Ein Rückblick auf die Entstehung des Geländes rund um den Bahnhof Darfeld
„Den Bahnhofscharakter hervorheben“

Darfeld. Drei Autos fahren am Bahnhof Darfeld vor – beladen mit jeweils zwei Fahrrädern. Bei Sonnenschein und noch angenehmen Temperaturen laden die Radfahrer ihre Drahtesel ab. Die Nummernschilder verraten, dass sie aus dem Kreis Nordhorn angereist sind. Freundlich grüßend schwingen sie sich auf ihre Räder und radeln von Dannen. „Hier ist eigentlich immer etwas los“, merkt Rolf van Deenen an. „Manchmal“, sagt er, „ist der Parkplatz komplett mit Autos besetzt. Und hinter jedem ist ein Fahrradanhänger. Es ist toll, wie die RadBahn angenommen wird.“

Montag, 10.08.2020, 15:47 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 15:53 Uhr
Im Jahr 2004 wurden alle alten Schienen vom Bahnhofsgelände entfernt. Ein Wunsch des Heimatvereins Darfeld war es immer, Schienenstränge zurückzuführen, um den Bahnhofscharakter wieder hervorzuheben. Heute liegen wieder drei Stränge am Bahnhof. Foto: Leon Seyock

Herumgesprochen habe es sich mittlerweile, dass sich Darfeld als Startpunkt für eine ausgiebige Radtour anbietet. Von der RadBahn aus kann über Lutum in Richtung Coesfeld oder über Horstmar und Steinfurt nach Rheine geradelt werden. „Insgesamt ist die Strecke rund 40 Kilometer lang“, weiß van Deenen. Der Startschuss für den Bau an der alten Bahntrasse fiel im Jahr 2009, vier Jahre später wurde die gesamte RadBahn offiziell eröffnet. „Und gleichzeitig dazu haben wir auch unseren Generationenpark und unser Baustellencafé, wie wir es zu der Zeit genannt haben, eingeweiht“, blickt Rolf van Deenen als Erster Vorsitzender des Darfelder Heimatvereins zurück.
Die Idee, das Gelände rund um das Bahnhofsgebäude aufzuwerten und einen Anziehungspunkt für Leute aus Nah und Fern entstehen zu lassen, sei 2011 entstanden. Die Arbeitsgruppe „Ideen für Darfeld“ habe sich Gedanken zur Aufwertung des Ortes gemacht. „Auf Hinweisen aus der Politik, dass zur Errichtung eines Generationenparks auch Fördermittel in Anspruch genommen werden können und mit Blick auf die bereits im Bau befindliche RadBahn hat man sich dazu entschieden, einen Generationenpark auf dem brachliegenden Gelände am Bahnhof zu bauen“, erklärt van Deenen. Für den Standort sprach auch, dass im Jahr 1991 das ebenfalls brachliegende Bahnhofsgebäude, das kurz vor dem Abriss stand, komplett saniert und seitdem als Heimat- und Bürgerhaus Darfeld mit kulturellen Veranstaltungen genutzt wurde. „Das war dann natürlich mit dem angrenzenden Park eine wunderbare Kombination“, befindet van Deenen.
Im Mai 2012 begann dann also der Bau des Generationenparks, den die Gemeinde, der Heimatverein Darfeld und die Arbeitsgruppe gemeinsam anpackte. „Vorher war hier alles zugewachsen“, erinnert sich van Deenen mit einem Blick über das Gelände. Bei den Planungen für den Generationenpark habe man sofort Ideen für ein Café und eine großzügige Terrasse miteinbezogen. „Das wurde dann auch so umgesetzt und wir vom Heimatverein haben das Café dann übernommen“, sagt Rolf van Deenen.
Zeitgleich habe sich der „Förderverein Generationenpark“ gegründet, der verschiedene Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Musik-Abende im Park organisiert.
„Ein großer Wunsch des Heimatvereins war es immer“, erläutert van Deenen weiter, „dass wir eines Tages die entfernten Schienen wieder am Bahnhof Darfeld verlegen. Wir wollten den Bahnhofscharakter wieder hervorheben.“ Durch Zufall habe er bei Recherchen gesehen, dass bei Rheine eine Menge alter Schienen aufbewahrt wurde. „Erich Gottheil, der der Beauftragte für zahlreiche Projekte war und ist, habe bei der Bahn angefragt und die Schienen schließlich gekauft. „Das war eine große Aktion, diese in Stücke zu schneiden und nach Darfeld zu transportieren“, erinnert sich van Deenen. Drei Stränge liegen heute wieder am Bahnhofsgelände, „und die RadBahn war das Durchgangsgleis“, gibt van Deenen zu verstehen.
Seit Fertigstellung des Generationenparks gab es aber alles andere als einen Stillstand: Das Haus der Wissenschaft unter Federführung von Alfred Eimers und gesponsert von der Kastell-Stiftung aus Stadtlohn, das Backhaus, das im Jahr 2018 hinzukam und zuletzt Projekte wie der Ruhe- und Unterstellraum mit der Marien-Statue oder die Markisenüberdachung an den Platanen: „Es ist gewaltig, was in den vergangenen Jahren passiert ist. Es ist schön, wie die Angebote angenommen werden. Langweilig wird es hier nie“, lächelt Rolf van Deenen.

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