Stroetmann stellt Pläne für Nahversorgungsstandort mit Edeka und Aldi vor
„Magnet für die Innenstadt sein“

Gescher (js/pd). In vielleicht drei Jahren könnte der Lebensmitteleinkauf in Gescher eine ganz andere Qualität haben als heute. „Wir wollen einen Magneten für die Innenstadt schaffen“, kündigte Max Stroetmann, Geschäftsführer der gleichnamigen L. Stroetmann-Unternehmensgruppe aus Münster, im Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung an. Zusammen mit Architekt Peter Bastian stellte er die Pläne für einen Nahversorgungsstandort mit Edeka und Aldi am südlichen Innenstadteingang – zwischen Pankratiusstraße und Rottkamp – vor. Die Politik brachte die erforderlichen Planverfahren einstimmig auf den Weg, will aber gleichzeitig die Verträglichkeit des Vorhabens durch eine Fortschreibung des sechs Jahre alten Einzelhandelskonzeptes prüfen lassen.

Donnerstag, 28.05.2020, 06:06 Uhr
Blick vom südlichen Ende der Hauskampstraße auf das geplante E-Center: So stellen sich die Investoren den künftigen Markt mit der Längsseite zur Pankratiusstraße vor. Foto: az

Pläne, Ansichten und eine Animation vermittelten Ausschuss und Zuschauern, wie sich Gescher an einer markanten Stelle weiterentwickeln soll. Ankerprojekt ist das E-Center entlang der Pankratiusstraße. „Eine große Frischeabteilung, regionale Produkte, Biosortiment – wir wollen in Gescher modernen Lebensmitteleinzelhandel realisieren, wie ihn Kunden erwarten“, sagte Stroetmann. Seit 2013 planen die Münsteraner das neue Areal. Der Edeka-Markt ist mit einer Verkaufsfläche von 2700 Quadratmetern konzipiert, der bereits ansässige Aldi-Markt soll auf einer Verkaufsflächengröße von etwa 1250 Quadratmetern neu gebaut und zur Innenstadt geöffnet werden. Außerdem werden am Rottkamp drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt ungefähr 30 Wohneinheiten entstehen – eines davon als Ersatzbau für das Geno-Objekt an der Bahnhofstraße, das abgerissen wird.

Großen Wert legt der Bauherr auf eine nachhaltige Konzeption. So werden die Dachflächen der beiden Lebensmittelmärkte mit einer extensiven Dachbegrünung versehen. In den Märkten wird zudem auf eine konventionelle Heizungsanlage verzichtet und auf Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen gesetzt. Neben 210 Pkw-Stellplätzen werden künftig etwa 130 Fahrradstellplätze angeboten (auch für Lastenfahrräder).

Als Architekten wurden im Rahmen eines Qualifizierungsverfahrens Peter Bastian Architekten BDA aus Münster gewonnen, die in Gescher durch die Entwicklung des Marien-Quartiers bekannt sind. „Wir schaffen ein ruhiges Ensemble, das aus zwei kubischen Baukörpern unterschiedlicher Größe und Höhe besteht“, erläuterte Bastian während der Präsentation. Beide Märkte erhielten ein großzügig verglastes Entrée und verdeutlichten so die Öffnung der Märkte zur Innenstadt.

Größer als alle bisher in Gescher vorhandenen Lebensmittler wird der geplante Edeka-Markt sein. Und damit Kunden in die Innenstadt locken oder in der City halten, sagte Stroetmann. „Die Menschen erwarten so ein Angebot. Wo es fehlt, weichen die Kunden aus“, so der Unternehmer. Bereits heute verzeichneten die E-Center in Stadtlohn und Coesfeld viele Kunden aus Gescher. Es gelte, diese Kaufkraft im Ort zu halten. Stroetmann: „Alle Handelsexperten sind sich einig. Zeitgemäße Lebensmittler sind die besten Frequenzbringer für die Innenstädte – fast die einzigen heutzutage“. Das knapp 18 000 Quadratmeter große Gesamtareal am südlichen Innenstadteingang sei ideal, um einen solchen Frequenzbringer in Gescher zu realisieren.

Aus dem Ausschuss gab es viel Lob für das Konzept, aber auch Fragen und Hinweise. Dominikus Bartusch (CDU) verwies darauf, dass die Auswirkungen eines solch großen Marktes auf den Lebensmitteleinzelhandel in Gescher insgesamt zu prüfen seien. Das soll per Fortschreibung des bestehenden Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes geschehen. Stephan Pierk (Grüne) wertete den Standort als richtig, hinterfragte aber die Größe des Marktes und die verkehrliche Situation mit Anlieferung im Kurvenbereich Pankratius-/Fabrikstraße. Hier kündigte Stroetmann ein Verkehrsgutachten an und verwies darauf, dass die Anlieferung mit ein oder zwei Lkw am frühen Morgen erfolge – da entstehe „kein großer Lkw-Verkehr“. Rita Hölker (SPD) zeigte sich skeptisch, ob die Häuser am Rottkamp 3-geschossig werden müssen und hielt Rücksprache mit den Anliegern für angezeigt. Insgesamt fiel die Bewertung des Projektes aber positiv aus, sodass der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan „Pankratiusstraße-Rottkamp“ einstimmig gefasst wurde. Sämtliche Planungskosten muss der Investor übernehmen.

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