Menschenmenge zieht mit bunten Laternen durch die Innenstadt
Nikolaus ist stolz auf Gescheraner

Gescher. Joscha (4) staunt: So einen großen Menschenauflauf für den Nikolaus kennt er in seiner Heimatstadt Achim in Niedersachsen nicht. In Gescher ist er mit seiner Oma bei Familie Anneken zu Besuch und freut sich, dass er sogar beim Nikolaus auf den Arm darf. Keine Angst? „Nö“, grinst der junge Mann. Wenige Minuten später sitzen Nikolaus und Knecht Ruprecht wieder in ihrer schmucken Kutsche und führen den großen Umzug durch die Innenstadt an. Taktgeber ist das Jugendorchester des Musikzuges: „Lasst uns froh und munter sein“ und „Laterne, Laterne“, tönt es in den Abendhimmel. Ziel ist der von der Feuerwehr ausgeleuchtete Pankratius-Schulhof, wo der Nikolaus seine Ansprache hält.

Freitag, 06.12.2019, 10:56 Uhr
Eine große Menschenmenge erwartete Nikolaus und Knecht Ruprecht gestern Abend zum Start des Umzuges an der Hofstraße. Bereitwillig ließ sich Joscha (4) auf den Arm nehmen, während der kleine Chris den Nikolausstab halten durfte. Fotos: Jürgen Schroer Foto: az

„Ich bin sehr stolz auf euch, weil ihr seit nunmehr 14 Jahren für ein Patenkind im Senegal sammelt“, lobte der Nikolaus die Gescheraner. Seit 2014 sei der inzwischen 13-jährige Ndiana Faye unterstützt worden, der nun eine staatliche Schule besuche. Jetzt werde mit den Spenden aus Gescher ein neues Patenkind unterstützt: „Es ist die 7-jährige Yandé Sené, die mit ihren sechs Geschwistern in einem kleinen Dorf im Senegal in Afrika lebt“, erzählte Nikolaus. Mit dem Geld könne das Mädchen nun die Schule besuchen und habe die große Chance, durch Bildung und Wissen einen guten Beruf zu erlernen. Im Vorjahr hätten die Gescheraner 384,85 Euro gespendet. Davon seien der Schulbesuch des Patenkindes, Nahrungsmittel und Kleidung für die Familie sowie Buntstifte und Malblöcke für die Schulklasse bezahlt worden. „Jeder Cent ist wichtig und kommt dort komplett an“, versprach Nikolaus. Erfreulicherweiseklingelten die Sammeldosen wieder, als der heilige Mann zusammen mit Knecht Ruprecht durch die Reihen der Umzugsteilnehmer ging.

Gesungen wurde natürlich auch: „Lasst uns froh und munter sein“, stimmte der Mann im roten Mantel an und freute sich, dass die große Menge auf dem Schulhof sofort mitmachte. Und dass sich wieder einige Kinder trauten, spontan Verse und Liedzeilen vorzutragen, versteht sich von selbst. Und wenn mal jemand kurz stockte, kein Problem: „Ich muss mir auch immer alles aufschreiben“, sagte Nikolaus und hielt sein goldenes Buch in die Luft.

Letzter Höhepunkt war die Ausgabe der Stutenkerle. Helfer von Jugendrotkreuz und DRK hatten alle Hände voll zu tun, um über 1000 Backwerke zu verteilen. Lea (5) biss direkt hinein: „Mmh, lecker“, strahlte die Kleine.

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