Gescher
„Schön ist, was funktioniert“

Gescher. Die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren in Weimar und seine Stationen über Dessau bis zur erzwungenen Auflösung 1933 in Berlin beschäftigen bis heute Künstler, Sammler, Architekten, Designer. Wie sehr der Geist von damals noch heute in Einrichtungshäusern und in den Ateliers junger Künstler weht, belegt die Ausstellung „bauhausnowhaus“ in der Kunsthalle Hense. Am Sonntag wurde sie unter großem Interesse der Besucher eröffnet.

Montag, 04.03.2019, 20:46 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 08:40 Uhr
Die Ausstellung „bauhausnowhaus“ wurde am Sonntag im Beisein zahlreicher Besucher in der Kunsthalle Hense eröffnet. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Kunsthallenbetreiber Frank Hense sah in seinem Grußwort das innovative Element des Bauhauses darin, alle künstlerischen Disziplinen zur Einheit zusammenzuführen. „Schön ist, was funktioniert“, nannte Hense eine der wesentlichen Neuerungen des Bauhauses. Diesen Weg verfolgte Hense mit den ausgestellten Exponaten und seinen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft konsequent bis in die Gegenwart. Kunst und Produktdesign führte er zusammen. Auch Werke des Borghorster Bauhauskünstlers Heinrich Neuy (1911-2003) sind zu sehen. Sie konnten aus dem HeinrichNeuyBauhaus-Museum in Steinfurt-Borghorst ausgeliehen werden.

„Die Ausstellung bringt dem Betrachter die Geschichte und das besondere Design näher und demonstriert die Weiterentwicklung von Bauhaus Möbeln nach heutigen Bedürfnissen. Die Exponate der Kunsthalle Hense aus Malerei und Fotografie flankieren die Originalmöbel nicht nur, sondern akzentuieren die charakteristischen Bauhaus Merkmale auf besondere Art“, fasste Martin Siepmann, Geschäftsführer und Inhaber der Einrichtungshäuser Hüls aus Schwelm und einer der Kooperationspartner der Ausstellung, die Wirkung dieser Schau zusammen.

Jutta Meyer zu Riemsloh, Leiterin des Kunstvereins Münsterland Coesfeld, ergänzte die kunsthistorischen Aspekte der besonderen Wechselwirkung zwischen Kunst und Design seit der Gründung des Bauhauses.

Die berühmten Freischwingerstühle von Marcel Breuer, die Kinderwiege in den De-Stijl-Farben à la Piet Mondrian und den geometrischen Grundformen des Bauhauses füllen den unteren Raum zwischen den modernen Kunstwerken des Malers der Leipziger Schule Titus Schade, Thomas Ruff, Sol LeWitt, Damian Hirst oder des letzten Bauhaus-Schülers Heinrich Neuy aus Borghorst.

Neuy entwarf ganze Einrichtungen selbst und baute sie sogar nach, ganz im Sinne des funktionalen und praktibalen Bauhaus-Stils, der für jedermann erschwinglich sein sollte. Ein wenig vermittelte sich dem Besucher das Gefühl, er bewege sich in einem modernen Einrichtungshaus voller Repliken à la Bauhaus.

Die Ausstellung ist bis zum 19. Mai zu sehen. Öffnungszeiten sonntags 14 bis 18 Uhr

- | www.hense.art

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