Darup
„Wir haben nicht nur Kunst entdeckt“

Darup. Darup offenbarte an diesem Wochenende nicht nur historisches Potenzial, sondern bot mit der 13. Daruper Landpartie auch eine Flut von Kunst und Kunsthandwerk von weit über 60 Künstlern an 18 Ausstellungsorten im Dorf. In der Kirche Ss. Fabian und Sebastian fesselte Peter Amadeus Schneider mit der Lesung aus den humorvollen Minutennovellen des ungarischen Dichters István Örkény, ergänzt durch Gesang seines A-Cappella-Chores und weitere Lesungen von Rudolf Badura.

Sonntag, 25.08.2019, 18:16 Uhr aktualisiert: 26.08.2019, 09:25 Uhr
Reinhard Tempelmann aus Gescher stellt seine Skulpturen aus Marmor aus. Foto: az

Wer wollte, der konnte sich mit der Kutsche von einem Ort zum anderen fahren lassen. Der Titel „Landpartie“, der von dem achtköpfigen Orga-Team vor 13 Jahren zum ersten Mal erfunden wurde, kann als Understatement einer Aktion gelten, die schon bei der Auswahl die Spreu vom Weizen trennt. Die Qualität des Angebots steht an erster Stelle sowie die Ablehnung einer Kommerzialisierung. Preise suchte der Besucher an den ausgestellten Kunstwerken deshalb vergeblich.

Sehr zufrieden äußerten sich Magdalena Thiele aus Telgte und Klaus Jahn aus Dülmen-Buldern. Beide haben schon öfter bei der Daruper Landpartie ausgestellt. „Mein Interesse liegt in meiner Malerei auf der Wahrnehmung des Betrachters“, so Thiele. Jahn hatte ursprünglich als Maler angefangen, schwenkte vor zwölf Jahren um zu Skulpturen aus Holz und Baumberger Sandstein. Auch Renate Lobbe mit ihren Skulpturen und Ursula Borchard mit ihren Pastellmalereien hatten fast von Anfang an an der Landpartie teilgenommen. Beide leben in Coesfeld. „Der Anspruch der Besucher an die Qualität ist gestiegen in diesen 13 Jahren“, so Borchard. Über besonderen Besuch konnte sich Annemarie Berlin aus Havixbeck freuen. Ulrike Leifert-Wagner war extra aus Münster gekommen, um die Fotografien von Berlin zu sehen. „Wir kennen uns seit 50 Jahren. Ich bin immer wieder fasziniert von der Vielfalt ihrer Fotografien“, freute sich Leifert-Wagner. Ihre Begleiterin Birgit Frese, ebenfalls aus Münster, hatte noch ein ganz anderes Lob parat: „Dass ein Ort wie Darup das mitmacht, spricht für den Ort und seine Bewohner.“ Hella und Hartmut Krebs waren zum ersten Mal in Darup. „Wir sind erst vor zwei Monaten nach Coesfeld gezogen. Wir haben nicht nur Kunst entdeckt, sondern auch die Geschichte des Dorfes und der Landwirtschaft“, so Hella Krebs. Damit bezogen sie sich auf die Remise Gehrmann, in der Barbara und Johann Bross, beide Mitglied des Orga-Teams, eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Hausschlachtungen in Darup aufgebaut hatten. „Da steckt ein Jahr Recherche drin. Wir haben viele Utensilien wie den Fleischwolf oder das Mikroskop zur Trichinen-Beschau von Darupern bekommen. 1972 haben die letzten Hausschlachtungen in Darup stattgefunden“, erklärte Johann Bross den Besuchern.

Rund 3500 Besucher, so schätzen die Organisatoren, haben an der Landpartie teilgenommen. „Wären es drei, vier Grad weniger gewesen, wären es sicherlich noch mehr gewesen“, sagt Marion Tibroni vom Orgateam. Es sei ein sehr kunstinteressiertes Publikum vor Ort gewesen. Aussteller und Organisatoren seien gut zufrieden. „Es war eine schöne Atmosphäre, eine gute Stimmung“, so Marion Tibroni. „Alles ist rund gelaufen.“ Das Orgateam freut sich schon auf das nächste Wochenende. Denn dann wird es mit dem Johann-Conrad-Schlaun-Preis ausgezeichnet. Und: Erste Anmeldungen für die nächste Landpartie, die am 8. und 9. August 2020 stattfindet, liegen schon vor.

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