Gastronomische Betriebe dürfen Gäste wieder willkommen heißen
Ohne Angst ins Lokal einkehren

Gescher. Nach wochenlangem Verzicht können auch die Glockenstädter und Tagestouristen ab heute wieder das gastronomische Angebot nutzen. Doch die Gäste können keinen „Normalbetrieb“ erwarten.

Montag, 11.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 06:02 Uhr
Foto: az

Sie müssen sich darauf einlassen, in der Gaststätte oder im Restaurant ihren Namen und ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Außerdem gibt es genaue Abstandsregelungen und ein von den Betrieben erarbeitetes und überprüftes Hygienekonzept, das sie befolgen müssen.

Hubertus Grimmelt vom Hotel zur Krone hofft darauf, dass die Gäste ohne Angst wieder in ihre Lieblingslokale zurückkehren. Der Gastwirt selbst hat sich dafür entschieden, noch nicht direkt heute neu zu eröffnen, sondern erst im Laufe dieser Woche. Zunächst möchte er auf der sicheren Seite sein und genau abklären, welche Regelungen einzuhalten und wie die Schutzvorkehrungen im Einzelnen umzusetzen sind.

„Dass wir nicht 200 Personen gleichzeitig bewirten können, ist natürlich klar“, sagt er. Aber er möchte es wieder möglich machen, dass im Rahmen eines Trauerkaffees zumindest 80 Gäste gleichzeitig in seinem Lokal beisammen sein können. Das wäre auch wichtig für die Menschen, die einen lieben Angehörigen zu Grabe getragen haben und danach mit allen Trauernden nochmal zusammenkommen möchten, erläutert Grimmelt. „Natürlich auf Abstand und in kleinen Tischgruppen“, ergänzt er.

Mit Blick auf 2020 betont Hubertus Grimmelt: „Wir haben das ganze Jahr abgeschrieben.“ Denn das Hauptgeschäft, zu dem auch die Bewirtung von Hochzeitsgesellschaften gehöre, sei angesichts der Corona-Schutzverordnung und der damit verbundenen Schließung der Gastronomie-Betriebe komplett ausgefallen.

Den Hotelbetrieb hatte Grimmelt in den vergangenen Wochen in begrenztem Maße fortführen können. So hätten ein paar Geschäftsleute oder Monteure Übernachtungen buchen dürfen. „Mir sind 75 Prozent meiner Einnahmequellen weggebrochen“, sagt Hubertus Grimmelt. Das könne er binnen Jahresfrist nicht mehr aufholen. „Das ist wie eine Blume, die nur einmal blüht“, kommentiert der Gastwirt. Die Hälfte seines Personals, das aus 20 festangestellten Kräften und 65 Aushilfskräften besteht, sei in Kurzarbeit. „Und das wird auch bis August so bleiben“, sagt Grimmelt und ergänzt: „Wir stehen in der Pflicht gegenüber unseren Mitarbeitern.“

Hubertus Grimmelt hofft auf einen schönen Sommer, damit er die Gäste vor allem auch draußen bewirten könne. „Ich glaube, dass die Gäste ein besseres Gefühl haben, wenn sie ihre Speisen und Getränke unter freiem Himmel genießen“, erläutert der Gastwirt im Hinblick auf die Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus, die manche Gäste bestimmt noch hätten.

Buffet-Angebote mit offenen Lebensmitteln bleiben allerdings weiterhin nicht zulässig, wie die Landesregierung verfügt hat. Seinen Hotelbetrieb kann Grimmelt für Touristen am 21. Mai (Christi Himmelfahrt) wieder aufnehmen, natürlich ebenfalls mit strengen Auflagen und Kontaktbeschränkungen.

Das gilt auch fürs Hotel Tenbrock und fürs Domhotel. Mechthild Lammerding vom Domhotel sagt deutlich, dass es in der jüngsten Vergangenheit zwar noch einige Geschäftsleute gegeben habe, die Zimmer gebucht hätten, aber dass die Touristen massiv gefehlt hätten. Sie hofft darauf, dass die Menschen einen großen Nachholbedarf haben und auch mit dem Fahrrad wieder die Glockenstadt für einen Kurzurlaub ansteuern werden.

Gastronom Skender Hadraj, Inhaber des Ristorante Gallo und der Pizzeria Ciao Ciao wird ab Dienstag seine Gäste in beiden Lokalen wieder vor Ort bedienen.

Pizza und Pasta konnten die Kunden bereits in den vergangenen zwei Wochen am „Ciao Ciao“ abholen. Hadraj kommentiert dazu: „Unsere Kunden haben uns in dieser Zeit unglaublich viel Motivation gegeben.“

Im Ristorante Gallo werden ab Dienstag nur 30 der 70 verfügbaren Plätze besetzt werden können. „Falls diese nicht ausreichen sollten, weichen wir auf das benachbarte Lokal von IL Gallo aus“, sagt Hadraj, der seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste. „Das wird vorerst auch so bleiben, denn die laufenden Kosten bleiben bestehen“, sagt der Gastwirt.

Er habe großes Vertrauen in die Politik, vor allem in die Bundeskanzlerin. „Sie handelt sehr umsichtig“, sagt Skender Hadraj. Ihm sei ebenfalls daran gelegen, dass alle gesund bleiben: Gäste und Mitarbeiter. Er vertraut auf das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. Jetzt komme es darauf an, der Angst und Ungewissheit mutig entgegenzutreten.

Der Gastronomie-Branche wird es in die Karten spielen, dass die touristische Nutzung und der Aufenthalt in Ferienwohnungen und -häusern sowie auf Campingplätzen mit Kontaktbeschränkungen wieder möglich ist. Ab Pfingsten (30. Mai) sollen auch Thermen und Schwimmbäder sowie Wellness-Einrichtungen unter passgenauen Infektionsschutzkonzepten wieder öffnen.

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