Anfang Mai Baubeginn für neues Wasserwerk in Nordvelen
Gutes Trinkwasser für Generationen

Gescher. Fällarbeiten haben auf dem Grundstück der Stadtwerke Gescher GmbH in Nordvelen bereits stattgefunden. Richtig los geht es hier mit Bauarbeiten in der ersten Maiwoche: Dann entsteht auf der Fläche neben der jetzigen Anlage ein neues Trinkwasserwerk für rund 4,8 Millionen Euro. „Mit dem Neubau des Wasserwerkes sichern die Stadtwerke die lebensnotwendige Trinkwasserversorgung auch für unsere nächsten Generationen. Wir freuen uns, dieses besondere Generationenprojekt umsetzen zu können“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführerin Ursula Boes. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Ende 2022/Anfang 2023 geplant.

Freitag, 16.04.2021, 06:36 Uhr
Blick ins Innenleben des neuen Wasserwerkes: Große Filteranlagen und moderne Technik dienen der Aufbereitung des Rohwassers. Foto: az

Das jetzige Wasserwerk in Nordvelen wurde 1953/54 auf einem Erbpachtgrundstück erbaut und 1983 erneuert. Jetzt ist die Technik in die Jahre gekommen, auch die Kapazitäten reichen nicht mehr aus. Bei der Aufbereitung sind 270 Kubikmeter Wasser pro Stunde wasserrechtlich möglich, 160 Kubikmeter sind mit der jetzigen Anlage maximal zu schaffen. Besonders an Hitzetagen im Sommer, wenn der Trinkwasserbedarf der Gescheraner hoch ist, reicht das nicht mehr aus.

Aufgrund von Kostenschätzungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen hat sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke anstelle einer Sanierung für einen Neubau entschieden und das Büro Wetzel + Partner in Moers mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung beauftragt.

Das neue Wasserwerk entsteht 150 Meter vom jetzigen Werk in Nordvelen entfernt auf einem Nachbargrundstück, das die Stadtwerke schon vor Jahren angekauft haben. Die vorhandenen Tiefbrunnen, aus denen die Stadtwerke maximal 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus den Halterner Sanden fördern dürfen, werden weiter genutzt. „Wir legen nur die Leitungen um“, erläutert Joachim Alberding, technischer Leiter der Stadtwerke Gescher.

Der Neubau besteht aus einer rund 450 Quadratmeter großen und elf Meter hohen Stahlbauhalle, voraussichtlich mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Zur Straße hin ist eine Klinker- und Verbundfassade vorgesehen. Drinnen werden größere Filteranlagen und Technik nach dem neuesten Stand untergebracht, um das Rohwasser aufzubereiten. Was danach ins Netz fließt, ist bestes Trinkwassser.

Bei der ersten Vorstellung der Planung vor über einem Jahr waren die Kosten noch mit 4,2 Millionen Euro beziffert worden. Seitdem wirkt sich die Corona-Pandemie mit steigenden Rohstoffpreisen und höheren Kosten durch Auflagen (zum Beispiel Hygienekonzepte) aus. Ursula Boes rechnet nun mit Gesamtkosten von etwa 4,8 Millionen Euro.

Nach Auskunft der Stadtwerke-Geschäftsführerin ist die Ausschreibung in drei Losen erfolgt. Den Zuschlag für den bautechnischen Teil hat das Unternehmen Hofschröer GmbH & Co. KG aus Lingen erhalten. Dieses Los enthält diverse Unterausbaugewerke (Malerarbeiten, Fliesen, Haustechnik usw.), für die örtliche Unternehmen leider kein Angebot abgegeben haben. Ursula Boes: „Der Generalunternehmer Hofschröer wird auf unseren Wunsch hin versuchen, für Unterausbaugewerke bevorzugt Unternehmen vor Ort zu berücksichtigen.“

Der Auftrag für Filteranlagen und Prozesstechnik ist an die Firma A + H Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG aus Isselburg vergeben worden. Das dritte Los (Elektrotechnik) ist bis dato noch offen.

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