Rosendahler Liederabende finden am Wochenende zum letzten Mal statt – ein Rückblick
„Es war eine einzigartige Sache“

Rosendahl. Alles begann mit einer privaten Veranstaltung, die der damalige Bürgermeister Georg Meyering besuchte. „Dort habe ich die Mezzosopranistin Barbara Arneke und die beiden Pianisten Heike und Rolf Janßen-Müller erlebt. Sofort war mir klar, dass sie auch etwas für die Rosendahler wären“, berichtet Meyering. Gemeinsam mit der damaligen Kulturbeauftragten Dorothea Roters verfolgte er diese Idee – und im Jahr 2000 fand der erste musikalisch-kulinarische Opernabend im Rathaus statt. Die Rosendahler Liederabende waren geboren und erfreuen sich seitdem großer Beliebtheit.

Montag, 10.02.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 10:22 Uhr
Unter dem Titel „Der Abschied“ tritt das Ensemble um (von links) Barbara Arneke, Heike Janßen-Müller, Michael Nonhoff, Esther Hock, Rolf Janßen-Müller und Michael Senzig (nicht im Bild) am Wochenende ein letztes Mal im Rosendahler Rathaus auf die Bühne. Foto: Archiv

Arneke, wohnhaft in Mainz, und das Ehepaar Janßen-Müller aus Ibbenbüren sind seit der Geburt der Liederabende Teil des Ensembles, das auch in diesem Jahr am Samstag und Sonntag (15. und 16. 2.) auf der Bühne stehen wird. „Das aber leider zum letzten Mal“, teilt Melanie Hinske-Mehlich, Kulturbeauftragte der Gemeinde, mit. Somit ist nach 21 Jahren Schluss. Denn Arneke sagte einst, sie wolle nicht eines Tages mit Rollator auf der Bühne erscheinen. „Von daher haben alle Beteiligten gemeinsam beschlossen, genau dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist“, sagt die Kulturbeauftragte.

So finden die Liederabende am kommenden Wochenende unter dem Titel „Der Abschied“ statt. Das Besondere an diesen Veranstaltungen: Das Programm ist aus Stücken zusammengestellt, die sich die Zuschauer im vergangenen Jahr gewünscht haben. „Das sind Lieder, die besonders eindrucksvoll waren und hängengeblieben sind“, sagt Hinske-Mehlich. Von daher fällt das Programm zum Abschied in diesem Jahr etwas umfangreicher aus als in den vergangenen Jahren.

Im Jahr 2001 stieß der in Rosendahl geborene Bariton Michael Nonhoff zu dem Ensemble hinzu, das sich bis heute bewährt hat. Bis 2011 gehörte außerdem die Sopranistin Beatrice Bergér zum Ensemble. Seit 2003 ist der Mainzer Tenor Michael Senzig unverzichtbar und eine feste Größe bei den Rosendahler Liederabenden. Gemeinsam mit Barbara Arneke zeichnet er bis heute für das Programm verantwortlich. „Sie stellen die Lieder selbst zusammen und dichten sogar manches Mal Passagen um, damit es dramaturgisch aufeinander abgestimmt ist“, berichtet Hinske-Mehlich. 2012 folgte auf Bergér die Sopranistin Nicole Tamburro. Aufgrund einer Erkrankung fiel sie im Jahr 2017 aus – gewann aber ihre junge und erfolgreiche Schülerin Esther Hock als Ersatz. „Sie hat sich sehr harmonisch in das Ensemble eingebracht – und ist deshalb bis heute geblieben“, lächelt Hinske-Mehlich.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blickt sie auf das Abschiedskonzert. „Diese Zusammenstellung der Künstler gab es in dieser Form nur in Rosendahl. Es war eine einzigartige Sache, wir sind eine richtige Liederabend-Familie geworden“, berichtet Hinske-Mehlich. Und genau das ist es, was die Liederabende ausmachte – das familiäre Miteinander.

Neben der musikalischen Professionalität gehörte auch das leibliche Wohl stets dazu. Bis 2009 präsentierte Familie Böckelmann jedes Jahr ein schmackhaftes Menü passend zu den Themen. „Wir hatten osteuropäische Gaumenfreuden oder ein österreichisches Buffet“, blickt Hinske-Mehlich zurück. Im Jahr 2010 übernahm das Restaurant Feldkamp aus Darfeld die Bewirtung – und wird auch in diesem Jahr mit einem Finger-Food-Buffet aufwarten.

Mit Stolz blickt die Kulturbeauftragte darauf zurück, welch feste Institution die Liederabende stets waren. „Im ersten Jahr fand das Konzert auf nackter Bühne ohne jegliche Dekoration statt“, erinnert sie sich an das Jahr 2000 und die ersten Veranstaltungen. Seit 2001 kümmert sich Helmut Möllers ehrenamtlich um eine festlich-schöne Atmosphäre, dem der Dank der Kulturbeauftragten gilt.

Für die Zukunft gebe es bislang noch kein Konzept. Erste Ideen seien bereits entstanden, die aber noch weiter vertieft werden müssten.

- Rosendahler Liederabende, „Der Abschied“, am Samstag (15. 2.) und am Sonntag (16. 2.), beide Veranstaltungen sind ausverkauft. Am Freitagabend (14. 2.) veranstaltet die Gemeinde einen Sponsoren-Abend, an dem sie alle ehrenamtlichen Helfern und Aktiven für ihr Engagement dankt.

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