Kolping, Landfrauen und SV Gescher sagen Karnevalsveranstaltungen für 2021 ab
„Die Vernunft walten lassen“

Gescher. Schweren Herzens haben die Organisationsteams der Karnevalsfeiern der Kolpingsfamilie, der Landfrauen und des SV Gescher beschlossen, die Veranstaltungen zu Beginn des kommenden Jahres angesichts der Corona-Pandemie abzusagen.

Montag, 19.10.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 06:02 Uhr
Die Kolpingsfamilie Gescher hat zu Beginn dieses Jahres „50 Jahre Kolping-Karneval“ gefeiert. Zahlreiche Prinzenpaare aus den vergangenen 50 Jahren hatten sich damals versammelt. Erstmals fällt das Fest in 2021 wegen der Corona-Pandemie aus. Foto: Archiv

„Wir wollten bedenkenlos feiern, aber das ist angesichts des Infektionsgeschehens nicht möglich“, sagt Jürgen Richter, seit 25 Jahren Sitzungspräsident beim Kolping-Karneval. Die Veranstaltung stand für den 16. Januar 2021 im Saal Tenbrock auf dem Kalender. Rund 150 Zuschauer haben seit einem halben Jahrhundert Jahr für Jahr daran teilgenommen. „Eine solche Veranstaltung ist einfach zu groß in diesen Zeiten. Das ist uns zu heikel. Wir wollen nicht zum Corona-Hotspot werden.“

Jürgen Richter ist froh, dass die Kolpingsfamilie Anfang Januar dieses Jahres noch „50 Jahre Kolping-Karneval“ feiern konnte. Wegen der Pandemie habe man die Vorbereitungen für die Veranstaltungen so lange wie möglich hinausgezögert. „Doch irgendwann muss man die Reißleine ziehen“, sagt er. Der Aufwand für die Veranstaltung (Corona-Konzept und dergleichen) wäre einfach zu groß gewesen. „Ein schönes Feiern wäre das bestimmt auch nicht geworden“, ist sich Richter sicher. Außerdem würden viele der Akteure auf der Bühne in der Stiftung Haus Hall arbeiten, was ein zusätzliches Risiko im Hinblick auf das Infektionsgeschehen darstellen könnte.

Jürgen Richter sei es wichtig gewesen, dass alle drei Vereine, die alljährlich eine größere Karnevalsveranstaltung in Gescher planen, mit einer Stimme sprechen. Das bestätigt auch Dorothee Bürger, Vorsitzende der Landfrauen, deren Vorstand noch am Donnerstagabend getagt und sich ebenfalls für eine Absage der Karnevalsveranstaltung im Saal Grimmelt im kommenden Jahr entschieden hat. Normalerweise würden an der Veranstaltung 250 Menschen teilnehmen, wie Bärbel Vens-Hilbt, stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen, mitteilt. „Karneval nur mit angezogener Handbremse zu feiern“, könne nicht im Sinne der Teilnehmer sein. Man müsse daher „die Vernunft walten lassen und die Veranstaltung absagen.“

„Die Gesundheit unserer Mitglieder hat allerhöchste Priorität“, betont Dorothee Bürger. Einen Karneval unter Corona-Bedingungen, bei denen das Schunkeln, Singen und gegenseitige Berühren ausgeschlossen seien, könne sie sich nicht vorstellen. Alle würden natürlich hoffen, dass sich das Infektionsgeschehen im Frühjahr 2021 erheblich verbessere. In diesem Sinne würden die anderen Aktionen der Landfrauen zuerst einmal beibehalten, in der Hoffnung, diese dann durchführen zu können.

Zwar sei die Karnevalsveranstaltung stets gut für den Zusammenhalt der Landfrauen, aber der Verein werde auch ohne dieses große Ereignis weiter existieren, sieht Dorothee Bürger zuversichtlich in die Zukunft. „Wir werden weiterhin planen“, fügt sie hinzu.

Das sieht der SV Gescher genauso, der seinen Karneval ebenfalls abgesagt hat.

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