Freiwillige Feuerwehr Gescher bewältigt im Corona-Jahr 2020 insgesamt 192 Einsätze
Bei Bränden und Notlagen zur Stelle

Gescher. Wenn die Feuerwehr ausrückt, heißt das nicht immer, dass es brennt. Die Löschzüge Gescher und Hochmoor bewältigten im vergangenen Jahr insgesamt 192 Einsätze, „nur“ 43 davon waren Brandeinsätze. Technische Hilfeleistungen kommen viel häufiger vor, etwa bei Verkehrsunfällen, Unwetterlagen, Ölspuren oder bei Personen in Notlagen.

Mittwoch, 03.02.2021, 06:35 Uhr
Zu vier schweren Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen – hier auf der L 608 – rückte die Wehr im vergangenen Jahr aus. Foto: Archiv

Wie dem Jahresbericht 2020 zu entnehmen ist, engagieren sich zurzeit 240 Personen bei der Feuerwehr Gescher, von denen wiederum 122 als Einsatzkräfte aktiv sind (116 Männer und sechs Frauen). Froh ist die Feuerwehr über ihren personellen „Unterbau“, denn in Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr wächst Nachwuchs für die Zukunft heran – auch wenn viele Aktivitäten coronabedingt nicht stattfinden konnten.

„Wer hätte gedacht, dass so ein kleines Virus mal unser ganzes Leben bestimmen würde“, schreibt Stadtbrandinspektor Christian Nolte im Bericht der Wehrführung. Corona habe auch das „Feuerwehrleben“ stark beeinflusst: Um die Einsatzfähigkeit aufrecht zu erhalten, habe man auf fast alle Kontakte außerhalb von Einsätzen verzichten müssen. Dennoch seien alle bei der Stange geblieben. Auch im Corona-Jahr 2020 habe die Feuerwehr viele Einsätze bewältigt und unter besonderen Voraussetzungen Schulungen und Lehrgänge durchgeführt. Mit dem Austausch der Helme seien die Weichen für eine zeitgemäße Ausstattung der Kameraden mit persönlicher Schutzausrüstung gestellt worden. Am Gerätehaus Venneweg sei mit dem Aufstellen von Containern für die Umkleidespinde eine Übergangslösung geschaffen worden. Hier hoffe die Feuerwehr, dass es der neuen Stadtspitze mit Bürgermeisterin Anne Kortüm gelingen möge, den „gordischen Knoten“ auf dem Weg zu einem neuen Rettungszentrum in Gescher endlich zu zerschlagen.

Zwei Großbrände (Schwelbrand im Futtersilo und Heuballenbrand in Estern) und fünf Mittelbrände hat die Feuerwehr 2020 gelöscht. Hinzu kommen 33 Kleinbrände und drei überörtliche Brandeinsätze. Brandmeldeanlagen haben 17 Mal ausgelöst. Wegen Unwetter (Sturm) rückte die Wehr 39 Mal aus. Auch Ölspuren oder Öl auf Gewässer waren ein Einsatzschwerpunkt (34). Durch Türöffnungen oder Tragehilfen für Rettungsdienst/Polizei hat die Wehr insgesamt 26 Mal geholfen. Die Einsatzorte verteilen sich auf Gescher (165), Hochmoor (24) und Nachbarorte (3). Zu den „besonderen Einsätzen“, die im Rückblick erwähnt werden, zählen zwei tödliche Verkehrsunfälle, der genannte Schwelbrand in einem Futtersilo, der Brand in einer Güllegrube, aber auch die Rettung einer eingeklemmten Katze aus einem Fenster.

Viele Lehrgänge und Seminare wurden wegen Corona gestrichen. Dort, wo es möglich war, haben die Feuerwehrkameraden externe Möglichkeiten der Weiterbildung genutzt. Einige Dienstabende wurden digital abgehalten. In den Sommermonaten konnten sogar einige Gruppenübungen – unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen – durchgeführt werden. In guter Erinnerung ist der Januar 2020, als Corona noch kein Thema war und die Feuerwehr gleich drei neue Fahrzeuge einweihen konnte (TLF 4000, MTF 1 und Kommandowagen).

Unter Corona haben auch die Nachwuchsorganisationen der Feuerwehr gelitten. Der Dienstbetrieb der Jugendfeuerwehr (22 Mitglieder) war für ein halbes Jahr unterbrochen. Vor dem zweiten Lockdown gab es eine neue Art des Übungsnachmittags: Nicht an den großen Feuerwehrautos, sondern mit Playmobil wurde geübt. Auch bei der Kinderfeuerwehr (33 Jungen und fünf Mädchen) gab es nur im Januar und Februar „normale“ Aktivitäten. Ähnlich das Bild beim Spielmannszug, der vor Pandemiebeginn immerhin noch drei Spieltermine hatte. Nun hoffen alle Abteilungen der Wehr auf Besserung im Laufe des Jahres 2021.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7797775?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker