UWG spricht sich vehement gegen Verschotterung aus
„Blühende Vielfalt im Vorgarten“

Gescher. Die UWG Gescher beantragt, dass die Stadt Gescher auf ihrer Homepage den vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW veröffentlichten Flyer „Blühende Vielfalt im Vorgarten“ zum Download bereitstellt. Auch soll dieser Flyer in Schriftform an alle bauwilligen Bürger im Rahmen des Schriftverkehrs ausgehändigt werden, teilt Werner Bönning (UWG) mit.

Mittwoch, 08.07.2020, 10:44 Uhr
Für blühende Vorgärten in Gescher setzt sich die Unabhängige Wählergemeinschaft ein. Foto: Archiv

Weiterhin spreche sich die UWG dafür aus, dieses Thema viel stärker in den öffentlichen Fokus zu nehmen, wenn Bebauungspläne aufgestellt und verabschiedet würden. So solle die Verwaltung prüfen, ob es rechtlich möglich sei, sogenannte Schottergärten in Neubaugebieten mit Hilfe des Bebauungsplanes zu verhindern oder einen Mindestanteil an Vegetationsfläche auf dem Grundstück vorzuschreiben.

In NRW konnten bis Ende 2018 „Vorgartensatzungen“ auf § 86 Abs. 1 Nr. 4 BauO NRW gestützt werden, teilt Bönning weiter mit. Nachdem in dieser Vorschrift die Begriffe „Begrünung und Bepflanzung“ gestrichen worden seien, sei das nicht mehr möglich; entsprechende Satzungen seien somit nicht mehr wirksam. Zum Ausschluss der Verschotterung würden jetzt nur noch entsprechende Festsetzungen in Bebauungsplänen geeignet sein. Hierzu verweist die UWG auf den Leitfaden des Städte- und Gemeindebundes NRW „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Schottergärten“, der die neue Rechtslage erläutere und Hinweise für ein rechtssicheres Vorgehen gebe.

In der Begründung des Antrags äußert Bönning, dass die Artenvielfalt in den Städten und Gemeinden unter anderem leiden würde, weil Stein- und Schottergärten in Deutschland immer beliebter würden. Das Problem von vielen aktuellen Steingärten sei, dass sie wenig oder gar keine Pflanzen enthalten würden. Häufig würden zudem Neophyten gepflanzt, die sich außerhalb des Gartens ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen und hiesigen Tieren und Insekten kaum oder gar keine Nahrung bieten würden.

Für die Artenvielfalt und das Klima in einer städtischen Siedlung komme gerade den Vorgärten und kleinen Grünflächen eine besondere Bedeutung zu. Sie würden frische Luft liefern und ökologische Trittsteine für heimische Pflanzen, Insekten und Vögel bilden, die auf Nahrungssuche sind.

Dagegen würden sich Kies- und Steinflächen immer stärker aufheizen, die Wärme speichern und abstrahlen. Werner Bönning: „Dies kann nicht förderlich für ein angenehmes Stadtklima sein. Wer seinen Garten standortgerecht plant, schafft ein Stück Natur und trägt zurArtenvielfalt bei.“

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