CDU und Grüne vor Entscheidung in der Kanzlerkandidatenfrage
Keine Präferenz in Gescher

Gescher. Bald dürfte klar sein, wer sich um die nächste Kanzlerschaft in der Bundesrepublik Deutschland bewirbt. Nachdem sich die SPD schon frühzeitig auf Olaf Scholz festgelegt hat, zeichnen sich auch bei CDU und Grünen Entscheidungen ab. Am vergangenen Wochenende haben sich die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Armin Laschet und Markus Söder, erstmals öffentlich bereiterklärt, die Kanzlerkandidatur übernehmen zu wollen, gestern gab es weitere Beratungen. Bei den Grünen will der Bundesvorstand Anfang nächster Woche vorschlagen, wer von den beiden Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck ins Rennen geht. Wir haben die örtlichen Parteivorsitzenden von CDU und Grünen gefragt, wen sie sich als Kanzlerkandidat wünschen – klare Präferenzen gibt es demnach nicht.

Dienstag, 13.04.2021, 06:40 Uhr aktualisiert: 13.04.2021, 11:46 Uhr

„Mit den erfahrenen Ministerpräsidenten Armin Laschet und Markus Söder haben wir zwei sehr geeignete Kanzlerkandidaten zur Auswahl“, so Dominikus Bartusch, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Gescher. Beide hätten gezeigt, dass sie kämpfen, überzeugen und Wahlen gewinnen könnten. Bartusch plädiert für eine rasche Entscheidung, möchte kein Ausreizen von Fristen. „Wir wünschen uns eine zügige Einigung auf eine Kandidatur, denn unsere Wähler erwarten auch in dieser Frage Führungsstärke, Verlässlichkeit und eine klare Zukunftsperspektive“, teilte er auf Anfrage mit.

Nachdem Laschet und Söder ihre Bereitschaft zur Kandidatur verkündet hätten, obliege es nun dem CDU-Bundesvorstand, einen Vorschlag für den Bundesparteitag zu machen. Bartusch: „Ein Meinungsbild oder einen Favoriten werden wir im Stadtverband Gescher erst in einer der nächsten Vorstandssitzungen abfragen.“ Spannend werde auch zu beobachten sein, welche Kandidatenauswahl andere Parteien träfen und mit welchem Profil diese überzeugen sollten. Von „Überraschungskandidaten“ geht der CDU-Vorsitzende nicht aus. „Wenn die Kandidatenfindung aller Parteien im Mai abgeschlossen ist, sind noch vier bis fünf Monate Wahlkampf möglich. Ich denke, das wird uns allen völlig ausreichen“, so Bartusch.

Angelika Dapper-Schneider, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Gescher, hat großes Vertrauen in den Bundesvorstand ihrer Partei bei der Entscheidungsfindung. „Als Vorsitzende der Grünen in Gescher bin ich froh, dass mit Annalena Baerbock und Robert Habeck zwei starke Persönlichkeiten als Spitzenduo die Grünen im Wahlkampf vertreten. Ich bin davon überzeugt, dass beide das Amt der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers gut besetzen könnten, weil sie dafür sehr gute Fähigkeiten mitbringen“, äußert sich die Gescheranerin. Das grüne Spitzenduo verfüge zudem über ein kompetentes Team, um die kommenden Aufgaben, wie die Umsetzung des Klimaschutzes, den Umbau von Industrie und Agrarpolitik in eine nachhaltige Wirtschaft, eine Pandemiestrategie und eine Gestaltung der Gesellschaft ohne Benachteiligung und Rassismus anzugehen. Wer kandidiere, das sei eine persönliche Frage, die nur die beiden beantworten könnten. „Wir sind sehr gespannt auf den Tag der Bekanntmachung“, so Dapper-Schneider.

Bei der CDU sorgt eine weitere Personalentscheidung für Spannung, denn auch im hiesigen Bundestagswahlkreis haben die Christdemokraten die Wahl. In diesem Jahr bewirbt sich neben dem Amtsinhaber Johannes Röring (Vreden) auch Anne König (Borken) um die Kandidatur zum Bundestag. Bereits vor einiger Zeit waren beide zu Gast in einer Zoom-Konferenz für die CDU-Mitglieder in Gescher, sodass sich die Teilnehmer einen guten Eindruck von beiden machen konnten. Dominikus Bartusch: „Am 28. Mai werden wir in einer Kreis-Mitgliederversammlung die Wahl treffen, so viel steht im Kreis Borken im Gegensatz zum Bund schon einmal fest.“

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