Wie Mitglieder von Vereinen in der Corona-Pandemie miteinander in Kontakt bleiben
Die Sehnsucht ist groß

Gescher. Für die Vereine ist es aktuell in der Corona-Pandemie nicht leicht, Kontakt mit ihren Mitgliedern zu halten. Das fällt besonders schwer, weil gemeinsame Treffen nicht möglich sind. „Das komplette Vereinsleben ist zum Erliegen gekommen“, bedauert auch Peter Schmitz, Präsident der St.-Pankratius-Schützengilde.

Freitag, 05.02.2021, 06:36 Uhr
Groß ist die Sehnsucht des Gospelchors Spirit Voices danach, wieder einmal für ein Konzert proben zu können, wie es vor der Corona-Pandemie möglich war. Fotos: Archiv Foto: az

Im vergangenen Jahr sei mit dem Sommerfest die zentrale Veranstaltung ausgefallen. Ende August dieses Jahres steht das Schützenfest 2021 auf dem Kalender. Niemand wisse, ob bis dahin Großveranstaltungen wieder möglich seien. Wenn es dafür grünes Licht geben würde, sei auch noch nicht klar, unter welchen Bedingungen ein solches Fest gefeiert werden könne. Mit dieser Unsicherheit müssten aber auch alle anderen Vereine leben, sagt Peter Schmitz.

In der Zwischenzeit habe der Vorstand der Gilde die Gelegenheit für Aufgaben genutzt, für die sonst wenig Zeit sei. Mehr als 10 000 Fotos seien für die Vereinschronik sortiert worden. „Das war zum Teil ein heilloses Chaos“, schmunzelt Peter Schmitz. Nun konnten Lücken im Archiv gefüllt werden. „Wir haben etliche Schätze aus der Vergangenheit der Vereinsgeschichte gefunden gefunden“, sagt der Präsident.

Auch Videofilme sind wieder zum Vorschein gekommen. Einer davon ist auf die Homepage der Gilde gestellt worden. Dabei handelt es sich um eine Rückschau auf das Schützenfest 1977. „Dankbar sind wir auch, dass Stadt-TV uns einen Film über unsere neue Fahne zur Verfügung stellt“, kommentiert Peter Schmitz.

Aktuell plane die Gilde, demnächst Sitzungen online abzuhalten: zum Beispiel für die Offiziere. „Auch Generalversammlungen wären auf diese Weise möglich“, sagt Peter Schmitz. Schließlich gebe es angesichts der Corona-Pandemie nun Sonderregelungen im Vereinsrecht, die vorerst bis zum 31. Dezember 2021 befristet sind. Das Gesetz enthalte nun Erleichterungen für Vereine, um deren Handlungsfähigkeit während der Corona-Krise aufrechtzuerhalten.

Peter Schmitz ist sich sicher, dass die Pankratius-Schützengilde gestärkt aus der Corona-Krise hervorgeht. In den vergangenen vier Jahrhunderten habe die Gilde Mitgliederschwankungen sowie viele Höhen und Tiefen durchlebt und alle Herausforderungen erfolgreich gemeistert.

Der Gospelchor Spirit Voices muss seit langer Zeit auf die wöchentliche Probe verzichten. „Das ist bitter“, sagt die erste Vorsitzende Ludgera Schülting. Ursprünglich wollte der Chor im Februar die Bevölkerung mit einem Konzert erfreuen. Das sei abgesagt worden. „Wir haben dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, im Laufe dieses Jahres doch noch ein kleines Konzert veranstalten zu können“, verrät Ludgera Schülting. Die 58 Chormitglieder, von denen jedes bis heute der Gemeinschaft treu geblieben sei, halten per WhatsApp Kontakt. „Fast täglich gibt es Nachrichten und Lieder zum Mitsingen von unserem Chorleiter Albert Göken“, zeigt sich Ludgera Schülting begeistert und blickt voller Zuversicht sehnsüchtig in die Zukunft. „Wir gehen mit viel Mut daran“, betont sie.

Auch die Landfrauen, die in der vergangenen Woche ihr großes Karnevalsfest gefeiert hätten, versuchen alles, um aus ihrem „Trauermodus“ herauszukommen, wie die erste Vorsitzende Dorothee Bürger unterstreicht. „Das war stets ein unglaublich unbeschwertes Feiern“, sagt sie. „Aber wir sind noch da“, ergänzt sie sofort. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit könne den 400 Landfrauen niemand nehmen. Dank der neuen Technik komme der Vorstand virtuell in Zoom-Konferenzen zusammen. Die Generalversammlung im März, an der stets 70 bis 80 Mitglieder teilnehmen würden, müsse leider ausfallen. „Aber wir haben Glück, denn Vorstandswahlen haben wir nur alle vier Jahre. Die nächsten sind erst in 2022“, sagt Dorothee Bürger.

Die Helferinnen-Runde mit etwa 40 Mitgliedern steht per WhatsApp miteinander in Kontakt und leite regelmäßig Informationen an alle Landfrauen weiter. „Wir müssen alle solidarisch sein. Nur so kommen wir gemeinsam durch die Krise“, appelliert die Vorsitzende der Landfrauen an alle Vereine.

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