Ratsfraktionen stellen erste Weichen für neue Wahlperiode und wählen Vorsitzende
CDU und UWG haben neue Chefs

Gescher. In den Ratsfraktionen werden erste Weichen für die neue Wahlperiode ab November gestellt. Während Gespräche über eine Zusammenarbeit oder feste Bündnisse noch laufen, sind wichtige Personalien bereits geklärt worden. Zwei Fraktionen bekommen neue Vorsitzende: Bei der CDU übernimmt Thomas Kloster die Aufgabe von Egbert Kock, bei der UWG löst Matthias Homann den bisherigen Fraktionssprecher Werner Bönning ab. Der soll dafür nach den Vorstellungen der UWG zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gescher werden. Keine Veränderungen im Fraktionsvorsitz melden die anderen Ratsfraktionen: Ansgar Heming (SPD), Wolfgang Brüggestrath (Grüne) und Thomas Haveresch (FDP) machen weiter.

Mittwoch, 07.10.2020, 06:26 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 08:52 Uhr

Bei der CDU, trotz Stimmenverlusten mit 13 Direktmandaten größte Fraktion im Rat, sind die Personalien schon vergangene Woche geklärt worden. Mit Thomas Kloster (39 Jahre, Fachdienstleiter IT bei der Stadt Greven) übernimmt ein Rats-Neuling den Vorsitz. Unterstützt wird er von Hermann Upgang-Rotert als stellvertretenden Fraktionssprecher. Beide sind in geheimer Wahl einstimmig gewählt worden. Als größte Fraktion wolle die CDU den ersten stellvertretenden Bürgermeister stellen. „Wir haben einige erfahrene Ratsmitglieder, die allesamt in der Lage sind, die Bürgermeisterin mit Freude und Hingabe zu vertreten“, so Kloster. Wer ins Rennen geht, soll im Oktober entschieden werden. Parallel werden Gespräche mit den anderen Fraktionen geführt.

Bei der UWG, mit acht Sitzen erstmals zweitgrößte Ratsfraktion, findet eine Verjüngung statt. Nach 20 Jahren gibt Werner Bönning den Fraktionsvorsitz ab – Matthias Homann übernimmt diese Aufgabe. „Ich freue mich darauf und hoffe, dass wir für unsere Themen Mehrheiten finden“, so Homann. Sein Stellvertreter heißt Klaus Timmer. Beide sind am Montag einstimmig gewählt worden. Die Wählergemeinschaft möchte Werner Bönning ins Rennen um den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters schicken und führt in diesen Tagen erste Gespräche mit SPD, Grünen und FDP. „Das Wahlergebnis erfüllt uns immer noch mit großer Freude und ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“, bilanziert Bönning.

Rückendeckung für die bisherige Fraktionsspitze gab es bei der geschrumpften SPD: Ansgar Heming (Fraktionsvorsitzender), Rita Hölker (stellvertretende Vorsitzende) und Norbert Schulenkorf (Geschäftsführer) wurden einstimmig wiedergewählt. In Gesprächen mit den anderen Fraktionen gelte es nun, die konstituierende Ratssitzung am 4. November gut vorzubereiten. Die SPD strebe nicht unbedingt ein festes Bündnis an, wohl aber eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen und „mehr Kommunikation untereinander“, so Heming. Die 15er-Ausschussgröße habe sich bewährt, allerdings müsse man überlegen, ob nicht eine Aufteilung der „großen“ Fachausschüsse sinnvoll sei, um allzu lange Sitzungen zu vermeiden. Als stellvertretende Bürgermeisterin würde die SPD gerne weiterhin Beate Heimann sehen, sie habe das gut gemacht.

Seit 1994 ist Wolfgang Brüggestrath Vorsitzender der Grünen-Fraktion – und macht weiter. Er wurde am Montag ebenso einstimmig bestätigt wie seine Stellvertreter Angelika Dapper-Schneider und Günter Effkemann. Die Grünen streben nach Möglichkeit ein Bündnis an, er sei „kein Freund von wechselnden Mehrheiten“, so Brüggestrath gestern. In den anstehenden Gesprächen werde sich zeigen, mit welchen Fraktionen es die größten Schnittmengen gebe, um grüne Politik zu machen. „Es geht um Inhalte“, so der Fraktionschef. Bei Ausschussgrößen und -zuschnitten sehen die Grünen keinen Änderungsbedarf. Das Wahlergebnis sei „sehr erfreulich“ – immerhin hätten die Grünen rund 600 Stimmen mehr geholt als bei der Kommunalwahl 2014.

Bei der FDP bleibt Thomas Haveresch Fraktionschef. Er bildet zusammen mit Stellvertreterin Anne Hauling eine Doppelspitze. „Wir arbeiten gut zusammen und bieten mit der Doppelspitze eine moderne Struktur“, so Haveresch. Bei den anstehenden Gesprächen wollen sich die Liberalen für die Bildung eines Digitalausschusses einsetzen. | Kommentar

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