wieder rückfällig zu werden. Denn dann endet auch das Jugendstrafrecht. Aber die Tendenz, die Sie eingeschlagen haben, ist schon mal die richtige.“

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