Sessionsauftakt nur als Video zu sehen, kein Galaabend, kein Karnevalsumzug im nächsten Jahr
„Trotz Krise Frohsinn verbreiten“

Gescher. „Wir wollen trotz Krise Frohsinn verbreiten“, sagt Theo Heisterkamp. Dennoch sind es eher bittere Wahrheiten, die der Präsident der Stadtkarnevalisten verkünden muss. Eine Sessionseröffnung mit viel Tamtam am 11. 11. wird es nicht geben, vielmehr eine symbolische Aktion an der Stele, von der ein Video auf YouTube gezeigt wird. Der Galaabend im November ist gestrichen. Und auch ein großer Umzug, der am 31. Januar durch die Straßen der Glockenstadt hätte rollen sollen, ist in Pandemiezeiten nicht machbar. Somit bleibt Prinzessin Marion I. (Pierk), die erste Frau in der Prinzenglocke, bis 2022 im Amt. Doch die Stadtkarnevalisten wollen auch in dieser ungewöhnlichen Session Flagge zeigen und haben Ideen. Geplant ist, täglich einen witzigen Video-Clip zu zeigen – von Gescheranern für Gescheraner. Vom 11. 11. bis Aschermittwoch sollen diese närrischen Botschaften alle aufmuntern, deren Herz für den Karneval schlägt.

Donnerstag, 29.10.2020, 06:31 Uhr
Trotz aller Schwierigkeiten und dem Ausfall der großen Karnevalsveranstaltungen in der Session 2020/2021 wollen Karnevalisten-Chef Theo Heisterkamp und Prinzessin Marion I. (Pierk) Frohsinn verbreiten und die Gescheraner mit täglichen Videos aufmuntern. Foto: Jürgen Schroer

Bis vor zwei Wochen hatten die Karnevalisten noch ein coronakonformes Konzept für die Sessionseröffnung in der Schublade. Sie sollte komplett im Freien stattfinden – mit Treffen an der Stele, Abstand, Unterteilung in feste Zehnergruppen und dem Schmücken der Prinzenglocke auf dem Rathausplatz. Am Spätnachmittag wäre diese Veranstaltung ausgeklungen. „Davon haben wir uns verabschiedet“, erläutern Heisterkamp und Prinzessin Marion mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen. Einstimmig habe der Gesamtvorstand diese Entscheidung getroffen und sich dabei per E-Mail und WhatsApp verständigt. Die Gesundheit aller stehe klar im Vordergrund.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möchten die Karnevalisten aber nicht nichts tun. So ist die Idee entstanden, die Sessionseröffnung mit Ordensvorstellung im allerkleinsten Kreis zu gestalten, davon ein Video zu machen und es auf YouTube hochzuladen. Es soll den Auftakt für eine Videoreihe bis Aschermittwoch darstellen. Gezeigt werden können Auftritte vom Büttabend oder vom Clubbing, kleine Talkrunden, Altprinzen, die von früher erzählen oder Gescheraner, die einfach einen guten Witz auf Lager haben. Auch Nachbarschaften oder Clubs können Kurzbeiträge hochladen – über das „Wie“ wollen die Karnevalisten rechtzeitig informieren. Für den 11. 11. hat Prinzessin Marion närrische Gesichtsmasken besorgt und mit einer roten Nase veredelt. Neben den Aktiven können auch interessierte Gescheraner diesen lustigen Mundschutz bekommen und damit zum Sessionsstart ein Zeichen setzen. Kontakt: praesident@karneval-gescher.de.

Klar ist auch, dass der Umzug am 31. Januar mit mehreren tausend Teilnehmern und Zuschauern nicht stattfinden kann. „Aber wir sind an diesem Thema dran und können uns verschiedene Dinge vorstellen, um im Gespräch zu bleiben und Freude zu verbreiten“, sagt Heisterkamp. Letztlich hänge es von der Gesamtlage im Januar und den dann geltenden Regeln ab, was möglich sei. Feste und Umzüge könne man absagen, aber Karneval als Lebenseinstellung könne man nicht verbieten. „Karneval ist ein Gefühl“, so der Vereinschef.

Froh ist Heisterkamp über jedes Stückchen Normalität, das noch stattfinden kann. Dazu zählt auch, dass das Tanztraining der Garden – nach der langen Pause im Frühsommer – derzeit noch abgehalten werden kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7653431?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker