Serpil Bostancieri-Bökenkamp von Wolle-Mode von der Beck setzt auf Kreativität
Stricken unter freiem Himmel

Gescher. Normalerweise haben sich die Mitglieder der Strickrunde jeden Mittwoch im Fachgeschäft Wolle-Mode von der Beck getroffen, um dort ihre Handarbeiten in fröhlicher Runde zu fertigen und Ideen für neue Strickmuster auszutauschen. Doch als die Inhaberin Serpil Bostancieri-Bökenkamp ihren Laden vorübergehend wegen der Corona-Schutzbestimmungen schließen musste, war davon auch die Strickrunde wochenlang betroffen.

Freitag, 10.07.2020, 06:02 Uhr
Zum Stricken vor dem Laden unter freiem Himmel hat Serpil Bostancieri-Bökenkamp (l.) vom Fachgeschäft Wolle-Mode von der Beck die Strickrunde eingeladen, die sich normalerweise im Geschäft getroffen hatte. Foto: Manuela Reher

Auch nach der Wiedereröffnung des Geschäftes auf der Hauskampstraße war nicht an solche abendlichen Treffen nach Ladenschluss zu denken. Also ist Serpil Bostancieri-Bökenkamp „kreativ“ geworden, wie sie selbst sagt. Sie hat die Frauen kurzerhand zu einer Outdoor-Veranstaltung draußen vor der Tür eingeladen. „Alle waren sofort damit einverstanden“, erinnert sie sich. Und auch das städtische Ordnungsamt habe das Vorhaben nach einem Ortstermin abgesegnet.

So hieß die Geschäftsfrau von Wolle-Mode von der Beck die Strickrunde, die sich seit 2014 bei ihr regelmäßig getroffen hatte, zu dieser ungewöhnlichen Veranstaltung unter freiem Himmel willkommen. „Corona kriegt uns nicht klein“, lautete die Devise von Serpil Bostancieri-Bökenkamp. Sie habe zu dieser Veranstaltung nicht nur eingeladen, um den Frauen eine Möglichkeit zu geben, sich weiterhin zum gemeinsamen Stricken zu treffen, sondern auch weil sie einen Beitrag leisten wolle, dass „Gescher lebendig bleibt“.

Die Teilnehmerinnen der Strickrunde nahmen auf Stühlen, die vor dem Geschäft aufgestellt wurden, Platz und machten sich bei Sonnenschein an die Arbeit. Dabei zogen sie natürlich neugierige Blicke von Fußgängern, Radfahrern und auch von Autofahrern, die auf der Hauskampstraße unterwegs waren, auf sich.

Das sei schon etwas Besonderes, in der Öffentlichkeit sein Strickzeug auszupacken und unter freiem Himmel mitten in der Stadt zu stricken, meinte Monika Albrand-Bischop, die ihre kleine Enkelin Neeke mitgebracht hatte, die das Treffen ebenfalls sichtlich genoss. Schließlich hatte ihre Oma einen Loop für sie, einen besonderen Schal, in Arbeit. „Der nächste Winter kommt bestimmt“, schmunzelte ihre Oma. Auch Birgit Pollmann werkelte fleißig für ihre Enkelin. Ob Zufall oder nicht, sie hatte sich dafür entschieden, für das Mädchen einen Schlumpfpullover in Regenbogenfarben zu fertigen. „Der Regenbogen ist in der akuten Corona-Zeit ein Zeichen der Hoffnung gewesen, dass alles gut wird“, berichtete Birgit Pollmann. Auch Johanna Stehr zauberte eine Strickjacke für ihre Enkelin. Marlies Greving arbeitete an Strümpfen ebenfalls für ihr Enkelkind.

Auch Andrea Roling, Christine Bleise und Anja Resing genossen das Wiedersehen der Strickrunde sichtlich. Sie wurden von Serpil Bostancieri-Bökenkamp in einer kleinen Pause mit einem Glas Sekt überrascht. „Das muss doch gefeiert werden!“, meinte die Geschäftsfrau. „Und den erforderlichen Abstand können wir draußen prima einhalten“, fügte sie hinzu.

Noch gibt es keinen Termin für ein nächstes Treffen. Aber die Inhaberin von Wolle-Mode von der Back verspricht, weiterhin kreativ zu bleiben.

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