Rat entscheidet über Freibad-Öffnung mit Einschränkungen und Neuanschaffungen
Diese Badesaison wird „anders“

Gescher. Die Freibadsaison 2020 wird „anders“. Voraussichtlich ab dem 2. Juni wird das Bad unter Berücksichtigung eines umfangreichen Infektionsschutz- und Zugangskonzeptes geöffnet, sofern die Politik dies will. Demnach werden zum Start – bei einem zweistündigen Aufenthalt – maximal 90 Personen eingelassen, von denen nur 30 zeitgleich im Wasser sein dürfen. Jahreskarten gibt es nicht, stattdessen gilt ein Sondertarif von einem Euro für Kinder und Jugendliche und zwei Euro für Erwachsene. Mit den Rahmenbedingungen eines Freibadbetriebes in Pandemiezeiten und möglichen Anschaffungen (Sonnenschutzsegel, Liegestühle) befasst sich am kommenden Mittwoch (27. 5.) der Rat. Alternativ, so die Verwaltung, könnte 2020 ganz auf eine Öffnung des Freibades verzichtet werden. Dieses Szenario sei „nicht abwegig“.

Montag, 25.05.2020, 06:02 Uhr
Ähnlich schöne Bilder zur Freibaderöffnung wird es 2020 nicht geben: Unter Corona-Bedingungen ist nur ein erheblich eingeschränkter Badebetrieb möglich. Foto: Archiv

In keinem Fall werde es in diesem Sommer Schwimmunterricht, Schwimmkurse, Events oder Sport auf der Liegewiese geben. „Für eine Öffnung in diesem Jahr muss ein erheblicher Aufwand betrieben und eine Reihe von Vorgaben so umgesetzt werden, dass das Infektions- und Haftungsrisiko minimal bleibt“, erläutert die Verwaltung. Das mit dem Gesundheitsamt Borken abgestimmte Schutzkonzept sieht vor, dass sich Besucher am Vortag über die Homepage der Stadt für ein zweistündiges Zeitfenster anmelden. Dabei müssen sie Kontaktdaten (Adresse, Telefon, E-Mail) hinterlassen. Die Eintrittskarten werden nur über den Kassenautomaten verkauft. Erster Einlass ist von 6 Uhr bis 7.45 Uhr, alle Nutzer verlassen das Bad bis 8.15 Uhr, danach wird es für die Reinigung und Desinfektion geschlossen. Um 9 Uhr ist der nächste Einlass. So lassen sich bis 20 Uhr fünf Zeitfenster realisieren, die bis zu 450 Besucher erlauben. Samstags und sonntags wird der Rhythmus auf 7 bis 21 Uhr verschoben. Montags und donnerstags soll das Bad erst um 12 Uhr öffnen.

Umkleiden und Duschen im Freibadgebäude sind laut Konzept gesperrt. Der Zugang zu den Toiletten ist nur mit Mund-Nasen-Maske erlaubt. Auf der Liegewiese ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Vor dem Sprung ins kühle Nass müssen Badegäste ein Armband anlegen, das sie nach dem Schwimmen wieder abgeben – so wird die Zahl der im Becken befindlichen Personen kontrolliert. Sollte das alles funktionieren, könnten die zulässigen Besucherzahlen zu einem späteren Zeitpunkt erhöht werden: von 90 auf 210 im Freibad insgesamt, von 30 auf maximal 70 in den Becken. Am Zaun zum Sportplatz sollen für Männer und Frauen jeweils getrennte Sichtschutzbereiche zum Umziehen eingerichtet werden.

Die Durchführung einer Badesaison unter diesen Bedingungen ist für die Stadt Gescher mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Sie werden laut Vorlage mit rund 50 000 Euro zusätzlich veranschlagt. Alternativ könnte auf eine Öffnung des Freibades verzichtet werden. Das würde unter dem Strich eine Einsparung von rund 109 000 Euro bedeuten.

Neben diesem Hauptthema befasst sich der Rat mit möglichen Anschaffungen, die das Freibad attraktiver machen sollen. Wie berichtet, sind im Haushalt 2020 jeweils 5000 Euro für den Kauf eines Sonnenschutzsegels und von Liegestühlen vorgesehen. Als Lösung für die Beschattung des Wasserspielgartens schlägt die Verwaltung ein trapezförmiges Segel vor, das an vier Edelstahlpfosten mit variabler Aufhängung montiert wird. Außerdem könnten 16 stapelbare und mit einem Pfandsystem versehene Liegen angeschafft werden.

Gibt der Rat grünes Licht, soll beides im Laufe dieser Saison realisiert werden.

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