Letzte Ratssitzung mit Verabschiedung von Bürgermeister Thomas Kerkhoff
„Eine Menge für Gescher erreicht“

Gescher. Die Stunde des Abschieds ist oft mit Emotionen verbunden. Das war auch in der letzten Ratssitzung der jetzigen Wahlperiode so, als am Mittwochabend elf Ratsmitglieder – teil nach jahrzehntelanger Zugehörigkeit – und Bürgermeister Thomas Kerkhoff nach fünfjähriger Dienstzeit mit Standing Ovations verabschiedet wurden. „Die Glockenstadt ist mir sehr ans Herz gewachsen“, sagte der scheidende Verwaltungschef, der nächste Woche die Amtsgeschäfte in Bocholt übernimmt. Der Abschied tue weh. Erste Beigeordnete Kerstin Uphues übergab als Geschenk eine Glocke, mit der Kerkhoff künftig die Sitzungen in Bocholt leiten dürfe. „Du hast eine Menge erreicht für die Glockenstadt Gescher“, bilanzierte sie. Und Grünen-Sprecher Wolfgang Brüggestrath brachte es so auf den Punkt: „Du warst gut für Gescher und Gescher war auch gut für dich“.

Freitag, 30.10.2020, 06:37 Uhr
Für sie schlug am Mittwochabend im Rat die Stunde des Abschieds (von links): Brigitte Kormann, Heinrich Böing, Claudia Saalmann, Christian Wellering, Johannes Schneider, Bürgermeister Thomas Kerkhoff, Egbert Kock, Bernd Witte, Hans-Josef Kappenhagen, Raisa Effkemann, Fritz Leppkes und Markus Rudde. Foto: Jürgen Schroer

Die Sachthemen der Ratssitzung waren schnell abgehakt, den größten Raum nahm das Thema Verabschiedungen ein. Immerhin elf Ratsmitglieder scheiden aus dem jetzigen Gremium aus – Kerkhoff würdigte jeden einzelnen von ihnen (siehe weiteren Bericht). Zu seiner eigenen Verabschiedung – die offizielle Feier musste wegen der Corona-Lage abgesagt werden – habe er keine Rede vorbereitet. Er bedankte sich beim Rat „für die Zusammenarbeit, den Streit, die Lösungen und die vielen Gespräche“. Es seien für ihn „fünf fantastische Jahre in Gescher“ gewesen. Die Bürger hätten ihm großes Vertrauen entgegengebracht. Ob er dem immer gerecht geworden sei? „Wahrscheinlich nicht“, lautete seine Antwort. Er habe versucht, die Aufgabe mit Leidenschaft zu erfüllen. 2020 sei für ihn ein sehr emotionales Jahr mit der Geburt seines Sohnes, einem anstrengenden Wahlkampf und gleichzeitig dem Versuch, dem Anforderungsprofil des Bürgermeisters in Gescher gerecht zu werden. „Ich hoffe, ich hab’s geschafft“, endete Kerkhoff. Ratsmitglieder und Zuschauer antworteten mit anhaltendem Applaus.

Egbert Kock, der ebenfalls scheidende Fraktionschef der CDU, mochte nicht die Errungenschaften oder die offenen Aufgaben abwägen, das sei „banal“. Thomas Kerkhoff habe es als Person verstanden, die Menschen und Verantwortlichen in Gescher hinter sich zu bringen und für die Sache einzubinden. „Weil er dazu gehört, weil er geprüft und für gut befunden wurde“, so Kock. In vielen Sitzungen und persönlichen Gesprächen sei man miteinander vertraut geworden und habe „Seite an Seite für das Gute gestritten“. Dies sei auch ein Hintergrund für die positive Entwicklung Geschers in den letzten Jahren.

Mit einem Schuss Ironie verglich Grünen-Sprecher Wolfgang Brüggestrath die Städte Bocholt und Gescher. „Die Aufgaben, die Sie in Bocholt erwarten, sind bestimmt nicht so anspruchsvoll wie hier“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Er hoffe, dass es künftig einen fruchtbaren Austausch zwischen beiden Städten geben werde, ein wichtiges Thema sei dabei die Reaktivierung der Bahnstrecke Bocholt-Gescher-Coesfeld. Brüggestrath bedankte sich für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und schloss so: „Vielen Dank für Gescher und Glückauf für Bocholt!“

„Du hast mit Leidenschaft deine Arbeit verrichtet, viele neue Projekte angestoßen und hart dafür gekämpft“, lobte Erste Beigeordnete Kerstin Uphues. Sie bedauerte, dass die offizielle Abschiedsfeier nicht stattfinden könne und wünschte dem scheidenden Bürgermeister alles Gute, beruflich und privat. Uphues: „Wir werden dich im Rathaus sehr vermissen“.

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