Wegen Corona Sonderkonditionen zum Start/ Alte Gescher Card hat ausgedient
Digitales Gutschein-System geplant

Gescher. Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie soll die Stadt Gescher lokale Wirtschafts- und Gastronomiebetriebe unterstützen. Darauf hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung verständigt. Das soll einerseits dadurch geschehen, dass den Gastronomen mehr Flächen für die Außengastronomie zur Verfügung gestellt werden. Andererseits soll über die Stadtmarketing GmbH ein digitales Gutscheinsystem eingeführt werden. Dafür stellt die Stadt außerplanmäßig einen Betrag von 100 000 Euro zur Verfügung.

Dienstag, 30.06.2020, 06:02 Uhr
So wie Ahaus und Stadtlohn soll auch Gescher bald einen digitalen Einkaufsgutschein haben. Foto: az

Ein privat eingebrachter Geldbetrag wird mit dem Gutschein bis zu einem Betrag von hundert Euro mit 25 Prozent unterstützt, sodass bei einem Volumen von maximal 100 000 Euro bis zu 400 000 Euro an Umsatzvolumen generiert werden könnten. Der Gutschein ist in der Zeit bis zum 30. September 2020 in Verkaufsstellen in Gescher zu erwerben und bis zum 31. Dezember 2020 in den teilnehmenden Geschäften einzulösen. Danach verfällt zumindest der geförderte Teil des Gutscheins.

Jana Ay, seit März dieses Jahres Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH, erläuterte den Ratsmitgliedern in der Sitzung die Details zum neuen digitalen Gutscheinsystem, dem 15 von 27 Ratsmitgliedern zustimmten.

Jana Ay wies auf die Vorteile des digitalen Gutscheins – vor allem im Vergleich zur bestehenden Gescher Card – hin. Der neue digitale Gutschein könne in Teilbeträgen eingelöst werden. „Außerdem ist er komplett gebührenfrei für Käufer und Händler“, betonte die Geschäftsführerin. Als sie ihr Amt beim Stadtmarketing angetreten habe, sei sie „erschrocken“ gewesen, wie „kompliziert“ die Gescher Card funktioniere. Mit dem digitalen Gutschein, der in diesem Jahr noch unter besonderen Konditionen als Sondergutschein ausgegeben werde, werde die Kaufkraft in Gescher gestärkt und gebunden. Stadtlohn und Ahaus seien leuchtende Beispiele dafür, dass das neue System sehr gut angenommen werde.

Bürgermeister Thomas Kerkhoff betonte, dass es letztlich darum gehe, die Umsätze lokal zu halten. Die Händler müssten davon überzeugt werden, dass der Gegener nicht der Mitbewerber im Nachbarort, sondern das Internet sei. „Wir sollten jetzt mit den Sondergutscheinen einen Anreiz, einen Bonus geben“, sagte Kerkhoff. Ins Gutscheinsystem sollten nur lokale Händler und keine Filialisten aufgenommen werden. Pro Person werde die Höhe des Gutscheinwertes auf hundert Euro begrenzt.

Bevor der Stadtrat zu der Entscheidung über die Sondergutschein-Regelung gelangte, kam es zu einer lebhaften Diskussion, die sich schließlich im Abstimmungsergebnis widerspiegelte.

Johannes Schneider (SPD) meinte: „Ich finde das alles total spannend, aber mit Corona-Hilfe hat das nichts zu tun.“ Er fragte sich, wozu eine Begrenzung des Betrages sinnvoll sei und wie man diese kontrollieren wolle. Seine Fraktionskollegen Marc Jaciorski und Rita Hölker bezeichneten den CDU-Antrag, der dem Gutschein-System zugrunde liegt, als „Wahlkampf-Antrag“. Werner Bönning (UWG) zweifelte an, dass das neue System gerecht sei. Ihm fehle außerdem das Votum der Geschäftsleute. Das bemängelte auch Thomas Haveresch (FDP). Wolfgang Brüggestrath (Grüne) warnte davor, jetzt die digitale Gescher Card zu Sonderkonditionen einzuführen. Später gebe es andere Bedingungen; und das würde seiner Meinung nach zu Irritationen führen. Egbert Kock (CDU) verteidigte den Antrag mit den Worten: „Wir brauchen Mut, eine Entscheidung und jetzt Hilfe. Das neue digitale Gutschein-System ist ein Sprung nach vorne.“

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