Gescheraner haben sich an Mund-Nasen-Schutz gewöhnt/ Bunte Vielfalt durch Einheitsweiß abgelöst
Maske ist ständiger Begleiter

Gescher. Die meisten Läden in der Innenstadt von Gescher sind geschlossen aufgrund der Corona-Pandemie. Das bunte Leben des Ortes wurde im Keim erstickt durch die staatlichen Verordnungen, die ein Ziel haben, die Eindämmung des heimtückischen Virus.

Montag, 08.03.2021, 06:16 Uhr
Pilica Ljubica (57) und Tochter Areala (31) wissen den Nutzen der FFP2-Masken zu schätzen. Fotos: Elvira Meisel-Kemper Foto: az

Bereits am 27. April 2020 führte deshalb das Land NRW die allgemeine Mund-Nasen-Schutz-Verordnung ein, die das Tragen von Masken an bestimmten Orten vorschreibt. Am 25. November 2020 wurde die Maskenpflicht noch einmal verschärft und ausgeweitet. Am 19. Januar 2021 wurden medizinische Masken Vorschrift an bestimmten Orten.

Bis dahin war der individuellen Gestaltung der Masken Tür und Tor geöffnet. Viele nähten die Masken selbst, verkauften oder verschenkten sie.

Seitdem die medizinischen Masken Vorschrift wurden, vor allem in Geschäften und Arztpraxen, dominiert die Farbe Weiß die Bedeckung von Mund und Nase. Mit der bunten und individuellen Gestaltung war es damit so gut wie vorbei. Der Blick in das Straßenbild der Innenstadt von Gescher bestätigt das. Weiße, medizinische Masken sind längst zum alltäglichen Accessoires geworden, entweder lässig am Handgelenk getragen oder direkt im Gesicht.

Gisela Stenert (52 Jahre) aus Gescher kann sich noch gut an ihre erste Maske erinnern: „Die erste Maske war eine selbstgenähte Maske mit einem Hundemotiv drauf. Die FFP2-Masken sind dafür nicht so gut zum Atmen, aber ich akzeptiere das.“ Wie so viele Maskenträger will sie sich damit allerdings nicht fotografieren lassen, da die Akzeptanz der Ästhetik des eigenen Aussehens mit Maske hinter dem Verständnis für das Tragen der Maske deutlich hinterherhinkt.

Lisa Walfort (19) trägt ihre Einwegmaske in der Tasche beim Bummel durch die Innenstadt ihres Heimatortes. „Am Anfang war es ein bisschen befremdlich. Man hat sich eingeengt gefühlt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, auch wenn es umständlicher ist“, so Walfort.

Problematisch ist es für Brillenträger, denn das Beschlagen der Gläser nach dem Aufsetzen der Maske finden sie immer wieder störend. Auch das Tragen der Maske in der freien Natur finden viele der Befragten überflüssig.

Monika Will (70) hat gerade im Supermarkt eingekauft. Auch auf dem Parkplatz trägt sie die medizinische Maske, so wie es Vorschrift ist. Begeistert ist sie aber nicht: „Ich würde drei Kreuze machen, wenn ich keine Maske mehr tragen müsste. Als die Grippewellen waren, gab es diese Vorschrift nicht.“

Noch dazu hat sie als Brillenträgerin und Allergikerin weitere Probleme damit: „Es drückt hinter den Ohren, die Brille beschlägt. Und wenn ich mir dann mal im Geschäft die Nase putzen muss, weil ich Heuschnupfen habe, muss ich mir tiefe Blicke gefallen lassen.“

Pilica Ljubica (57.) und ihre Tochter Areala (31) sehen diese Vorschrift schon wieder gelassener. „Anfangs habe ich versucht, die Masken selbst zu nähen. Das hat nicht geklappt“, gesteht Pilica Ljubica lachend.

„Als die Schweinegrippe grassierte, war ich Kassiererin. Eine Kundin hat mir damals direkt ins Gesicht geniest. Damals hätte ich gern eine Maske gehabt“, ergänzt sie schon deutlich ernster. Und ihre Tochter Areala fügt noch weitere Argumente für die Maske hinzu: „Ich arbeite im Krankenhaus. Da ist es besonders wichtig. Außerdem braucht man sich nicht mehr so viel zu schminken mit Maske.“

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