Besuche in der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian ab Sonntag wieder möglich
Eine logistische Herausforderung

Rosendahl. Glücklich schätzt sich Christoph Klapper, Leiter der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian, dass ein Garten an die Einrichtung angrenzt. Denn in drei Pavillons sollen dort ab Sonntag (10. 5.) wieder Besucher in Empfang genommen werden. „Das muss aber mit Augenmaß passieren und die Besucher müssen sich rücksichtsvoll verhalten“, betont Klapper.

Freitag, 08.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 06:04 Uhr
Begleiten am Muttertag Besucher Bewohner: (von links) Pflegedienstleiter Michael Tiltmann, Sozialdienstleiter Thomas Süthold, Einrichtungsleiter Christoph Klapper und Ehrenamtskoordinatorin Maria Richter. Dazu sind aber einige Vorkehrungen nötig. Foto: Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verkündete in dieser Woche, dass ab Sonntag wieder Besuche in Seniorenheimen möglich sein sollen. „Seitdem warten wir auf die entsprechende Verordnung. Keiner weiß momentan, welche verbindlichen Maßnahmen umgesetzt werden müssen“, erläutert Klapper. Grundsätzlich begrüße er, dass Angehörige wieder besucht werden dürfen – aber nicht ausgerechnet zum Muttertag. „Laumann hat sich vielleicht emotional leiten lassen und das Vorhaben nicht mit Beteiligten abgestimmt“, vermutet Klapper.

Um trotzdem ab Sonntag Besuche ermöglichen zu können, hat die Stiftung einige Vorkehrungen getroffen. So ist es erforderlich, dass sich Besucher im Vorfeld telefonisch ankündigen. „Die Termine werden dann von uns vergeben“, informiert der Einrichtungsleiter. So soll verhindert werden, dass sich zu viele Besucher zur gleichen Zeit in der Einrichtung befinden. Zudem werde bei der Terminvergabe darauf geachtet, dass nur Bewohner aus der gleichen Wohngruppe gleichzeitig Besuch empfangen. „Damit möchten wir mögliche Ansteckungsketten unterbrechen“, schildert Klapper weiter. Besucher – die alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen – müssen vor Ort ihre persönlichen Daten sowie den Grund des Besuchs in eine Liste eintragen und sich einem kurzen Gesundheits-Check unterziehen. Persönlich wird der Besuch im Anschluss von Sozialdienst-Mitarbeitern zu den Bewohnern begleitet und von dort auch wieder abgeholt. Pflegekräfte kämen nicht zum Einsatz, da sie ihren Pflegetätigkeiten weiter nachkommen müssten. Im Garten haben dann maximal zwei Besucher pro Bewohner zwei Stunden Zeit für persönliche Gespräche – mit Einhaltung des nötigen Sicherheitsabstandes. Wer bettlägerige Personen besuchen möchte, muss zusätzlich zur Gesichtsmaske einen Kittel sowie eine Schutzbrille tragen.

„Logistisch ist das eine große Herausforderung“, merkt Christoph Klapper an. Große Sorge hat er, dass die Schutzkleidung ausgeht. „Das Material, das im Haus benötigt wird, wird jetzt zum Teil an Besucher abgegeben“, merkt er an. Auch einige Kräfte, die in der Einrichtung arbeiten, gehörten zur Risikogruppe und müssten deshalb besonders geschützt sein. So hat die Einrichtung beispielsweise rund 200 Schutzkittel auf Vorrat – ist dieser aufgebraucht, sei es schwierig, an neues Material zu kommen.

Aufgrund der Vielzahl an Anmeldungen wird die Besuchszeit am Sonntag auf 30 Minuten beschränkt sein. „Wir sind alle im Einsatz und machen das Beste aus der Situation“, verspricht Klapper. Möglichst viele Besuche sollen am Muttertag ermöglicht werden. Ein Level, das auf Dauer nicht gehalten werden könne: „Wie viele Besucher wir während unserer täglichen Arbeit empfangen können, wird sich zeigen.“ In Anbetracht der Anstrengungen rechnet er mit fünf bis sechs Besuchern pro Tag.

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