Pfarrgemeinde St. Peter und Paul ruft zu Krippenfeiern unter freiem Himmel auf
„Jesus ist draußen geboren“

Hochmoor. „Jesus ist draußen geboren“ – so sind die Open-Air-Krippenfeiern am Heiligen Abend in der katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Ramsdorf-Velen-Hochmoor überschrieben. Auf diese Weise macht die Pfarre den Gläubigen Mut, Eigeninitiative zu ergreifen, weil in diesem Jahr ein Weihnachtsfest unter besonderen Bedingungen bevorsteht.

Mittwoch, 25.11.2020, 06:28 Uhr
Jahrelang gehörte die lebendige Krippe zum Weihnachtsmarkt in der Glockenstadt dazu. Bei den Krippenfeiern unter freiem Himmel, zu denen die katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul an Heiligabend ermuntert, ist ebenfalls Kreativität gefragt. Foto: Archiv

Wegen der Schutzauflagen in der Corona-Pandemie darf nur eine begrenzte Zahl an Menschen in die Kirchen, wie Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding sagt. In den Gotteshäusern sei viel zu wenig Platz für die Krippenfeiern an Heiligabend. Doch üblicherweise wollen gerade zu diesem Anlass viele Menschen die Kirche aufsuchen.

Deswegen soll es ganz viele kleine Krippenfeiern geben – unter freiem Himmel an ganz vielen verschiedenen Orten in Velen, Ramsdorf, Hochmoor – für Groß und Klein, für Jung und Alt.

„Das kann vor einem Haus sein, gut geeignet sind aber besonders auch Wendehämmer, Spielplätze oder Freiflächen“, teilt Schulze Herding mit. Die Idee, Heiligabend angesichts der besonderen Situation in diesem Jahr anders als sonst zu begehen, sei in einem Arbeitskreis entstanden, sagt der Pastoralreferent. In dem Gremium seien unter anderem auch Pastoralreferent Werner Menke, Birgit Hochheim aus Velen und Iris Schymonick aus Hochmoor gewesen. Letztere habe schon jahrelang die Krippenfeiern in Hochmoor vorbereitet. Ein Konzept für diese kleinen Wortgottesdienste liegt vor. Das können die Gruppen wörtlich so verwenden oder beliebig ändern.

Der Arbeitskreis stellt den Organisatoren der Krippenfeiern ein vorbereitetes Konzept zur Verfügung. Inzwischen haben sich schon zahlreiche Gruppen gemeldet, sagt Schulze Herding. „Wir steuern auf die 50 zu“, freut er sich über die Resonanz auf die Aktion. Darunter sind unter anderem Familien, Cliquen und Nachbarschaften. Für Velen liegen bisher 22 Anmeldungen vor, für Hochmoor sechs und für Ramsdorf acht.

In Hochmoor sind in der Rosmarinstraße (Beginn: 15.30 Uhr), im Vogelkirschenweg, am Heimathaus, im Wendehammer Schulstraße, auf dem Kirchplatz (Beginn: jeweils um 16 Uhr) und auf der Straße Am Gänsegraben (Beginn: 16.30 Uhr) an Heiligabend Krippenfeiern geplant.

Der Pastoralreferent macht deutlich, dass die Krippenfeiern von den Ordnungsämtern der Stadt Gescher und der Gemeinde Velen genehmigt seien. Es handele sich rechtlich um Open-Air-Gottesdienste. Als solche würden sie nicht dem Versammlungsverbot unterliegen. Der Abstand zwischen den Familien oder Haugemeinschaften sollte anderthalb Meter betragen. Ein Mundschutz sei für die Teilnehmer nicht verpflichtend, könne aber sinnvoll sein.

Die Gruppen legen die Uhrzeiten für ihre Krippenfeiern am Heiligen Abend selbst fest. Die Teilnehmer können auf Lied- und Krippenspieltexte der Pfarrgemeinde zurückgreifen, in Begleitung von Gitarre oder Flöte spielen, a cappella singen oder ein Lied von YouTube spielen lassen und mitsingen. „Die Möglichkeiten sind vielfältig“, sagt Schulze Herding. Die Gruppen können die Orte für ihre Krippenfeiern auch hübsch ausstatten mit von zu Hause mitgebrachten Krippenfiguren, Windlichtern und Decken und Tüchern. Der Pastoralreferent zeigt sich überzeugt davon, dass alle Gruppen kreativ und selbstbewusst ihre Krippenfeiern gestalten werden. Wichtig sei es, an Heiligabend gemeinsam die Ankunft des Herrn zu feiern. Jeder, der getauft sei, sei auch befugt, einen Gottesdienst zu halten, macht er allen Gruppen Mut, Eigenregie zu übernehmen.

„Wir wollen eine Kirche der Freiheit sein“, betont der Pastoralreferent. Jeder sei aufgefordert, sich individuell einzubringen. Die Krippenfeiern seien als „Notlösung“ gedacht. Falls das Wetter nicht mitspiele, werde man sich notfalls mit Schirm und Stiefeln auf den Weg machen. Und dieser Weg sei auch im übertragenen Sinne gänzlich neu. Noch sei nicht abzusehen, ob nach der Premiere am Heiligen Abend 2020 weitere Open-Air-Krippenfeiern in den kommenden Jahren folgen – ganz unabhängig von einer Pandemie.

Die Firmfeier unter freiem Himmel in diesem Jahr sei jedenfalls so gut angekommen, dass man sich entschieden habe, das Sakrament auch weiterhin unter freiem Himmel zu spenden.

0 Wer noch eine Krippenfeier an Heiligabend organisieren möchte, kann sich an die Pastoralreferenten Jürgen Schulze Herding (Tel. 0176-84663911) oder Werner Menke unter Tel. 0151-12117211 wenden.

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