Mögliche Unterschutzstellung sorgt im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss für Diskussionen
Keine Einigung auf einen Beschluss

Darfeld. Der Umgang mit der ehemaligen Gaststätte Rahms und dem dazugehörigen Gebäudekomplex hat im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss für lange Diskussionen gesorgt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist der Auffassung, dass es sich bei dem alten Gebäude im Darfelder Ortskern um ein Denkmal handelt und es dementsprechend geschützt werden soll (wir berichteten). Die Gemeindeverwaltung will allerdings einem Investor ermöglichen, auf dem Gaststätten-Grundstück ein Gebäude für seniorengerechten Wohnungsbau zu errichten. Letztlich stimmten die Ausschuss-Mitglieder mehrheitlich dafür, keinen Beschluss zu fassen.

Freitag, 02.10.2020, 05:38 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 06:07 Uhr
Einen Beschluss, ob der Gebäudekomplex rund um die ehemalige Gaststätte Rahms nicht unter Denkmalschutz stellen zu wollen, haben die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschuss nach langen Diskussionen nicht gefasst. Grafik: Architekturbüro Hidding und Schwanekamp Foto: az

Im Vorfeld der Diskussionen hatte Daniel Hidding vom Architekturbüro Hidding und Schwanekamp eine Kostenhochrechnung für den Erhalt des vorhandenen Gebäudekomplexes vorgestellt. „Nach 20 Jahren würden etwa 400 000 Euro Miese zu Buche stehen“, lautete sein Fazit. „Es sollte von unserer Seite alles dafür getan werden, den Gebäudekomplex nicht unter Denkmalschutz zu stellen“, machte sich Bürgermeister Christoph Gottheil daraufhin für einen Beschluss gegen eine Unterschutzstellung stark. So werde mit einer klaren Positionierung gegenüber dem LWL ein Zeichen gesetzt. Unterstützung erhielt der Bürgermeister von der Wählerinitiative Rosendahl, von der im Vorfeld einige Vertreter die Gebäude von innen besichtigt haben. „Uns bietet sich jetzt eine riesige Chance, Wohnbaufläche in Darfeld zu schaffen“, verwies Tobias Espelkott auf eine Möglichkeit, den Ortskern zu beleben. Auch der fraktionslose Martin Branse sprach sich gegen den Denkmal-Status aus. „Ansonsten wäre klar, dass in Darfeld die nächste Ruine entsteht. Wir können nun entscheiden, ob wir diese Entscheidung mittragen wollen oder eben nicht.“

Angesichts eines weiteren Schreibens des LWL, in dem weiter auf die Unterschutzstellung bestanden wird, warnte Klaus-Peter Kreutzfeldt von der SPD, „die Gemeinde könnte sehenden Auges in einen Prozess geraten.“ Stattdessen würden sich, seiner Ansicht nach, womöglich Rosendahler Bürger finden lassen, die sich für den Erhalt des Gebäudekomplexes einsetzen. „Eine Unterschutzstellung im aktuellen Ist-Zustand lehnen wir ab“, erklärte Frederik-Maximilian Lethmate den CDU-Standpunkt. Dennoch sei man über den Weg, wie dies bewerkstelligt werden soll, uneinig. Aus diesem Grund, und weil sich das Verfahren erst im Anfangsstadium befinde, stellte Lethmate den Antrag, keinen Beschluss zu fassen. Stattdessen solle in Person der Gemeinde der Dialog mit dem LWL fortgeführt werden. Bei drei Gegenstimmen von Tobias Espelkott, Hermann-Josef Gövert (beide WIR) und Winfried Weber (Grüne) stimmten die Ausschussmitglieder dem Antrag mehrheitlich zu.

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