Bau der Pankratiusschule liegt im geplanten Zeit- und Kostenrahmen
Alt und Neu geschickt kombiniert

Gescher. Manches lässt sich nur erahnen. Dort, wo in gut einem Jahr Pankratiusschüler Rechnen und Schreiben lernen werden, befindet sich ein Stangenwald, der die nackte Betondecke im Neubautrakt stützt. Aus der künftigen Eingangshalle der Grundschule, wo die Treppe nach oben bereits nutzbar ist, fällt der Blick auf die Armlandstraße. Der Weg zum Altbau der Grundschule führt über den Schulhof, wo der alte Pavillon längst verschwunden ist. Drinnen sieht alles nach Großbaustelle aus. Im Untergeschoss befindet sich auch der ehemalige Werkraum noch im Rohbauzustand – hier soll der Ruheraum für die OGS-Kinder entstehen. Die niedrige Decke findet Bürgermeister Thomas Kerkhoff eher vorteilhaft: „Dadurch wird’s chilliger“, meint er.

Samstag, 01.08.2020, 07:46 Uhr
In der künftigen Eingangshalle der Pankratiusschule befinden sich hier Bürgermeister Thomas Kerkhoff (l.) und Klaus Vöcker vom Gebäudemanagement der Stadt. Die ebenerdige Halle ermöglicht künftig einen direkten Durchgang auf den hinteren Schulhof. Fotos: Jürgen Schroer Foto: az

Sechs Millionen Euro verbaut die Stadt Gescher an dieser Stelle, gefördert mit Mitteln des Landes NRW aus zwei verschiedenen Töpfen. Im Altbau (1720 Quadratmeter Fläche) werden Klassenräume neu organisiert und zeitgemäße Gruppenarbeitszonen hergestellt. Im Erdgeschoss sieht die Planung von Kersting + Gallhoff (Duisburg) Räume zur Betreuung, zum Werken, Essen und Aufhalten vor. Die ehemalige Aula im Dachgeschoss wird umfunktioniert in einen Mehrzweck-/Bewegungsraum und einen Musikraum, unterteilt durch eine mobile Trennwand. Der schöne Parkettboden ist wegen des belasteten Klebers entfernt worden und wird voraussichtlich durch einen Belag aus Kautschuk oder PVC ersetzt. Weitere Schadstoffe sind nach Auskunft der Verwaltung im Altbau, der in den Jahren 1875, 1909 und 1926 entstanden ist, nicht entdeckt worden.

„Mit den Arbeiten liegen wir im Zeitplan“, sagt Klaus Vöcker vom Gebäudemanagement. Wie berichtet, soll der Schulbau vor den Sommerferien 2021 abgeschlossen sein, sodass die Grundschüler pünktlich zum Schuljahresbeginn 2021/22 die Räume beziehen können. Auch kostenmäßig ist alles im grünen Bereich: Etwa 65 Prozent der Gewerke seien bereits vergeben, ohne dass es gravierende Abweichungen gegeben hätte, so Vöcker. Bekanntlich hat der Rat die Kosten bei 5,7 Millionen Euro für den Bau plus 300 000 Euro für die Möbel gedeckelt.

Sichtbar voran geht es mit dem dreigeschossigen Neubautrakt, der ebenengleich zum Gelände erstellt wird und circa 1050 Quadratmeter Nutzfläche aufweist. Hier werden die Schulverwaltung inklusive Sekretariat und Lehrerzimmer im Erdgeschoss untergebracht, darüber befinden sich sechs Klassenräume. Der Trakt wächst, hier ist bereits die erste Decke über dem ersten OG betoniert worden. In drei Wochen, so Vöcker, dürfte auch das zweite Obergeschoss im Rohbau fertig sein. Parallel werden im Altbau Stahlträger eingebaut, um das Gebäude „auszusteifen“. Danach werden Zimmerer und Trockenbauer loslegen. Auch der Schacht für den Aufzug ist schon erkennbar.

Die Verbindung von Alt und Neu, so Kerkhoff, sei eine gute Lösung. Er sei froh, dass es nach langen Diskussionen eine Mehrheit für diese Variante gegeben habe. Beim Pankratius-Altbau handele es sich um ein ortsbildprägendes Gebäude, das so erhalten bleibe.

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