Theatergruppe des Vereins „Große Freiheit“ lädt Jugendliche zum Workshop ein
Kreativ und präventiv unterwegs

Gescher. Kreativ und präventiv unterwegs ist der Verein „Große Freiheit“, der sich Kindern von suchtkranken Eltern widmet. Gründer Günter Döker hatte die Idee, eine Theatergruppe von Kindern für Kinder ins Leben zu rufen.

Dienstag, 04.02.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 14:46 Uhr
Eine Szene aus dem Theaterstück „Machtlos“, das trotz des Titels am Ende versöhnlich stimmt, weil es Perspektiven für Kinder aus Suchtfamilien aufzeigt. Foto: az

Eine Gruppe von Jugendlichen hat sich zusammengefunden. Mit der Hilfe einer Theaterpädagogin haben die jungen Schauspieler das einstündige Stück „Machtlos“ mit Text, Musik und ganz viel Leben gefüllt. Es handelt von zwei Familien, in dem jeweils ein Elternteil suchtkrank ist, und wie die Kinder mit dieser Situation umgehen. Bis heute hat es 36 Aufführungen gegeben, mit denen die Theatergruppe etwa 7000 Menschen in ganz Deutschland erreicht hat.

„Machtlos ist nicht einfach nur ein regionales Projekt, sondern wird über die Heimat hinaus angefragt“, erläutert Günter Döker. Im Oktober 2019 ging es für zwei Tage ins baden-württembergische Freiburg. Dort gab es neben zwei Aufführungen auch noch ein Rahmenprogramm für die Schauspieler und Helfer. Solche kleinen Tourneen sind meistens einmal im Jahr.

Ann-Christin Honrath, Darstellerin und Mitarbeiterin des Vereins, kommentiert dazu: „Diese Tourneen sind wie eine Klassenfahrt, nur kostenlos und mit viel Spaß verbunden. Die Auftritte sind aufregend, weil man nie sicher sein, kann, ob alles so läuft, wie es einstudiert war. Doch wenn das Stück zu Ende ist, wird man mit viel Applaus belohnt. Dafür nimmt man dann auch gerne das Lampenfieber vorher in Kauf.“

Auch das vom Veranstalter gebotene Rahmenprogramm sei spaßig und oftmals auch lehrreich. Die jungen Schauspieler hätten nicht nur jede Menge Freude daran, gemeinsam das Theaterstück einzuüben und aufzuführen, sondern könnten sich auch als Botschafter verstehen, wie Günter Döker betont. Sie würden dafür sorgen, dass das Thema Sucht in der Familie und Auswirkungen auf die Kindern nicht unter den Teppich gekehrt würde, sondern an die Oberfläche komme – auf spielerische und künstlerische Art. Denn Aufklärung sei sehr wichtig, damit Kinder aus Suchtfamilien gestärkt würden.

Rund drei Millionen Kinder leben mit mindestens einem suchterkrankten Elternteil, wie Döker mitteilt. Wie belastend diese Situation für Kinder sein müsse, sei nur schwer vorstellbar. Oftmals würden diese Kinder kein Gehör in der Gesellschaft finden.

Mit der Theatergruppe möchte er diesen Kindern eine Stimme geben und gleichzeitig auf die Gefahren der Sucht aufmerksam machen. „Mit erhobenem Zeigefinger und Belehrungen bekommt man nur schwer die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen“, weiß Günter Döker. Neben den Touren bietet der Verein auch Theaterworkshops an, um den Nachwuchs aufzubauen. Auch in diesem Jahr steht ein Workshop auf dem Kalender. Dieser findet am 15. und 16. Februar in der alten Trampolinhalle der Stiftung Haus Hall in Gescher statt. Alle Jugendlichen ab 13 Jahren sind dazu willkommen.

Das Programm sieht vor: Am Samstag (15. 2.) von 13 bis 16 Uhr lernen sich die Teilnehmer untereinander kennen, entwerfen Minidramen, schreiben und gestalten. Am Sonntag (16. 2.) üben sie das Theaterstück von 13 bis 15 Uhr ein. Um 15 Uhr beginnt die Aufführung, zu der Eltern, Freunden und weitere Interessenten als Zuschauer willkommen sind.

Anmeldungen nimmt Günter Döker, Prozessionsweg 12 in Gescher, telefonisch unter der Rufnummer 02542/878860 oder per Mail – Homepage über den QR-Code oder www.grosse-freiheit-gescher.de – entgegen.

Für alle, die nach den Workshops Lust auf mehr haben, bietet der Verein „Große Freiheit“ ein anschließendes Casting für die sogenannte „Next Generation Theatergruppe 2.0“ an, mit der der Verein künftig deutschlandweit auf Tour gehen möchte.

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