Authentische Lesung mit Ulrike Bliefert aus „Die Samariterin“
Nach Lichtblick droht die dunkle Gefahr

Osterwick. Dunkel ist es im Forum der Sebastiangrundschule. Nur ein einziges Lämpchen scheint auf den Schreibtisch, der dort aufgestellt ist. Etwas Geheimnisvolles hat die Atmosphäre. Mindestens genauso geheimnisvoll sind die Zeilen, die Ulrike Bliefert am Abend aus ihrem Werk „Die Samariterin“ verliest.

Donnerstag, 23.01.2020, 13:16 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 13:20 Uhr
Nur die Leselampe von Ulrike Bliefert leuchtete am Abend im Forum der Sebastiangrundschule. So lag eine geheimnisvolle Stimmung in der Luft – passend zu ihrer Lesung aus „Die Samariterin“. Foto: Leon Seyock

130 Gäste lauschen gebannt der Autorin, die ihre Zuhörer mit in eine Welt voller Liebe, Hingabe und Zuneigung nimmt.
Susanne Kleinschmitt hat alle Warnungen ihrer Freundin und Gefängnis-Psychologin Evelyn in den Wind geschlagen. Und dabei war es sie gewesen, die ihr geraten hatte, auf ein Zeitungsinserat von einem jungen Mann zu antworten. Mehrere Briefe tauschten Susanne und Andreas Vogel aus, bis es zu ihrem ersten Treffen kommt. Plötzlich findet sich Susanne in einem Regionalzug in der Eifel wieder. Als dieser an der Justizvollzugsanstalt Diez hält, steigt sie aus. Denn Andreas – Andy, wie sie ihn liebevoll nennt – sitzt hinter Gittern. Zunächst durch eine Plexiglasscheibe getrennt, entwickelt sich immer mehr zwischen ihnen. Im Verlauf hat der Häftling Aussicht auf Entlassung. Es scheint, als sei es Susannes Lichtblick in ihrem dunklen Leben – doch dann tut sich ein Abgrund auf, den sie niemals hätte entdecken dürfen.
Was geht im Kopf einer Frau vor, die sich in einen Häftling verliebt? Diese Frage hat Autorin Ulrike Bliefert gefesselt und wurde dadurch zu ihrem Buch inspiriert.
Authentisch trägt sie unterschiedliche Auszüge aus ihrem Thriller mit verschiedenen Personen vor. Dass sie jahrelange Erfahrung als Schauspielerin mitbringt, macht die Geschichte rund um Susanne, die als ein zartes Wesen voller Naivität und Hingabe, vor allem zu ihrer pflegebedürftigen und undankbaren Mutter, beschrieben wird, noch glaubwürdiger. Sofort ist der Zuhörer in die Geschichte eingetaucht. Mit verschiedenen Stimmlagen und markanten Betonungen vermittelt sie Gefühle, Gedankenstimmen und Dialoge passend und überzeugend. Bildlich vor Augen können sich die Gäste das Erzählte vorstellen. Es macht Freude, der 68-jährigen Autorin, die nah an ihrem Publikum sitzt, zu horchen. Gerade als sie das Anwesen eines alten Forsthauses beschreibt, knarrt in den Hinterräumen des Forums eine Tür. Bliefert muss schmunzeln – trägt es doch genau in diesem Moment zur passenden Stimmung bei.
Wie die Geschichte zwischen der gebrechlich wirkenden Susanne und dem Häftling Andreas ausgeht – ob sie in den Abgrund fällt oder ob beiden eine rosige Zukunft blüht – erfahren die Zuhörer am Abend nicht. An dieser Stelle beendet Bliefert ihre Lesung. „Das Buch macht Lust, genau jetzt weiterzulesen“, sagt eine Zuhörerin. Wie ihr ergeht es einigen Gästen mehr, die am Stand der Bücherschmiede Billerbeck das Buch „Die Samariterin“ erwerben und sich von Bliefert persönlich signieren lassen.

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