Darup
Populisten durch Satirewolf gedreht

Darup. Wenn Hamburg, Stuttgart und Berlin auf einem Tourneeplan stehen, darf Darup natürlich nicht fehlen. Diesmal hatte die Kolpingsfamilie Darup – die bereits zum achten Mal Kabarett in den Saal Egbering holte – das Duo „Onkel Fisch“ unter Vertrag genommen. „Die Karten waren schneller als je zuvor vergriffen“, freute es Markus Lewerich, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Darup, mit Blick in den ausverkauften Saal. Keine Frage: Politik und Gesellschaft boten auch in 2018 genügend Themen, die die Experten im Kalenderrücklauf durch ihren Satirewolf drehen konnten.

Dienstag, 15.01.2019, 16:53 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 07:30 Uhr
Ausverkauftes Haus und Riesen-Applaus: „Onkel Fisch“ – (v.l.) Adrian Engels und Markus Riedinger – mit ihrem satirischen Kalender-Rückblick im Saal Egbering. Foto: Ulla Wolanewitz

WDR 2-Hörern ist dieses Duo nicht unbekannt. Dort liefern sie als „Zugabe pur“ den wöchentlichen Satire-Rückblick und nehmen dabei allerhand Kuriositäten aufs Korn. Kostprobe: Wieso wurde der Hambacher Forst aus Brandschutzgründen geräumt, wenn er hinterher sowieso abgeholzt und alles was da drunter liegt, verbrannt wird? Da geht’s doch immer nur um Kohle“.

Als kreative Wortschrauber nahmen Adrian Engels und Markus Riedinger natürlich kein Blatt vor den Mund. Erst recht nicht, wenn sie Populisten wie den „lebenden Haarsprayunfall Amerikas“ oder den „Pussygrabber mit Strohdach“ ins Visier nahmen. Vorsicht – so ihr Rat – sei geboten bei der neuen CDU-Bundesvorsitzenden AKK. „Der eine Familienname reimt sich auf Trump. Der andere trägt die Verbindung zur Automobilindustrie in sich“, kalauerte Markus Riedinger, der kleinere der beiden „Fisch-Onkels“, die ihrer Vita entsprechend in diesem Jahr – was ihre Zusammenarbeit anbelangt – „Silberne Hochzeit“ feiern dürften.

Während „die Oberkampfwurst“ Horst Seehofer eine Mischung aus Musikantenstadl und Walking Dead sei, fordere der „Weißwurst-Exorzist“ Söder nach den Kreuzen in allen Diensträumen, sicherlich bald auch Weihrauch für den Wartebereich und Wohnberechtigungs-Hostien.

Hochgradig amüsant inszenierten die zwei Humor-Experten die Augsburger Puppenkiste – mit Anspielung auf den nordkoreanischen Präsidenten – Kim roter Knopf und seine Reise zur Insel Kummerland. Egal, ob Westernhelden oder in der Simultanübersetzung: Die Jungs haben’s raus. Das Spektakulum um den Veranstaltungsort des Ed Sheeran Konzerts – Gelsenkirchen, Mülheim, Düsseldorf – verarbeiteten sie in einem entsprechenden Hip-Hop-Song.

Mit Blick in den Osten stellten die „Fische“ fest, dass es in Sachsen einen erhöhten Nachholbedarf an Geschichte gibt: „Die teilen da nicht das Brot, sondern die Gesellschaft. Mit Thilo-Sarrazin als Dirigent der Chemnitzer Arschgeigen!“. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen empfahlen sie die Teilnahme an der „Bachelorette“, damit sie testen kann, wer „von 20 Waffenhändlern der größte Knaller ist.“ Das inszenierte Merkel-Interview mit der Frage, was sie sich noch für ihre letzten Monate im Amt vorgenommen habe, ergab folgendes Ergebnis: „Mit Erdo noch ‘ne schöne Apfel-Shisha quarzen und Ponyreiten mit Wladimir, aber mit nacktem Oberkörper!“

Abschließend gab es nach dem „Literarischen Duett“ noch ein kleines Duell zwischen D’ArtangMacron und Kardinal Trumpelieu. Das bestens unterhaltene Publikum geizte dann auch nicht mit dem Applaus, was die Fische zur Zugabe herausforderte.

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