Gemeinde führt in den nächsten Wochen Sanierungen durch
Kleiner Roboter zieht Kanal im Kanal

Rosendahl. Kanalsanierungen in verschiedenen Straßen – ober- und unterirdisch – führt die Gemeinde in den kommenden Wochen durch. „Die Firma Steinbrecher ist aktuell damit beschäftigt, die Anschlussstutzen der Kanäle, also die Verbindungen von den Hausanschlüssen zum Hauptkanal, zu sanieren. Denn das kann nicht mit einem Roboter unterirdisch erledigt werden“, erklärt Dipl.-Ing. Christoph Wübbelt aus dem Fachbereich Planen und Bauen. Betroffen von den ober- und unterirdisch durchgeführten Sanierungen der Kanäle sind die Vredestraße, die Josefstraße und der Sökelandweg.

Donnerstag, 30.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 06:03 Uhr
An der Vredestraße sind die Kanalsanierungen bereits in vollem Gange. Anne Brodkorb (Fachbereichsleiterin Planen und Bauen) und Dipl.-Ing. Christoph Wübbelt (rechts) erklären, dass in den kommenden Wochen weitere Arbeiten auch unterirdisch stattfinden werden. Foto: Leon Seyock

An der Vredestraße in Osterwick haben die Arbeiten bereits in der vergangenen Woche begonnen. „Eigentlich“, schildert Wübbelt weiter, „sollten die Arbeiten erst in dieser Woche beginnen.“ Doch auf einer anderen Baustelle sei die Firma schneller gewesen als geplant, von daher seien die aktuell laufenden Maßnahmen vorgezogen worden. Bis Ende dieser Woche sollen die Arbeiten in offener Bauweise an der Vredestraße andauern. In der Josefstraße werden drei Stutzen ab Ende dieser Woche saniert, am Sökelandweg sind es acht. Dort ist ein Beginn der Arbeiten in der kommenden Woche geplant.

Sind diese Maßnahmen in offener Bauweise erledigt, kommt ab Mitte August in den drei Straßen sukzessive ein Roboter ins Spiel, der mit einem sogenannten Inliner-Verfahren die Hauptkanäle ausbessert. „In einem ersten Schritt werden Unebenheiten im Kanal oder etwa hereinragende Stutzen abgefräst“, teilt Christoph Wübbelt mit. Der Roboter zieht dann eine Art Schlauch – den Inliner – durch den Kanal, der dann mit Luft oder Wasser gefüllt und anschließend mit Licht ausgehärtet wird. „Der Roboter braucht nur wenige Minuten pro Meter, bis der Inliner ausgehärtet ist“, so Wübbelt. Da durch den Inliner auch die Hausanschlüsse kurzzeitig verschlossen werden, werden diese zügig im nächsten Schritt durch das Einfräsen von Löchern zu den Hausanschlüssen wieder freigelegt. Von innen werden anschließend kürzere Inliner in die Hausanschlüsse geschoben, die ebenfalls gefüllt und ausgehärtet werden. „So ist der gesamte Kanal nach Abschluss der Arbeiten quasi ein Stück“, erläutert Wübbelt. Das habe den Vorteil, dass so auch an den Anschlussstutzen kein Grundwasser eindringen könne.

Dadurch, dass ein Inliner in den Kanal gezogen wird, wird dieser einige Millimeter enger. Für ein zügiges Ablaufen des Wassers spiele das allerdings keine Rolle, da die Innenoberfläche des Inliners deutlich glatter sei als die der jetzigen Kanäle. Dadurch verringere sich die Geschwindigkeit des Wasserablaufs nicht.

An der Josefstraße sind es 210 Meter und am Sökelandweg 270 Meter des Kanals, die bis Anfang September in dem Inliner-Verfahren ausgebessert werden. An der Vredestraße werden 40 Meter saniert. „An der Vredestraße sind das alles vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung der Wasserleitungen ab Ende August. Nach den aktuellen Arbeiten wird die Bitudecke abgefräst und die Straße bekommt eine neue bituminöse Straßendecke“, kündigt Wübbelt an. Dazu wolle die Gemeinde vorher aber eine Anliegerversammlung durchführen. KAG-pflichtig seien die Arbeiten nicht. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten an der Vredestraße bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

0 Weitere Maßnahmen, die die Gemeinde in Kürze umsetzen will, sind die Endausbauten des Neelands und des Baugebiets Nordwestlich der Holtwicker Straße. Die Anlieger konnten sich in Zeiten von Corona online in die Planungen einbringen, nun sollen diese zeitnah umgesetzt werden, teilt Wübbelt mit.

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