Grünanlage im Herzen der Stadt soll aufgewertet werden
In kleinen Schritten zum Wunschpark

Gescher. Als hervorragendes bürgerschaftliches Engagement haben die Mitglieder des Ausschusses für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt die Pläne der Interessengemeinschaft (IG) für den Stadtpark gelobt. Dennoch machte Bürgermeister Thomas Kerkhoff deutlich, dass die Stadt der IG bei einem Ortstermin „Wasser in den Wein gießen musste“.

Mittwoch, 01.07.2020, 06:02 Uhr
Die Interessengemeinschaft wünscht sich, dass der Aufenthaltscharakter des vernachlässigten Stadtparks in der Zukunft deutlich erhöht wird. Das kaum nutzbare Volleyballfeld (kleines Bild) und die Inseln mit Waschbeton-Einfassung sollen verschwinden. Fotos: Archiv Foto: az

Das Konzept sei sehr gut, aber in seiner Gesamtheit nicht finanzierbar. Auf der jetzigen Volleyballfläche wünscht sich die IG ein Forum mit Kleinkunstbühne. Eine Halfpipe für Skateboardfahrer, ein Kletterbereich, ein kleiner Bikerpark und eine Hundewiese stehen ebenfalls auf der Wunschliste.

Die Anregung, die vernachlässigte Grünanlage naturnah zu gestalten, habe die Verwaltung bereits aufgegriffen und teilweise umgesetzt, teilte Bürgermeister Thomas Kerkhoff in der Sitzung mit. So sei der abgestorbene Fichtenwald gerodet, die Fläche abgeräumt und ein Teil mit Wildblumen eingesät worden. Am Stabgitterzaun zum Kindergarten Gethsemane hin seien zwei Weinstöcke und in der Fläche fünf Obstbäume gepflanzt worden. Demnächst sollen dort noch weitere Anpflanzungen vorgenommen werden. Ziel dieser Maßnahmen sei es, den Kindern ein Verständnis dafür beizubringen, wie und wo das Obst wächst, das im Supermarkt erworben werden kann.

Die Wünsche der IG, deren Sprecherin Maria Kröger ist, seien aufgenommen worden. So werde nun auch über einen neuen Standort für den Altkleider-Container nachgedacht. Außerdem werde überlegt, die „grottenhässlichen“ Waschbeton-Inseln neu zu verkleiden, wie der Bürgermeister mitteilte. Auch ein Spielplatz für Kleinkinder sei angedacht. Eventuell soll eine kleine Bühne geschaffen werden. Die Stadt werde weiterhin untersuchen, welche Maßnahmen mit den vorhandenen Bordmitteln umgesetzt werden könnten.

Im Juli sei im Rathaus ein weiteres Treffen mit der IG Stadtpark geplant, um Möglichkeiten der Eigenleistung abzustimmen. Die Interessengemeinschaft möchte zu dem Termin weitere Akteure einladen, die sich aktiv an dem Projekt „Umgestaltung Stadtpark“ beteiligen möchten.

Stephan Pierk (Grüne) betonte, dass man das bürgerschaftliche Engagement der IG Stadtpark nicht hoch genug schätzen könne. Der Stadtpark berge eine großes Potenzial. Daher sei eine fundierte Planung dringend nötig, sagte Thomas Peirick (UWG). „Sonst ist alles nur Stückwerk“, kommentierte er weiter. Doch Pierk sprach sich vehement gegen einen sogenannten „Masterplan“ aus. „Sonst könnte dasselbe passieren wie mit dem Schulhof der Gesamtschule“, warnte er. Viele Ideen eines Arbeitskreises seien damals für die Umgestaltung in einen großen Plan geflossen, dessen Finanzierung am Ende viel zu teuer und daher nicht finanzierbar gewesen sei. Kerkhoff erläuterte nochmal, dass man sich damals beim integrierten Stadtentwicklungskonzept entschieden habe, dem Berkeltal vor dem Stadtpark den Vorzug zu geben. Beide Projekte seien im Rahmen dieses Konzeptes nicht zu verwirklichen gewesen. Aus dem Bereich der Fördermittel Stadtentwicklung sei derzeit auch keine Förderung zu erwarten. Weitere separate Förderprogramme würden aber gerade durchsucht.

Die Verwaltung habe bei dem Ortstermin mit der IG Stadtpark deutlich gemacht, dass die Umsetzung in der vorgeschlagenen Form finanziell nur möglich sei, wenn auch Eigenleistungen durch Ehrenamtliche erbracht würden.

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