Stadt Gescher will in diesem Jahr für 200 000 Euro Wirtschaftswege sanieren
„Asphalt im Hocheinbau“ geplant

Gescher. Eigentlich hätte 2021 das Jahr sein sollen, in dem ein unlängst aus der Taufe gehobener Wirtschaftswegeverband in Gescher die ersten Baumaßnahmen für die Wege im Außenbereich auf die Schiene setzt. Doch alles ist anders angekommen. Erst verzögerten rechtliche Fragen die Verbandsgründung, jetzt verhindert die Corona-Pandemie, dass die Errichtungsversammlung für den Verband abgehalten werden kann. Vor diesem Hintergrund will die Stadt Gescher tätig werden und Sanierungsmaßnahmen mit einem Volumen von 200 000 Euro in Auftrag geben. Welche Wege angepackt werden, darüber berät der Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt (ILU) am kommenden Mittwoch (21. 4.). Nach Rücksprache mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverband (LOV) liegen vier Vorschläge auf dem Tisch, die zu priorisieren sind.

Donnerstag, 15.04.2021, 06:36 Uhr
Vier Wirtschaftswege in den Bauerschaften Tungerloh-Capellen und Estern kommen für eine kurzfristige Sanierung in Betracht. Der ILU-Ausschuss entscheidet nächste Woche über die Priorisierung. Foto: az

Im Außenbereich ist in den letzten Jahren wenig passiert. Den Durchbruch sollte die angestrebte Verbandslösung bringen. Jeweils 100 000 Euro wollte die Stadt Gescher in den Jahren 2020 und 2021 als Investitionszuschuss gewähren, mindestens die gleichen Beträge hätten die Grundstückseigentümer als Verbandsmitglieder aufgebracht. Weil aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage keine Errichtungsversammlung stattfinden kann und laut Verwaltung möglicherweise eine erneute Offenlegung der Antragsunterlagen erforderlich ist oder zumindest sinnvoll erscheint, sollen erste Baumaßnahmen in diesem Jahr umgesetzt werden. Das deckt sich mit einem Antrag der SPD, die im Rahmen der Haushaltsberatungen gefordert hatte, die für den Verband vorgesehenen Mittel schon 2021 für Wegesanierungen einzusetzen.

Doch der Investitionsstau ist groß, der Betrag reicht – je nach Ausschreibungsergebnis – nur für die Sanierung von zwei bis 2,5 Kilometern Wirtschaftswege. Vier ermittelte Hauptwirtschaftswege, deren Zustand nach der vorliegenden Kategorisierung als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ eingestuft wird, stehen im Fokus (siehe Karte). Sie liegen in Tungerloh-Capellen und Estern und haben eine Gesamtlänge von knapp 3,5 Kilometern. „Demnach können in 2021 voraussichtlich nicht alle vier vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Aufgabe der ILU-Mitglieder ist es nun, eine Rangfolge festzulegen. Dieses Programm soll dann in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln und den Ausschreibungsergebnissen abgearbeitet werden.

„Asphalt im Hocheinbau“ wird als Sanierungsart vorgeschlagen. Dieses Verfahren werde auch an klassifizierten Straßen und von anderen Kommunen angewandt, informiert die Verwaltung. Zunächst würden die Banketten profiliert und die bestehenden Asphaltflächen gereinigt. Die vorhandenen Wegeflächen würden dann ohne vorheriges Abfräsen mit einer Asphalttragschicht im Hocheinbau versehen, welche dem Profilausgleich und der Verstärkung diene. Nächste Schritte seien das Aufbringen der neuen Asphaltdecke und die Niveau-Angleichung der Anschlüsse an die angrenzenden Wege. Abschließend würden die Banketten mit Schottermaterial aufgefüllt und profiliert. Die Kosten für dieses Verfahren beliefen sich auf etwa 25 Euro (brutto) pro Quadratmeter.

7 Die ILU-Sitzung ist öffentlich und findet am Mittwoch (21. 4.) um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt.

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