Planung auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie soll voranschreiten
Rathaus-Umfeld neu gestalten

Gescher. Neu gestaltet werden soll das Umfeld des Rathauses. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung getan hat der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung in seiner jüngsten Sitzung. Mit zehn zu vier Stimmen hat das Gremium den Beschluss gefasst, die Planung auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie grundsätzlich weiter zu verfolgen.

Freitag, 03.07.2020, 06:02 Uhr
So sieht die Konzeptplanung für das Rathaus-Umfeld aus. Zwischen Rathaus und Glockengießerei könnte eine zentrale Stellplatzanlage entstehen. Fünf neue Wohngebäude (in Blau gekennzeichnet) könnten geschaffen werden. Plan: Büro Bock Neuhaus Partner Foto: az

„Nichts ist in Stein gemeißelt“, machte Architektin Melanie Himmelberg vom Büro Bock Neuhaus Partner (Coesfeld) deutlich, die gemeinsam mit ihrer Kollegin, Architektin Silke Sicking, in der Sitzung die Studie als Konzeptplanung vorstellte.

Gegenstand der Studie ist die Umgestaltung der Stellplatzanlage am Rathaus sowie die Realisierung einer innerstädtischen Wohnbebauung. Fünf neue Wohngebäude mit jeweils sechs Wohneinheiten wären denkbar, davon drei rechts hinter dem Rathaus und zwei an der Hauptstraße.

Zum Plangebiet gehören Flächen der Stadt Gescher sowie der Volksbank Gescher, die bereits vor zwei Jahren Bauabsichten geäußert habe, so Kerkhoff.

Außerdem soll die benachbarte Glockengießergasse sichtbar werden. „Wir wollen diese Gasse als Aushängeschild ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken“, sagte Silke Sicking. Der Rathaus-Vorplatz soll als Veranstaltungsfläche erhalten bleiben.

Ein neuer zentraler Parkplatz mit 45 Stellplätzen soll rechts neben dem Rathaus entstehen. Anstelle der Rampe am Rathaus, die zur Tiefgarage des Rathauses führe, sollen Fahrrad-Stellplätze geschaffen werden. Die Tiefgarage habe ohnehin nur sechs Plätze und könnte künftig als Lagerraum dienen, meinte der Bürgermeister. Im Zuge der Maßnahmen müssten zweifellos in dem aktuell „zerklüfteten Raum“ Bäume gefällt werden. Allerdings würden auch neue Bäume gepflanzt, sagte Melanie Himmelberg.

Nach Möglichkeit soll die Begrenzungsmauer zur Glockengießerei künftig wegfallen, um diesen Betrieb für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Bürgermeister Thomas Kerkhoff betonte, dass es „gute Gespräche“ mit dem Eigentümer geben würde. Schließlich sei es im Rahmen der Neugestaltung des Rathaus-Umfeldes auch wichtig, zum Beispiel für Besuchergruppen der Gießerei eine bessere Willkommens-Situation zu schaffen. Es gehe auch darum, die denkmalgeschützte Substanz der Gießerei ins Stadtbild einzufügen.

Im Rahmen der Maßnahmen wäre die Inselstraße für Autofahrer nicht mehr befahrbar. Diese sei als Straße für den Kraftfahrzeugverkehr auch nicht zwingend erforderlich, fügte er hinzu.

Günter Schültingkemper (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Planen und Stadtentwicklung, zeigte sich beeindruckt von der Machbarkeitsstudie. „Sie hat gezeigt, welch großes Potenzial umgesetzt werden kann.“ Auch Egbert Kock (CDU) sprach von „einem großen Wurf“.

Günter Effkemann (Grüne) betonte, dass es ihn schmerze, wenn Bäume der Planung zum Opfer fallen müssten. Auch müsse in Zukunft hinter dem Rathaus die Durchfahrt für Radfahrer gewährleistet sein. Stephan Pierk (Grüne) hielt die Konzeptplanung für „bedenklich“. Seiner Meinung nach würden die Stellplätze zu sehr in den Fokus gerückt. Dieser Meinung schloss sich Guido Kallaus (FDP) an. Christian Wellering (SPD) gab zu bedenken, dass mit dieser Planung der Spielplatz hinter dem Rathaus als Aufenthaltsbereich aufgegeben werde. Er äußerte die Befürchtung, dass bei einer Zustimmung zur Machbarkeitsstudie von den Plänen nicht mehr abgewichen werde. Diese Bedenken räumten Melanie Himmelberg und Silke Sicking aus. In die Studie könnten jederzeit neue Vorschläge einfließen. Auch würden die Pläne schrittweise auf lange Sicht verwirklicht.

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