Interkommunaler Bauhof hat bereits Streusalz für die ersten zehn Einätze eingelagert
„Wir wollen auf Nummer sicher gehen“

Gescher. Auch wenn es aktuell nicht danach aussieht, kann sich die Wetterlage schneller ändern, als man annimmt. Der interkommunale Bauhof Gescher hat jedenfalls seit Anfang November seinen Winterdienstplan in der Rückhand. Aktuell sind auf dem Bauhof 250 Kubikmeter Streusalz eingelagert. Das entspricht der Ladung eines Sattelzuges.

Montag, 09.11.2020, 06:16 Uhr
Ralf Jürgens, Leiter des interkommunalen Bauhofs Gescher, und sein Team sind für den Winter gerüstet. Die Streufahrzeuge stehen bereit; die Silos sind mit Streusalz gefüllt. Foto: Manuela Reher

„Das reicht für zehnmaliges Streuen auf den Kreisstraßen und auf den Straßen von Gescher aus“, versichert Bauhofleiter Ralf Jürgens. Im vergangenen Winter habe das Bereitschaftsteam 20 Einsätze gehabt. Aber insgesamt 60 Mal habe es danach ausgesehen, dass die Mitarbeiter des Bauhofes hätten ausrücken müssen. Deshalb saßen sie für einen möglichen Einsatz in den Startlöchern.

Denn immer wenn die Außentemperatur auf plus drei Grad absinke, sei Gefahr im Verzuge, dass die Straßen glatt werden können, kommentiert Ralf Jürgens. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen.“ Ein Mitarbeiter versieht bei solchen Wetterlagen den Dienst im interkommunalen Bauhof und alarmiert gegen drei Uhr morgens dann seine Kollegen im Falle eines notwendigen Streudienstes. Etwa zehn Mitarbeiter seien dann im Einsatz.

Dem Team stehen ein Unimog mit einem neuen Streuer und zwei Traktoren für die Radwege zur Verfügung. Auch gibt es eine sogenannte Handkolonne, die zum Beispiel Zebrastreifen von Schnee und Eis befreit.

Mit dem Schneeschild werde die weiße Pracht, die sich in den vergangenen drei Jahren rar gemacht habe, zur Seite geräumt. Neben Salz verwendet der Streudienst auch Salzsole mit einem Salzgehalt von 22 Prozent, wie Ralf Jürgens mitteilt. Die Salzsole habe den großen Vorteil, dass sie länger auf der Fahrbahn haften bleibe. Das verhindere Schneeverwehungen durch Lastwagen, die über die frisch gestreute Straße fahren. Außerdem sei der Verbrauch des Streumaterials geringer. „Wir gehen ohnehin sehr sparsam mit dem Salz um“, betont der Leiter des interkommunalen Bauhofs. Es werde immer nur so viel Material aufgetragen, wie nötig sei, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Der Streudienst gehe streng nach einer Prioritätenliste vor. Die Buslinien würden ganz oben auf dieser Liste rangieren. Aber auch die Autobahnbrücken habe der Winterdienst fest im Blick.

Die Wettervorhersage sei für den Streudienst ein wichtiger Anhaltspunkt für den Bereitschaftsplan. Manchmal würden die Meteorologen aber auch falsch liegen. „Wir tun immer unser Möglichstes, um die Straßen im Winter sicherer zu machen“, sagt Ralf Jürgens.

Der vergangene Winter sei sehr mild gewesen, aber es habe auch Jahre gegeben, in denen der Streudienst 60 Mal hätte ausrücken müssen, und das zwei Monate ununterbrochen.

Bis Ende März steht das Team auf Abruf bereit, um bereits in den frühen Morgenstunden die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. „Es hat aber auch ein Jahr gegeben, in dem wir noch an Ostern ausrücken mussten“, erinnert sich Ralf Jürgens.

Falls dem Bauhof das Streugut ausgehe, sei Nachschub schnell vor Ort. Denn in Borken-Gemen gebe es zwei gefüllte Salzhallen.

Schneefall bereitet dem Streudienst mehr Arbeit als Glatteis. Vor Schnee hätten die Autofahrer auch mehr Respekt, hat Ralf Jürgens festgestellt. „Dann fahren alle vorsichtig.“ Doch tatsächlich sei Raureif gefährlicher. Dabei würden sich mehr Verkehrsunfälle ereignen. Dennoch würden viele Verkehrsteilnehmer weiterhin mit unverminderter Geschwindigkeit auf den Straßen unterwegs sein. „Schon ab drei Grad kann es auf den Straßen gefährlich glatt werden“, sagt Jürgens und fügt hinzu: „Wir können mit unserem Streudienst nicht an allen Orten gleichzeitig unterwegs sein.“ Deshalb appelliert er an alle, Vorsicht walten zu lassen.

Aber vielleicht wird uns diesmal ein besonders milder Winter beschert, wie manche Langzeitprognosen lauten. Darauf sei kein Verlass, sagt Jürgens und fügt gelassen hinzu: „Wir müssen alles so nehmen, wie es kommt.“

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