Kunstprojekt an der Gesamtschule Gescher mit schönen Ergebnissen
Und plötzlich ist Belarus ganz nah

Gescher. Rund 2000 Kilometer liegt Belarus, das ehemalige Weißrussland, von Gescher entfernt. Im Rahmen eines Kunstprojekts der fünften Klassen an der Gesamtschule rückte dieses Land den Schülerinnen und Schüler ganz nah. Das lag auch an Julia Hintemann, die 2008 von Witebsk/Belarus nach Deutschland kam. Heute lebt sie in Stadtlohn. An der Gesamtschule in Gescher arbeitet sie als Lehrerin in den Fächern Kunst, praktische Philosophie und Arbeitslehre Technik. Um das Kunstprojekt ihres Kollegen Michael Robers zu unterstützen, ging sie in die Klassen und berichtete über ihr Geburtsland.

Donnerstag, 01.04.2021, 06:40 Uhr
Auf kreative Weise brachen die Fünftklässler der Gesamtschule ihre Vorstellungen von „Rechten und Mitbestimmung“ zum Ausdruck. Foto: az

Das schlug sich auch in den Reaktionen der 23 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c (11/12 Jahre alt) nieder. Frieda wusste nur so viel aus den Nachrichten, dass es dort „viel Streit“ gibt. Ivan hat erst durch die Berichte von Lehrerin Hintemann etwas von dem Land erfahren. „Ich wollte dann auch helfen“, lautete Ivans Kommentar dazu. Andere Schüler wussten gar nicht, dass es das Land überhaupt gibt. „Vorher habe ich nur von Russland gehört“, äußerte sich Clara dazu.

Erstmals dachten die Schüler-/innen auch über das Thema „Rechte und Mitbestimmung“ nach. „Mitbestimmung bedeutet für mich, dass jeder mitbestimmen darf“, äußerte Alina. Für Luca sollten Vorschläge aus der Mitbestimmung heraus auch diskutiert werden. Klara hatte dazu auch eine eigene Meinung: „Für mich bedeutet Mitbestimmung, dass jeder mitbestimmen darf, egal wie alt er ist und wie er aussieht.“ Praktische Mitbestimmung in der Wahl des Klassensprechers war Josefa wichtig. Und Amelie brachte die Meinung vieler auf den Punkt: „Ich finde, dass jeder Mensch mitbestimmen kann.“

Im Kunstunterricht setzten sich die Schüler mit der Scherenschnitttechnik „Wycinaka“ auseinander, die in Osteuropa weit verbreitet ist. Aus den Nachrichten kannten einige Kinder die weiß-rot-weiße Nationalflagge von Belarus. Mit der Flagge und dem Wappen des Landes setzten sie sich in dieser Technik kreativ auseinander. Mit den farbenfrohen Ergebnissen nahm die Schule am Wettbewerb „Deutscher Schulpreis“ teil und landete im Finale prompt unter die 25 besten Schulen Deutschlands. Für das Finale lautete die Aufgabe, einen „geflügelten Stuhl“ zu gestalten. Jede fünfte Klasse der Gesamtschule Gescher hat dazu eine „Feder“ aus Papier-Applikationen gestaltet. In diese „Feder“ haben sie Bilder und Worte zu den schulischen Werten und zum Gesamtprojekt integriert. Die Klasse 5c gestaltete ihre „Feder“ mit der Flagge von Belarus, die einige von ihnen aus den Nachrichten kannten. „Dieses Zeichen der Solidarität hat mich als gebürtige Weißrussin und Kunstlehrerin zu Tränen gerührt. Ich habe ja noch Familie dort“, fasste Hintemann ihre ganz persönliche Reaktion zusammen.

Demnächst sind die Bilder auf der aktuellen Homepage der Gesamtschule Gescher zu sehen. Auch darauf freuen sich alle Beteiligten.

| www.gesamtschule-gescher.de

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