UWG bewertet zwei Zufahrten weiterhin als kritisch
Baugebiet Schultenrott abgesegnet

Gescher. Bauwillige können jubeln; langjährige Anlieger sehen ihre Belange aber nicht berücksichtigt. Bei drei Gegenstimmen hat der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung den Bebauungsplan Schultenrott abgesegnet. Zahlreiche Zuhörer verfolgten die öffentliche Sitzung im großen Sitzungssaal des Rathauses. Dem Beschluss ging eine lebhafte Diskussion voraus.

Freitag, 09.10.2020, 11:08 Uhr
Das neue Baugebiet Schultenrott wird im Westen über die Straße Schultenrott erschlossen. Im Süden entsteht ein Rad- und Fußweg (gelb-weiß-schraffiert), der bei einer Erweiterung des Baugebiets in südlicher Richtung in eine Erschließungsstraße umgewandelt werden könnte. Foto: az

Fachbereichsleiter Uwe Wißmann sagte eingangs: „Wir feiern hier in Gescher eine Premiere“. Er zielte damit darauf ab, dass es sich um ein besonderes beschleunigtes Verfahren handele. Mit der Planung auf dem 3,6 Hektar großen Gelände würden städtebauliche Ziele verfolgt. Es handele sich um eine bedarfsorientierte Stadtentwicklung und Arrondierung des südlichen Siedlungsrandes. Außerdem würde Wohnraum für die Bevölkerung bereitgestellt und die vorhandene Infrastruktur ausgenutzt. Viel vom vorhandenen Bestand könne in dem Areal erhalten bleiben.

Ausschussvorsitzender Günter Schültingkemper (CDU) kommentierte, dass es erfreulich sei, dass keine öffentlichen Stellungsnahmen zum Bebauungsplan eingegangen seien. Dem widersprach Nico Charbon (UWG). Bereits am 13. August hätten die Anwohner einen Fragenkatalog bei der Stadt eingereicht. Antworten darauf habe es aber erst – nach viermaliger Nachfrage – am 5. Oktober, zwei Tage vor der Beschlussfassung in der Sitzung des Fachausschusses gegeben. Bürgermeister Thomas Kerkhoff erwiderte in der Sitzung, dass es sich bei einem Fragenkatalog nicht um eine Stellungnahme handele. Nico Charbon machte noch einmal deutlich, dass es der UWG nicht darum gehe, ein neues Baugebiet zu verhindern, sondern darum, die Belange der Nachbarn einzubeziehen. Werner Bönning (UWG) ergänzte: „Es ist mal wieder etwas unter Zeitdruck entschieden worden. Wir sehen die zwei Zufahrten zum neuen Baugebiet weiterhin sehr kritisch.“ Nach wie vor fehle ein Verkehrskonzept sagte Bönning im Hinblick darauf, dass das neue Gebiet an zwei Stellen über den Schultenrott erschlossen werden soll.

Kerkhoff entgegnete, dass das Verfahren gewählt worden sei, weil es das schnellste sei. Außerdem sei die geplante Erschließung die günstigste. Der Schultenrott sei eine „Sammelstraße“, die Verkehre aufnehme. Das sei seit Jahren so angedacht und geplant. Das könne man als Anlieger kritisieren. Uwe Wißmann ergänzte, dass die Verwaltung das umgesetzt habe, was die Politik beschlossen habe.

Egbert Kock (CDU) betonte: „Wir wollen einen gegenläufigen Verkehr verhindern und ruhige Verkehrsströme erreichen.“ Bei nur einer Zufahrt zum Schultenrott sei das nicht gegeben.

Für eine spätere Erweiterung des Baugebietes Schultenrott in südlicher Richtung soll ein Stichweg angelegt werden, der zunächst als Fuß- und Radweg genutzt soll. Dieser Weg könne später in eine Erschließungsstraße umgewandelt werden.

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