Nicht entfernter Hundekot auf Fußwegen bleibt Dauerthema
Tretminen stinken Bürgern zum Himmel

Coesfeld. Es ist das leidige Dauerthema und ein Ärgernis für jeden Fußgänger oder Jogger: nicht entfernter Hundekot auf Gehwegen. Mit der Schneeschmelze traten die Tretminen wieder einmal stärker in den Fokus, denn die Hinterlassenschaft bestenfalls mit Schnee zuzuscharren, schien einigen Hundehaltern zu genügen. Und auch jetzt, da die Sträucher kurzgeschnitten werden, stechen die Haufen wieder deutlich hervor.

Samstag, 06.03.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2021, 06:03 Uhr
Hannah Gehrmann, Maja Holtgräve und Lynn Börnemann haben am Theater den Düker von Müll und Hundekot befreit. Tretminen finden sich auch oft an der Unterführung des Hengterings. Foto: az

Das Problem hat Tanja Hoefling schon häufiger beobachtet – zum Beispiel an der Unterführung auf dem Hengtering. „Die Kinder laufen dort alle her zur Schule“, sagt die Coesfelderin. Gerade die Kleineren achteten darauf nicht so sehr und könnten jetzt in der Coronakrise in der Grundschule nicht wie sonst ihre Hausschuhe anziehen. „Dann stinkt’s in der ganzen Klasse“, ärgert sich Hoefling. Doch auch auf einem Grünstreifen hinter dem Martin-Luther-Kindergarten fänden sich ständig Hundehaufen, wie die Erzieherin beobachtet hat. Sie nimmt dabei auch die Stadt in die Pflicht. „Mülleimer mit Kotbeutelspendern wie im Schlosspark gibt’s bei uns im Gebiet gar nicht“, moniert Hoefling. Sie fände es auch nicht schlecht, wenn das Ordnungsamt gelegentlich ein Auge darauf hätte. Statt Falschparkern Knöllchen zu erteilen, könnten schließlich auch Hundehalter, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, zur Kasse gebeten werden.

Die Stadt ärgert sich ebenfalls über dieses fehlende Pflichtbewusstsein. „Uns erreichen täglich Beschwerden aus der Bürgerschaft“, berichten Markus Wichtrup vom Baubetriebshof und Meike Gerdes aus dem Fachbereich Ordnung und Soziales. „Besonders ärgerlich ist es, wenn Spielplätze und Parkanlagen verunreinigt werden – oder die Spazierwege rund um die Baugebiete.“ Ein Verstoß gegen die Beseitigungspflicht könne übrigens mit einem Bußgeld geahndet werden, das bis zu 100 Euro betrage, informiert Gerdes. Und wer die Hinterlassenschaft entferne, werfe sie bitte in den nächsten Mülleimer. „Wir erleben immer wieder, dass die benutzten Tüten achtlos in Büsche und Hecken geworfen werden“, ärgert sich Wichtrup.

Mit Blick auf die Hundehalter prallen laut Stadtpressesprecherin Andrea Zirkel zwei Mentalitäten aufeinander. Während sich die meisten ihrer Pflicht bewusst seien, gäbe es jedoch auch andere: „Frauchen und Herrchen, die ihre Tiere frei laufen lassen oder denen es gleichgültig ist, wo sich ihr Vierbeiner absetzt“, bedauert Zirkel. Sie weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die Anleinpflicht hin, damit Radelnde oder Sporttreibende durch die freilaufenden Hunde nicht gestört werden. Denn in Park- und Grünanlagen, an Kinderspielplätzen, in Fußgängerzonen, bei Volksfesten und in öffentlichen Gebäuden, Schulen oder Kindergärten sind Hunde – egal wie groß – an der Leine zu führen. In einer Broschüre, die die Stadt bei der Anmeldung eines Hundes ausgibt, ist auch ein „Hunde-Knigge“ zu finden.

Derweil nehmen sogar Kinder das Problem buchstäblich selbst in die Hand. Hannah Gehrmann, Maja Holtgräve und Lynn Börnemann haben unter Coronaschutzbestimmungen den Düker – einen Bach, der in die Berkel mündet – am Theater von Müll und Hundehinterlassenschaften befreit. Sie hoffen, dass ihre Aktion Wirkung zeigt und lange anhält.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7853370?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker