Buchhandlung Heuermann spendet Lektüre zum heutigen Welttag des Buches an über 1000 Kinder
Corona als Chance für Leseförderung

Coesfeld. Die rund 50 Tüten sind gepackt. Klassenweise hat Barbara Heuermann sie beschriftet und zum Großteil schon an die Schulen in Coesfeld und Umgebung ausgeliefert. Denn heute ist Welttag des Buches. „Letztes Jahr ist die Aktion aufgrund der Coronaschockstarre komplett ins Wasser gefallen“, bedauert Heuermann. Und auch wenn die Buchhändlerin gerne persönlich zu den Kindern gekommen wäre und sie in ihre Buchhandlung eingeladen hätte: „Wir freuen uns, dass die Aktion in diesem Jahr zumindest nicht ausfällt“, strahlt Heuermann – unübersehbar trotz Maske. Über 1000 Kinder der vierten und fünften Klassen können nun in die Detektivgeschichte „Biber Undercover“ von Rüdiger Bertram und Timo Grubing eintauchen.

Freitag, 23.04.2021, 11:02 Uhr
Rund 50 Tüten hat Barbara Heuermann von der gleichnamigen Buchhandlung bereits für über 1000 Kinder der vierten und fünften Klassen aus Coesfeld und Umgebung gepackt. Außerdem gibt es ein Preisrätsel, bei dem Kinder ein weiteres Buch gewinnen können. Foto: Florian Schütte

Die kindgerechte Lektüre spendet Heuermann den Schülern. „Wir haben uns die Leseförderung auf die Fahne geschrieben“, begründet Barbara Heuermann das regelmäßige Engagement. „Das ist die Grundvoraussetzung für einen guten Start ins Leben“, findet sie. Dabei könne Corona auch als Chance begriffen werden, den Jüngsten das Lesen näherzubringen. Denn wenn Kinder schon den ganzen Schultag lang vor Videokonferenzen und Aufgaben am PC sitzen, haben sie vielleicht nach der Schule nicht unbedingt Lust, auch noch Computerspiele zu spielen und greifen stattdessen eher zum Buch.

Den Welttag des Buches hat die Unesco 1995 eingeführt. Die Idee dahinter: Alle Menschen, ob jung oder alt, sollen lesen und schreiben können und einen Zugang zur Bildung haben. Dass an diesem Tag den Kindern ein Buch geschenkt wird, hängt mit der spanischen Tradition zusammen, an diesem Namenstag des heiligen Georgs etwas zu verschenken – besonders Rosen an die Damen oder eben Bücher an die Kinder.

Der Tag sei eine Möglichkeit, „Kindern, die sonst keine Buchhandlung besuchen“, das Medium näherzubringen, verweist Heuermann auf eine Studie, wonach nur rund zehn Prozent der Menschen freiwillig regelmäßig Buchhandlungen oder Bibliotheken besuchen. „Dabei lassen sich Kinder unserer Erfahrung nach sehr schnell fürs Lesen begeistern“, hat Heuermann beobachtet.

Abgerundet wird die Aktion durch ein Preisrätsel, das die Schüler in den Klassen durchführen können. Als Gewinn gibt es von Heuermann ein weiteres Buch. „Das suche ich dann individuell aus“, sagt die Buchhändlerin. „Bei Förderschulen kommen zum Beispiel Sachbücher gut an. Wichtig ist nur, dass es sowohl für Mädchen als auch für Jungen geeignet ist.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7931473?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker