Apotheker kritisiert Bürgermeisterin scharf
„Wir brauchen viel mehr Teststationen“

Coesfeld (ds). Neben dem DRK an der Bahnhofstraße bietet seit Dienstag auch die Laurentius-Apotheke am Overhagenweg Corona-Schnelltests an. Der Andrang sei riesig, berichtet Apotheker Dr. Stephan Barrmeyer auf AZ-Nachfrage – „in den ersten Tagen haben wir 120 Personen getestet“. Und 40 kämen wohl Samstag noch dazu, rechnet er vor. „Dass es nicht noch mehr sind, liegt an unseren Kapazitäten“, erklärt er. Die Teststation sei hauptsächlich „für das Laurentius-Quartier“ gedacht – die Testwilligen kämen aber aus der ganzen Stadt. „Das können wir gar nicht bewältigen.“ Man könne Termine nur im Internet buchen. „Trotzdem steht das Telefon nicht still“, sagt er. Teils würden die Mitarbeiter „richtig angegangen“, warum nicht mehr Zeitfenster angeboten würden. Er wolle die Kapazitäten, derzeit 20 Stunden pro Woche, peu a peu auch noch ausweiten. Den Frust der Leute könne er verstehen. „Die großen Versäumnisse liegen aber bei der Stadt“, klagt er. „Wir brauchen viel mehr Teststationen.“ Bürgermeisterin Eliza Diekmann hätte längst handeln müssen, wie es andere Städte auch getan hätten. „Sie ist eine Schönwetter-Bürgermeisterin, als Krisenmanagerin taugt sie wenig“, findet er harte Worte.

Samstag, 10.04.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2021, 06:02 Uhr
In einem Zelt führen Mitarbeiter der Laurentius-Apotheke die Tests durch. Der Andrang war in der ersten Woche sehr groß. Foto: Barrmeyer

Die Rathaus-Chefin will das so nicht stehen lassen. Sie arbeite in Sachen Testen ganz eng mit dem DRK zusammen, betont Diekmann. Auch dessen Vorstand Christoph Schlütermann sehe – von Spitzen wie zu Ostern abgesehen – zurzeit keinen zusätzlichen Bedarf. Es gebe in Coesfeld auch noch einige Arztpraxen und weitere Stellen, die testeten. Die wollten das aber auf ihre Klientel beschränkt wissen. „Wenn wir die alle veröffentlichen würden, hätten wir auch so eine lange Liste wie andere“, erläutert sie. Barrmeyer bewerbe sein Angebot – da dürfe er sich über Andrang nicht wundern. Diekmann setzt darauf, dass künftig verstärkt direkt in Unternehmen getestet wird: „Da erfassen wir dann einen Großteil der Menschen.“ Weitere Standorte für Teststationen, sollte der Bedarf steigen, habe sie – gemeinsam mit dem DRK – auch schon ins Auge gefasst. Sie appelliert: „Bei dem Thema sollten wir alle zusammenarbeiten, nicht gegeneinander.“

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