Bürgermeister fordert beim Neujahrsempfang mehr Sachlichkeit in Debatten
Hoffnung auf „Goldene Zwanziger“

Gescher. Für „mehr Sachlichkeit in unseren Debatten und für mehr und bessere Argumente“, gerade in einem Jahr der Kommunalwahl, warb Bürgermeister Thomas Kerkhoff in seiner gestrigen Neujahrsrede. „Gehen Sie doch bei Ihrer nächsten Diskussion, egal ob beruflich oder privat, mal mit der Haltung vor, dass auch ihr Gegenüber recht haben könnte“, gab der Verwaltungschef – letztmalig Gastgeber des städtischen Neujahrsempfanges – seinen Zuhörern mit auf den Weg. Dabei freute er sich, unter den rund 40 Teilnehmern auch die designierten Bürgermeisterkandidaten Karin Ostendorff (CDU) und Klaus Schonnebeck (SPD) in dieser Runde begrüßen zu können.

Freitag, 03.01.2020, 17:14 Uhr
Freuen sich auf ein ereignisreiches Jahr 2020 (v.l.): Altbürgermeister Hubert Effkemann, Beigeordnete Kerstin Uphues, Bürgermeister Thomas Kerkhoff, Kämmerer Christian Hübers, Altbürgermeister Hermann Horstick und die Bürgermeisterkandidaten Karin Ostendorff und Klaus Schonnebeck. Foto: az

Zwei Stunden vor Beginn des Neujahrskonzertes der „musik:landschaft westfalen“ rief Kerkhoff allen Gästen nach Münsterländer Sitte ein „Glückselig’s nij Joar!“ zu. Nach der Zeit der „ersten Male“ nach der Wahl zum Bürgermeister in Gescher habe für ihn, der am 31. Oktober 2020 hier seinen letzten Arbeitstag haben wird, die Zeit der „letzten Male“ begonnen. Dazu zähle auch dieser Neujahrsempfang. Er hoffe, dass diese kleine Tradition fortgesetzt werde.

Mit Blick auf das Kommunalwahljahr 2020 freute sich Kerkhoff, dass es mindestens zwei Bewerber um das Bürgermeisteramt gebe. „Ich wünsche Ihnen beiden für die Zeit des Wahlkampfes und der inhaltlichen Auseinandersetzung viel Kraft und Ausdauer.“ Wer so eine Zeit einmal durchlebt habe, wisse, dass man beides brauche. Gleichzeitig wünschte Kerkhoff der Stadt Gescher für 2020, dass im Rat „keine Kräfte von ganz rechts oder ganz links Sitz und Stimme erlangen“. Und bei allem Frust über einzelne Themen: Stiller Protest über das Fernbleiben von der Wahl oder das Kreuz an der falschen Stelle seien „nicht die intelligenteste Form, seine Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen“. Die Demokratie sei ein hohes Gut, das es stets zu verteidigen gelte.

Im zweiten Teil seiner Rede schlug Kerkhoff den Bogen von den „goldenen Zwanzigern“ des letzten Jahrhunderts bis zu den medialen Aufgeregtheiten der Gegenwart. „Es sind nicht die Herausforderungen wie der Klimawandel oder der Kampf gegen rechte beziehungsweise nationalistische Tendenzen, die mir Sorgen machen. Mir machen unser Umgang mit den Themen, unsere Medienlandschaft, unsere Debattenkultur und unser Umgang miteinander Sorgen“, so der Bürgermeister. Ein Beispiel dafür sei die Ideologisierung der Klimaschutzdebatte. Von den Medien forderte Kerkhoff, wieder mehr Fakten und Informationen zu liefern und weniger Meinung zu produzieren. Kerkhoffs Blick in die Zukunft fiel dennoch optimistisch aus: Wenn alle gemeinsam daran arbeiteten, könnten 2020 und auch die folgenden Jahre wieder „goldene Jahre“ werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7168829?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Wenn der Winterdienst flach fällt
Der Bedarf an Streusalz ist derzeit begrenzt. Erst fünf Winterdiensteinsätze hat es im Dezember und Januar gegeben.
Nachrichten-Ticker