Friseure dürfen ab heute ihre Arbeit wieder aufnehmen
Mundschutz ist die Eintrittserlaubnis

Darfeld. Die Erleichterung ist definitiv da. „Auch wenn das Arbeiten in den ersten Tagen sicherlich gewöhnungsbedürftig ist“, sagt Gabi Dolle vom gleichnamigen Friseursalon in Darfeld. Ab dem heutigen Montag dürfen Friseure unter der Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Dafür hat Gabi Dolle gemeinsam mit ihrem Mann Winfried und Tochter Tanja Dolle den Salon vorbereitet und ihre Mitarbeiter mit den ab sofort herrschenden Regeln vertraut gemacht.

Montag, 04.05.2020, 06:26 Uhr
Jeder Kunde muss zuerst am Haarwaschbecken Platz nehmen: Tanja (von links), Gabi und Winfried Dolle dürfen, wie alle Friseure, ab heute wieder ihren Salon öffnen, allerdings unter Einhaltung zahlreicher Auflagen. So müssen jedem Kunden die Haare gewaschen werden. Foto: Leon Seyock

„Die wichtigste Maßnahme, die wir getroffen haben, ist das Entfernen einiger Stühle“, sagt Winfried Dolle und blickt durch den Salon. So nimmt ab sofort nur vor jedem zweiten Spiegel ein Kunde Platz – im Herren- sowie auch im Damenbereich. So soll sichergestellt werden, dass der Sicherheitsabstand zwischen den Kunden von zwei Metern eingehalten werden kann. Dazu gehört auch, dass es keine Wartezone mehr geben wird. „Wir schneiden nur noch mit Termin“, betont Gabi Dolle.

Wer den Salon betritt, muss einen Mundschutz tragen. „Ohne darf der Salon nicht betreten werden“, informiert Winfried Dolle. Nicht nur die Kunden, auch die Mitarbeiter des Salons müssen eine Gesichtsmaske tragen. Darüber hinaus hat Familie Dolle für sich sowie für die Mitarbeiter Visiere aus flexiblen Plexiglasscheiben für einen zusätzlichen Schutz vor dem Gesicht zugelegt. „Ob sich das bewährt, werden wir dann in den ersten Tagen sehen“, urteilt Tanja Dolle, die zur Probe eines der Schutzvisiere aufgesetzt hat.

Nach Betreten des Salons muss zunächst jeder Kunde seine Daten in eine Liste eintragen. „Das teilen wir ihnen bereits am Telefon mit“, so Winfried Dolle. Die Liste soll dazu beitragen, eine eventuelle Infektionskette schneller aufklären zu können.

Bevor die Friseure mit dem eigentlichen Schnitt beginnen, müssen sie jedem ihrer Kunden die Haare waschen – mit Handschuhen. Auch das sei eine Vorgabe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, informiert Gabi Dolle.

Vor dem Frisierspiegel Platz genommen, gelten weitere Schutzmaßnahmen für Kunden und Friseure. So sollen nach Möglichkeit Einweg-Umhänge für die Kunden verwendet werden. „Zudem fällt die Bewirtung unserer Kunden weg. Auch Zeitschriften werden nicht mehr ausliegen“, kündigt Winfried Dolle an. Arbeiten wie Färben oder Dauerwellen werden wieder angeboten – wer sich allerdings die Wimpern zupfen oder den Bart stutzen lassen möchte, muss sich weiterhin gedulden: „Arbeiten, die in der Gesichtspartie stattfinden, dürfen wir nicht ausführen“, betont Winfried Dolle.

Nach jedem Kunden wird das Werkzeug und der Stuhl gründlich desinfiziert, so auch der gesamte Salon abends nach Ladenschluss. Eine weitere Schutzmaßnahme: „Die Oberbekleidung unserer Mitarbeiter bleibt im Salon und wird vor Ort gewaschen“, erläutert Gabi Dolle. Damit soll verhindert werden, dass Viren eventuell nach außen getragen werden.

„Das Zwischenmenschliche fehlt durch die Maßnahmen eindeutig“, weiß Gabi Dolle schon jetzt. Der freundliche Handschlag zur Begrüßung, das Lächeln und lockerer Small-Talk: Darauf werden Friseure und ihre Kunden erst einmal verzichten müssen. „Die Gesundheit aller geht aber eindeutig vor“, ist Gabi Dolle dazu bereit, auch unter den Auflagen ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7394295?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker