Open Grid Europe hat mit Vorbereitungen zum Bau der Zeelink-Fernleitung begonnen
Im März 2021 soll das Erdgas kommen

Rosendahl. Unübersehbar sind die Vorboten für den Bau der Erdgas-Fernleitung, die Open Grid Europe im Zuge des Zeelink-Projektes auch im Rosendahler Gemeindegebiet zeitnah realisiert. Die gesamte Trasse führt von der belgisch-deutschen Grenze nahe Aachen bis in das benachbarte Legden. Die Fernleitung umfasst eine Länge von 416 Kilometern, rund 4,5 davon werden durch Rosendahl – unter anderem durch den Hegerort – führen. Aus Richtung Coesfeld-Kirchspiel kommend wird die Zeelink parallel zur L 571 gebaut, dann knickt der Verlauf in Richtung Nordost ab und läuft über landwirtschaftlich genutzte Flächen und tritt in das Gebiet der Gemeinde Legden ein.

Mittwoch, 05.08.2020, 12:08 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 12:15 Uhr
Ein Arbeitsstreifen mit einer Breite von rund 35 Metern wurde bereits angelegt. Über insgesamt 4,5 Kilometer soll die Erdgasleitung von Zeelink durch das westliche Rosendahler Gemeindegebiet, wie hier durch den Hegerort, verlaufen. Foto: Leon Seyock

Derzeit wird an der betroffenen Strecke auf einer Breite von rund 35 Metern der Mutterboden abgeschoben. „In etwa zwei bis drei Wochen erfolgen dann die eigentlichen Bauarbeiten“, kündigt Andreas Lehmann aus der Kommunikationsabteilung von Open Grid Europe an. Der Durchmesser der Leitung wird rund einen Meter betragen, „wir brauchen aber einen breiten Arbeitsstreifen aus mehreren Gründen. Einerseits darf der Mutterboden nicht beschädigt werden, zudem brauchen wir Platz für Material und Baufahrzeuge“, erklärt Lehmann auf Nachfrage. Zudem würden die einzelnen Rohr-Elemente verschweißt – auch das benötige Platz. Die Leitung werden unter betroffenen Straßen, etwa der Gescherer Straße, mit einer Bohrung oder Pressung verlegt – im Regelfall müssten die Straßen daher nicht aufgerissen werden.

Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten des Zeelink-Projektes in der Gemeinde abgeschlossen sein. Witterungsbedingt können sich die Rekultivierungsarbeiten allerdings bis ins Frühjahr 2021 hinziehen, teilt Open Grid Europe mit. Die Inbetriebnahme der gesamten Zeelink-Ferngasleitung ist für März 2021 anvisiert. Da die Leitung unterirdisch verläuft und nach Abschluss der Bauarbeiten die Flächen wieder begrünt werden sollen, würden die Anwohner die Erdgasleitung weiter nicht bemerken. „Es kann auch wieder normale Landwirtschaft betrieben werden. Allerdings dürfen aus Sicherheitsgründen in einem zehn Meter breiten Schutzstreifen nach Ende der Bauarbeiten keine Bäume gepflanzt oder Bauwerke errichtet werden“, erläutert Andreas Lehmann. Gelbe Schilderpfähle würden auf die Existenz der Leitung hinweisen. Das gesamte Projekt wird mit 660 Millionen Euro beziffert.

Hintergrund zum Bau der Fernleitung

Aktuell würden in Deutschland rund 50 Prozent aller Haushalte mit Erdgas heizen, hinzu komme eine große Zahl an Gewerbe- und Industriekunden. Momentan komme das Erdgas in zwei unterschiedlichen Arten zum Einsatz, die sich insbesondere im Methangehalt unterscheiden – das L-Gas und das höherwertige H-Gas, heißt es in der Beschreibung zu dem Zeelink-Projekt. „Grund für den Bau der Leitung ist die rapide Drosselung beziehungsweise der baldige Stopp der L-Gas-Produktion, welches wir überwiegend aus den Niederlanden beziehen“, schildert Andreas Lehmann. „Die Fernleitung Zeelink sorgt dafür, dass die knapp fünf Millionen betroffenen Geräte – private Verbraucher und Industrie – in Deutschland rechtzeitig auf das sogenannte H-Gas umgestellt werden können.“ Zu dem gesamten Projekt gehören zudem zwei Verdichterstationen; eine davon soll in Legden gebaut werden. An den Plänen wird allerdings Kritik geäußert, unter anderem hat sich die Bürgerinitiative „Verdichterstation – Nein danke!“ gegründet. Eine Verdichterstation sorgt dafür, dass der Druckabfall des Gases, der durch Reibungsverluste innerhalb der Rohre entsteht, wieder erhöht wird und das Gas mit ausreichend Druck weitertransportiert werden kann. In Legden treffen verschiedene Leitungen aufeinander, durch die das Gas dann weitergeleitet werden soll.    -lsy-

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